Vollstreckungstitel von 1999 Zinsen Höher als Forderung! Bitte um Hilfe?

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4 Antworten

  1. Ein vollstreckbarer Titel ist 30 Jahre gültig
  2. Auch die Zinsberechnung ist gesetzlich in Paragraf 288 BGB geregelt. Du musst aktuell 5% über dem EZB Basiszins zahlen. Es gibt im Internet Verzugszinsrechner, mit denen du die Forderung nachvollziehen kannst.
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Kommentar von mepeisen
06.08.2016, 16:12

Zu Punkt 2 Ergänzungen: Die 5% über Basiszins stammen von der Schuldrechtsreform von 2000 bis 2002. Davon wusste man noch nichts in 1999. Deswegen stehen u.U. in solch alten Titel viel zu hohe Zinsen drin.

Per Gesetz (EGBGB) muss das aber ggf. umgeschrieben werden auf 5% über Basiszins.

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Da ich nicht viel Zeit habe nur kurz zwei Dinge:

  1. Zwar verlängert ein Titel die Verjährung auf 30 Jahre, aber nicht für Zinsen, wenn sie nicht mittituliert sind, wie hier der Fall. Zudem wurde in der Zwischenzeit auch nicht vollstreckt, aber um keine Verjährung nichttitulierter Zinsen eintreten zu lassen, müßte alle 3 Jahre aus dem Titel vollstreckt werden. Nichttituliuerte Zinsen ohne Vollstreckung verjähren nach 3 Jahren.
  2. Es ist eine weitere Frist von 8 Jahren zu beachten, siehe
    u.a. LG Trier, vom 29.05.1992, AZ 2 O 174/91 sowie AG Worms, vom 30.5.2000, Az. 3 C 9/00. Sollte innerhalb von 8 Jahren keine Vollstreckung aus dem Titel erfolgt sein, könnte darauf befunden werden, daß die Forderungen verwirkt seien.



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Kommentar von PolluxHH
05.08.2016, 20:23

Was mir gerade einfällt, aber was ich andere zu prüfen bitte: es wurde 2015 eine Teilforderung bezahlt. Wie wirkt sich dies auf eine mögliche Verwirkung der Forderung ad 2. aus?

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Kommentar von schnullimuck
05.08.2016, 21:10

Und was soll ich nun deiner Meinung nach am besten tun???

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Kommentar von kevin1905
06.08.2016, 00:49

Ein reiner Zeitfaktor reicht niemals für eine Verwirkung aus. Es muss auch ein Umstandsmoment dazu kommen!

Die Argumentation Verwirkung niemals ohne Anwalt führen.

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Zunächst ist der Titel 30 Jahre gültig.
Alles andere ist ChiChi, die Verjährung der Zinsen juristisch klären zu lassen kostet neues Geld.
Die holen Dich immer und wieder Kiel.

Für eine nachhaltige Lösung die Parameter, was Du hast und was Du nicht hast.
Musst Du hier auch nicht öffentlich beantworten.
Wende Dich an eine öffentliche Schuldnerberatung.

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Kommentar von franneck1989
06.08.2016, 06:36

Hier steht so viel Geld im Raum, dass ein Anwalt sicher lohnenswert ist. Der kann z.B. auch prüfen, wie sich die Teilzahlung 2015 auf die Forderung auswirkt. Womöglich wurde diese komplett mit Zinsen verrechnet.

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- Die Zinsen verjähren, das ist korrekt. Alle Zinsen von vor 2013 dürften daher weg fallen

- Auch die Kontoführungsgebühren sind Schwachsinn.

- Ist der Vollstreckungsbescheid korrekt? Hast du ihn dir in Kopie zustellen lassen.

-Man könnte auch Verwirkung prüfen...

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Kommentar von schnullimuck
05.08.2016, 21:11

Hallo! Den Vollstreckungsbescheid habe ich nicht, sollte den dann doch mal anfordern oder?

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Kommentar von franneck1989
06.08.2016, 06:33

Ja, das kann nicht schaden. Nebenbei soll man dir noch die unverzinslichen Kosten aufschlüsseln (Forderungsaufstellung). Das sieht mir auch arg viel aus.

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Kommentar von franneck1989
06.08.2016, 06:37

Ich würde dir in diesem Fall aber zu einem Anwalt raten

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