Unterschied Rache, Vergeltung und Sühne?

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2 Antworten

Rache:

Ist eine Art der Vergeltung, bei der es aber sein kann, dass die Satisfaktion unverhältnismäßig ausfallen kann oder aber man rächt jemand anderen zB. wenn derjenige ermordet wurde, kann er ja schlecht selbst Rache üben.

Vergeltung:

Ist eine Art der Genugtuung,(ausgleich zwischen Leistung und gegenleistung herstellen) bei der in der Regel das Opfer selbst vergeltung übt oder danach verlangt. Vergeltung kann auch Ideell sein und muss nicht zwangsläufig an jemandem verübt werden. Man spricht auch von Vergeltungstaten. 

Man kann jedoch auch im Positiven Sinne jemandem etwas vergelten.

Sühne:

Ist eigentlich etwas vollkommen anderes und bedeutet, dass ein Täter sich beim Opfer entschuldigen bzw. auch sein Gewissen rein machen will. Sühne kann entweder direkt nach der Tat geschehen oder aber auch als gerichtliche Maßnahme in Kraft treten. Bei Körperverletzung kann die durch den Täter Opfer Ausgleich (TOA) geschehen, um zb. eine Mildere Strafe zu erwirken oder aber bei Ersttätern ein Urteil zu umgehen, damit nicht gleich das Führungszeugnis belastet ist.

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Kommentar von DerChacker
13.11.2016, 02:12

und ein TOA ist was genau? In einen Raum sperren bis man Best friends ist oder was?

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Rache und Vergeltung trennt ein Faden der Philomela; jene ist die Wiederherstellung der Demut, nicht die die des Stolzes.

Rache, Sühne und Vergeltung sind Nachgeburten der Gerechtigkeit. Sie beginnen, wo zu spät gekommen und erst Unrecht widerfahren sein muss. Während die Rache im Gesetze zwischen Lohn und Strafe eine Entartung der Vergeltung ist, verbleibt die Sühne einzig im Gewissen dessen, der schadet, und nicht ihm, der geschädigt wurde. Denn Sühne ist Ausheilung der Reue, ist Abarbeitung des Gewissens.

Weiters sage ich: der Stolz wütet in der Rache - uneingedenk des ihm erwiesenen Schadens - ebenso zählebig gegen das andere, wie gegen sich selbst. Wo sich alsgleich der Zorn gegen die Ursache des Unrechts dem Zugeständnis unserer Verwundung anheimgibt, ist Rache die Verlängerung des uns zugefügten Übels zur verschicksalten Erniedrigung des andern hin. Rache will ewig Wiederauferstehung des Gefallenen erstreben. Rache begehrt also um ihres Schmerzes willen nicht die Heilung, sondern den Genuss an der Buße ihres Anfechters. Rache, als Wunde des Stolzes, entspringt schließlich der dem Opfer entwürdigten Blöße. So ist der Zorn mithin das Rüstzeug und die Schonung gegen das uns eingefügte Leiden, welches auch immer mit dem vertanen Unvermögen einhergeht, sein Blut nicht verborgen haben zu können.

Im Sinne der Verheilung, scheint mir, trachtet die Vergeltung dem Vergleiche unseres Schadens nach. Wieschon doch ein jeder in seinem Schmerze endlos ist, begehrt die Vergeltung nicht Fortsetzung sondern Vertilgung ihres Schadens, indem sie an Homologien glaubt und einen Schaden mit demselben misst. Im Mantel der Gerechtsamen macht sie sich der Gunst anheischig, durch eine eigene Bescholtenheit unsträflich zu strafen oder sich durch eine Gemessenheit von Strafe das eigentliche Gelüste zu verkleiden, jemanden leiden lassen zu wollen - doch ist auch sie nichts weiter, als zerstörte Stärke.

Indem wir uns des Rechtes immer erst durch ein uns zugefügtes Unrecht bedienen, besteht die Lust zu strafen ungeachtet unser Wunden auch nur dort, wo auch beleidigt werden kann. Solange sie darin mächtig ist, ist sie aber weder Trost noch Reue.



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Kommentar von ulrich1919
14.11.2016, 16:22

 Es tut mir Leid, dass Philosophie sich oft hinter undurchschaubaren Wörtern, wie ,,verschicksalte" , ,,anheischig" oder ,,Homologie" versteckt. Dabei könnten klare Gedanken so hilfreich sein!

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