Todesstrafe bei den Germanen?

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3 Antworten

Ja gab es.

Ganz oft als Menschenopfer für die vielen Götter. Durch das Ertränken sei der Verurteilte den Wasserdämonen übergeben worden. Das Hängen habe sich als Kulthandlung an den Windgott  und Totenführer Wo-dan gerichtet. Durch das Rädern habe man den Sonnengott beschworen und durch das Enthaupten dem Blitz- und Kriegsgott geopfert.

Wurde nicht für die Götter geopfert, wurde für z.B. Diebstahl gehängt, Frauen wurden nicht gehängt, sondern verbrannt, ertränkt oder gesteinigt. Frauen wurden bei Ehebruch lebendig im Moor versenkt, Männer, wenn sie sich zu weiblich auftraten ebenfalls. Bei Ketzerei, Zauber und Ehebruch durch Männer wurde man auch verbrannt. Während Männer gehängt oder gerädert wurden, wurden Frauen "der weiblichen Ehre willen" lebendig begraben. Das Pfählen wurde bei Kindsmörderinnen genutzt.

Todesurteile sollen auch relativ häufig vollstreckt worden sein. Es wurden auch einige Kinderleichen gefesselt im Moor gefunden, also betraf es nicht nur Erwachsene.

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Kommentar von 1fragen1
10.10.2016, 18:51

warum wurden die frauen denn nicht gehängt?

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Kommentar von OlliBjoern
10.10.2016, 21:02

Ich bin kein Experte für Hinrichtungen, kann aber mit ein wenig mythologischem Wissen den einen Punkt bestätigen, dass Frauen mitunter verbrannt wurden. In der älteren Edda (im Teil Völuspá) heißt es über Gullveig:

21.Þat man hon fólkvíg 
     fyrst í heimi,
     er Gullveig
     geirum studdu        (geir = Ger, germanischer Speer)
     ok í höll Hárs
     hana brendu;        (sie verbrannten sie)
     þrysvar brendu       (dreimal verbrannt)
     þrysvar borna         (dreimal geboren)
     opt, ósjaldan,          (oft, unselten)
     þó hon enn lifir.       (doch sie lebt weiter) 

Freilich zeigte sich Gullveig der Sache unbeeindruckt gegenüber. :)
Aber das gehört zum Mythos.

(etwa um das Jahr 1000 entstanden, und in altnordischer Sprache verfasst)

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"Germanen" ist ein Sammelbegriff, den sich die Römer für die Gesamtheit an Stämmen in Mitteleuropa zu dieser Zeit ausgedacht haben. Die Forschung in diesem Bereich muss sich hierbei tatsächlich auf nur sehr wenige verlässliche Quellen verlassen, da von den Germanen selber sehr wenig "übrig geblieben" ist.

Eine der wichtigsten Überlieferungen sind die durch die Römer, allerdings darf man hierbei nicht die römische Ideologie und Denkweise (ggf. verzerrte Wahrnehmung oder Abbildung der Umstände) außer Acht lassen.

Eine der interessantesten Zusammenfassungen (und Analyse bzw. Vergleich mit dem römischen Reich) von allem, was rund um die Zeit der Existenz der Germanen von ihnen (den Römern) bekannt war, hat der römische Historiker Tacitus erstellt, wenn du an dem Thema interessiert bist, kann ich dir dieses Werk sehr empfehlen:

"Germania" von Tacitus (rund um 100 nach Christus)

https://de.wikipedia.org/wiki/Germania_(Tacitus)

Deine Frage lässt sich nicht so leicht beantworten, manche Germanenstämme hatten "härtere" Strafen, andere "weichere". Im Vergleich zu den z.B. römischen Folter- und Hinrichtungsmethoden waren diese aber nicht zwangsläufig grausamer oder bestialischer (eben differenzierter).

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Kommentar von 1fragen1
10.10.2016, 18:39

welche stämme unterscheiden sich denn sehr stark? dann kann ich mir den vergleich ja anschauen

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Ja. Die Moormumien, die man hin und wieder findet, sind meist solch hingerichteten Leute.

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