Fallbeispiele Psychosoziales Entwicklungsmodell?

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Peter ist das jüngste von drei Kindern der Familie W. Er wird im Alter von 10 Jahren einer Erziehungsberatungsstelle vorgestellt, Anlass für die Ratsuche der Eltern sind massive Schulschwierigkeiten des Jungen, die sich besonders in starkem Konzentrationsmangel, rascher Ermüdbarkeit und schlechten Noten, vor allem in Deutsch und Rechnen, zeigen. Es fällt auf, dass Peter sich kaum etwas zutraut und in der Schule oftmals laut schimpfend die Mitarbeit verweigert. Ferner stört er immer wieder den Unterricht und verhält sich sehr aggressiv gegenüber Mitschülern, die er häufig tätlich angeht und deren Schulsachen er mutwillig beschädigt, Deshalb waren die Eltern von der Lehrerin schon einige Male zum Gespräch gebeten worden. In der Klasse ist er inzwischen Außenseiter; worüber er selbst mit den Worten klagt: "Die sind alle gegen mich."

Zur Vorgeschichte äußert sich in der Erziehungsberatung der Vater; der groß und von massivem Körperbau - im Gespräch sehr dominant ist. Er betont häufig, wie wichtig es sei, dass ein Junge rechtzeitig lerne, "sich im Leben anzupassen" und "seinen Mann zu stehen". Dabei wird deutlich, dass seine Erziehungshaltung, die er als "streng aber gerecht" bezeichnet. von wenig Verständnis für kindliche Bedürfnisse gekennzeichnet ist.

Er berichtet, dass sich in seinem Leben "nichts von selbst ergeben" habe, alles habe er sich schwer erkämpfen müssen. Als Maurer habe er sich mit viel Eigenleistung ein eigenes Haus erwirtschaftet. Erleichtert hätten ihm dies Auslandseinsätze bei der Firma, die ihn beschäftige. Dies sei während der ersten fünf Lebensjahre von Peter gewesen.

Mit Peter: sagt Herr W., sei nicht viel anzufangen. Zwar habe er nach Beendigung seiner Auslandseinsätze versucht, sich häufiger mit ihm zu beschäftigen –„was man mit Jungen halt so unternimmt". z B Werkarbeiten. Dies sei jedoch meist wenig erfreulich verlaufen. Peter habe sich dabei "wie mit zwei linken Händen angestellt": wenn er ihn zu mehr Sorgfalt ermahnt habe, sei er rasch verschwunden. Dies bringe ihn, Herrn W. in, „enorme Wut", wobei ihm auch sehr leicht ,.die Hand ausrutsche". Auch sei ihm die "schlaffe" Körperhaltung von Peter zuwider; ein Junge müsse sich nun einmal ..gerade halten". Er habe ihn deshalb zum Turnen geschickt, was aber nichts gebracht habe-

So sei auch der letzte Urlaub ein Fehlschlag gewesen. Da er; Herr W, und seine beiden anderen Kinder gerne wandern, sei die Familie ins Gebirge verreist Dort sei Peter „eigentlich nur maulig" gewesen und habe an keinen Ausflügen teilnehmen wollen. Fast jeden Tag habe es deshalb Streit gegeben, und er habe Peter deshalb öfter hart bestrafen müssen.

Für alle seine Bemühungen erlebe er von Peter nur "Undankbarkeit" und " Widersetzlichkeit". Ja, dieser behaupte, ihm, dem Vater, könne er eh nichts recht machen.

Quelle: Hobmair Hermann u.a.:„Pädagogik/Psychologie für die berufliche Oberstufe“ Band 2, Köln, 1999, Seite253 und 254

Aufgabenstellung

a) Ein zentrales Problem von Peter ist sein geringes Selbstvertrauen. Zeigen Sie mit Hilfe entsprechender Textstellen auf, in welchen Verhaltensweisen von Peter sich dieses geringe Selbstvertrauen äußert.

b) Erklären Sie die Entstehung einer der aufgezeigten Verhaltensweisen mit Hilfe der Theorie des operanten Konditionierens. Berücksichtigen Sie dabei die zentralen Annahmen und Begriffe dieser Theorie'

c) Erläutern Sie, wie ein Sozialarbeiter auf der Grundlage der sozialkognitiven Theorie, der Therapeutenvariablen von Carl Rogers und der klassischen und operanten Konditionierungstheorien Peter helfen könnte, mehr Selbstvertrauen zu entwickeln.

Vielen Dank

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