trauma pädagogik facharbeit?

2 Antworten

Vorweg: Ich halte es für unklug eine Facharbeit über Traumata zu schreiben.

Deine erste Frage sollte ich allerdings zielführend beantworten können. Für die Analyseverfahren braucht es natürlich mehr Informationen abseits von „Die Trennung geschah vor der Geburt“.

Man kann Traumata nicht pauschalisieren, tut man dies macht man sich der Unprofessionalität schuldig. Dies auch als stille Kritik deiner Lehrer, die Analysen eines fiktiven Trauma-Patienten benoten wollen. Kind A z.B ist seit seines Lebens übergewichtig und wird gehänselt. Im laufe seiner Entwicklung manifestiert sich nun ein Trauma bezüglich seiner Fettleibigkeit. Z.B zeigt er sich nich spärlich bekleidet in der Öffentlichkeit, entwickelt Minderwertigkeitskomplexe, schaut sich in Gesellschaft zu sein, verweigert dann gänzlich den Kontakt zu Menschen, verliert seinen Job, wird depressiv und stirbt. Bad Story.

Kind B flieht vor Terror und Krieg in Syrien. Auf dem Wasserweg kentert das was man Boot nennt und er bleibt allein mit seinem jüngeren Bruder zurück. Die beiden Kinder rettet sich nach guten drei Stunden auf offenem Meer auf ein anderes Boot und kommen an der Küste an. Bis sie final in eine Unterkunft vermittelt wurden, wanderten sie durch 4 Erstaufnahmelager und wurden in Zweien von anderen Bewohnern wegen ihrer Religion verprügelt. Einer der Brüder verlor bei einer religiös motivierten Attacke das Augenlicht seines rechten Auges. Nun sind ca. 4 Jahre vergangen nach dem ich die das erste mal traf. Sie werden wie alle anderen auch stetig psychologisch betreut, ein akutes Trauma scheinen sie zumindest offensichtlich derzeit nicht zu haben.

Man könnte nun meinen die beiden Geschichten seien bedingt der schwere der Ereignisse anders zu bewerten. Stellt man die Geschichten nebeneinander, ist es unwahrscheinlich, dass sich der dicke Junge umbrachte weil er gehänselt wurde und sein Trauma nie aufarbeiten konnte, während die beiden Brüder ihren Weg verfolgen und generell als lebensfroh, strebsam und sozial gelten.

Jetzt kommen wir zu deiner Frage. Es kann sein, dass die Trennung auch vor der Geburt ein Trauma in dem Kind auslösen kann. In diesem Fall ist es nicht die Trennung als solches, die das Kind aktiv miterlebt. Es könnte sich aber Fragen stellen, die ein Trauma begünstigen bzw. auslösen. Vielleicht könnte das Kind aber auch von anderen Menschen schlecht bzw. anders behandelt werden. Es könnte aber auch Neid auf Kinder mit zusammenlebenden Eltern entwickeln. ETC. Die Lösungsmöglichkeiten sind schier unendlich. Es kommt immer auf die Person an ob das was ihr widerfährt ein Trauma auslösen kann oder eben nicht.

S.

Die Behauptung einer mechanischen "Auswirkung", die auf ein Ereignis folgen wird, hat weder etwas mit Freuds noch mit Eriksons Theorie zu tun.

Das ist Deine oder eine gossenpsychologische Theorie Deiner Lehrer, die Dir auch nur die erklären könnten.

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