Tote Tiere im Wald

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Füchse und Wildschweine essen ein verendetes Tier sofort auf. Das liegt nicht länger als bis zur nächsten Nacht. Wenn ein Dachs im Revier ist, kommt der auch dazu. Von Aas fressen kann da keine Rede sein. Reinecke-Fuchs (der Reinemacher) sowie Dachs und Wildschwein haben einen sehr feinen Geruchssinn. Sie merken auf weite Entfernungen, wenn irgendwo ein Tier verendet. Schon in der nächsten Nacht kommen sie und essen das ganz frisch. Das ist der Grund, warum man nie verendete Tiere im Wald sieht.

Auch der Förster findet keine toten Tiere. Wenn der Förster ein Stück Wild geschossen hat, darf er es nicht liegen lassen. Er muss es gleich versorgen und mitnehmen, denn am nächsten Morgen wäre nicht mehr viel davon übrig. Ich bin im Forsthaus aufgewachsen, daher weiß ich das.

Falls man doch mal ein totes Tier im Wald findet, das schon länger liegt, ist etwas nicht in Ordnung. Möglicherweise wurden Füchse und Wildschweine dort durch zu starke Bejagung so dezimiert, dass

keine mehr in Reichweite bzw. Riechweite leben.

Wenn ein totes Reh erst einmal angefangen hat zu stinken, fressen sie es nicht mehr. Der Darminhalt fängt schon nach 2 Tagen an zu gären und vergiftet das tote Tier von innen. Außerdem entsteht bald Leichengift. Deshalb müssen die Füchse gleich kommen. Das ist der Grund, warum man zur Tollwutbekämpfung die Füchse impfen soll anstatt sie auszurotten. Sie werden auch in vielen Gegenden geimpft. Wenn man doch einmal ein verendetes Tier sieht, soll man beim zuständigen Forstamt fragen, ob dort die Füchse geimpft

oder geschossen werden. Wenn der Förster eine altmodische Einstellung hat, kann man das Veterinäramt informieren. Das Veterinäramt sorgt dann dafür, dass geimpft wird, denn es stellt auch den Impstoff und die Impfköder für die Füchse bereit und liefert das an die Forstämter.

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@evaness

Den Maden geht es in unseren Mülltonnen und "Bio-Tonnen" besser als im Wald.

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@evaness

Früher als es noch keinen Impfstoff gegen die Tollwut gab und die Fälle sich häuften, bei denen diese tödlich verlaufende Krankheit durch Fuchsbisse auf frei laufende Hunde und Menschen übertragen wurde, haben manche Förster die unterirdischen Fuchsbauten an den Eingängen verschlossen und dann ausgeräuchert. Dann gab es auch keinen Nachwuchs mehr. Das wird heute schon lange nicht mehr gemacht. Wo Füchse leben, die ordnungsgemäß durch am Fuchsbau ausgelegte Impfköder geimpft werden, liegen normalerweise keine toten Tiere herum.

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@evaness

Überall, wo es sogenannte Raubtiere gibt, kommt es auch gar nicht so weit, dass ein Tier von alleine stirbt, denn sobald es durch Alter oder Krankheit geschwächt ist und nicht mehr so schnell rennen kann, wird es von einem Raubtier als Beute gefangen. Das klingt zwar schrecklich, aber das ist nicht so qualvoll wie ein krankheitsbedingter langsamer Tod.

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@evaness

Da hast du vollkommen recht. Danke für deine sehr ausführlichen Infos.

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Im Wald, vor allem in Naturschutzgebieten, wird die Natur belassen, wie sie ist. Heißt auch: Tiere, die gestorben sind, verwesen auch dort. Dies ist vor allem bei Mäusen, Vögeln und und und der Fall. Die sind ja auch ziemlich schnell weggefressen. Auch größere Tiere, wie Rehe etc. sind tot Nahrung für Aasfresser. Bei diesen Tieren kann es aber auch sein, dass der Förster sie "entsorgt" oder verlegt, falls der Leichnam eine zu hohe Belastung für das Waldstück bedeutet.

Förster (zumindest in unserer Region) sind froh, wenn jemand Interesse an ihrer Arbeit zeigt. Daher melde dich doch einfach an deinem Forstamt und stelle deine Fragen. Du wirst sie ganz sicher ausführlich beantwortet bekommen.

Gruß

Was hier in Deutschland so praktiziert wird weiß Ich nicht so genau, aber nicht jedes Land hat solche Förster, die überall Ihre Nase in die Natur stecken und alles so wie Sie wollen umstrukturieren. Schau mal z.B. ins Amazonasgebiet. Tote Tiere verbleiben an Ort und Stelle. Und das ist auch gut so! Aasfresser, Maden, Fliegen und andere Insekten sind darauf angewiesen. Pflanzen natürlich auch. Für einen gesunden Wald sind tote und verfaultes Holz lebenswichtig, es ist ein Kreislauf. Wenn man ein Teil des Kreislaufes entfernt, leidet nicht nur die Tierwelt sondern der gesamte Wald. Es gibt Organismen die auf so etwas angewiesen sind und wieder andere die von den Organismen abhängig sind. Und.....Kreislauf eben....

Im Amazonasgebiet leben die Raubtiere des Dschungels. Die sind ein

wichtiger Teil des natürlichen Kreislaufes. Auch Reptilien gehören dazu.

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@evaness

Ja auch in Deutschland gibt es aber so einen Kreislauf. Pilze, Maden, Aßfresser, Holz, etc...

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@Iran666

Die verwerten die Reste in ihren Nahrungsketten. Pilze und Bakterien sind besonders wichtig als Destruenten, weil sie die abgestorbene Biomasse (tierische und pflanzliche) zersetzen und verwandeln. Dann werden diese Reste zu Nährstoffen für die Pflanzen und können wieder in den lebendigen Kreislauf aufgenommen werden.

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Tote Tiere, die in der Nähe öffentlicher Wanderwege gefunden werden entsorgt der Förster. Ansonsten nimmt dies die Natur vor.

Wenn es entdeckt/gemeldet wird (Wildunfall) dann kümmert sich der zuständige förster um das Verendete Tier.

Verendet ein Tier und wird nicht aufgefunden, dann erledigt das die Natur wie bei toten Vögeln, oder ähnlichen.