Ureinwohner Deutschlands und Österreichs?

4 Antworten

Germanen sind die "Ureinwohner" im nördlichen und östlichen Deutschland. Zumindest weiß man nichts Genaueres über frühere Völkerbewegungen, da vor der römischen Expansion hier nichts schriftlich festgehalten wurde. Der Süden und Westen Deutschlands waren ursprünglich (d.h. als es durch Griechen und Römer die ersten schriftlichen Überlieferungen zu diesen Gegenden gibt) keltisch. Die keltischen Gebiete wurden dann von den Römern erobert. Allerdings wurden die Kelten nicht vertrieben, sondern ins römische Reich integriert, so dass die Kelten mit der Zeit die römische Sprache und Kultur übernommen haben. Als die Germanen diese römischen Gebiete übernommen haben, haben sie sich mit der einheimischen keltisch-römischen Bevölkerung vermischt. Das ist jedoch regional unterschiedlich - in Baden-Württemberg sind weniger Einheimische übrig geblieben als in den Alpen oder im Rheinland. Noch im Frühmittelalter wurde an der Mosel und im Südschwarzwald romanisch gesprochen. 

Ein Großteil Ostdeutschlands wurde im Frühmittelalter dagegen slawisch (bis Lübeck und teilweise noch in Nordbayern)

Der heutige Deutsche zählt im Westen und Süden also Kelten, Germanen und andere Zugezogene aus allen Ecken des römischen Reichs zu seinen Vorfahren, im Osten auch Slawen. Hinzu kommen vereinzelte frühmittelalterliche Slawensiedlungen in Süddeutschland, Juden aus Südfrankreich und Italien, Sinti aus Nordindien, Schweizer Armutsflüchtlinge nach dem 30jährigen Krieg, französische Asylanten, italienische Eisenbahnarbeiter, polnische Industriearbeiter im Ruhrgebiet usw., regional natürlich in unterschiedlicher Zusammensetzung.

Angeblich kamen die Ur-Germanen aus dem Gebiet der heutigen Prbjet-Sümpfe in Russland. Zwar nichts Schriftliches, aber Ergebnisse der Sprachforschung, vor ungefähr 4000 Jahren.

Hab das leider nur mündlich und keine Quellen dazu.

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@Iamiam

Die Pripjetsümpfe werden eigentlich als Herkunftsgebiet der Ur-Slawen vermutet. Wobei man mit dem Wort "Herkunft" allgemein zu nachlässig umgeht. Sprachen können auch auf unterworfene oder Nachbarvölker übergehen, so dass die Menschen slawischen Ursprungs sind, aber Deutsch sprechen. In Sachsen kann man heute noch beobachten, wie die slawischen Sorben immer mehr die deutsche Sprache annehmen. Man denke auch an die Juden in Osteuropa, die mit dem Jiddischen eine germanische Sprache gesprochen haben, oder die Gallier, die die lateinische Sprache der Römer übernommen haben.
Die Sprachforschung kann mit Mühe die Verbreitung von Sprachen rekonstruieren. Ob die auch tatsächlich mit Wanderungen zusammenhängt, ist eine andere Frage.

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Außer den Germanen waren eine ganze Menge anderer Stämme und Völker hier zugange, das merkt man auch unserem Stammbaum an. Die stoßen auch alle nicht in ein Vakuum vor, die Besiedlung Mitteleuropas findet noch in prähistorischer Zeit statt. Kelten, Germanen und andere stehen ganz am Ende einer langen Entwicklung. 

Je nach Region finden sich in Eisen- , Bronze-  und Steinzeit ganz unterschiedliche Kulturgruppen, die alle ihre Eigenheiten hatten und nach diesen unterschieden werden. Tatsächlich schriftliche Nachrichten gibt es dann eben erst ab dem Zeitpunkt, zu dem andere Kulturen, die bereits über Schriftlichkeit verfügen von diesen berichten. Zum Einstieg: http://de.wikipedia.org/wiki/Ur-_und_Fr%C3%BChgeschichte_Mitteleuropas

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Die Urgermanen entstehen jahrhundertelang aus der Verschmelzung indogermanischer Volksteile mit einer eingesessenen Bevölkerung im Gebiet der Megalithkultur, die Indogermanen kommen aus dem Osten in den Norden Europas zuerst als Eroberer, die Hünengräberleute, das sind die Eingesessenen, lassen sich nicht verdrängen, dann werden Erfahrungen, Kenntnisse, handwerkliche Fertigkeiten und so weiter ausgetauscht. Im Laufe der Entwicklung entsteht ein neues Volk, die Urgermanen, die ersten Deutschen.  

"die ersten Deutschen" wussten allerdings noch nichts von diesem Deutschtum, sie wurden erst im Nachhinein von der Geschichtsschreibung dazu gemacht.

Vermutlich verstanden sie sich als Clan-Angehörige mit ähnlichen Strukturen, wie wir sie zT heute noch in Zentralasien und mittlerem Osten finden, jedenfalls ohne das Bewusstsein einer gemeinsamen, übergreifenden Struktur. Thiudisk (wurde zu deutsch) bedeutete lediglich Leute des Volkes, hat auch noch nichts mit dem späteren völkisch zu tun.

Wir müssen uns immer hüten, eine spätere Sichtweise den älteren Gemeinschaften zu unterschieben, die hatten -Situations-bedingt- ihre jeweils eigene und dementsprechend  andere.

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@Iamiam

Sie waren vor allem Bauern, einfache Leute. Die einzigartige Sprache und der einzigartige Glaube hat sie vorneweg in allem fest verbunden, sie haben sich als ein Volk gefühlt und genauso gelebt, von allem Anfang an, wie jedes andere Volk auf der Erde auch. Sie haben sich, ihre Familien und ihr Land immer gemeinsam vor ihren Feinden geschützt und haben bis zuletzt tapfer für das alles gekämpft voller Überzeugung. Sie waren immer schon ein Volk und haben treu zusammengehalten.

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Deutschland: Christliche Wurzeln? "Abendland"?

Ich weiß nicht ob ich aufklären will mit einer rethorischen Frage, also frage ich mal so: Woher nehmen manche Leute die falsche Behauptung Deutschland hätte "christliche Wurzeln" (Beweis als Bild im Anhang)?

Die Wurzeln des Christentum sind bekanntermaßen in Nazareth, Jerusalem, also im Morgenland, im Nahen Osten mit der reformierten jüdischen Gemeinde von Jesus (ich glaub das weiß wohl jeder, dass Jesus dort geboren ist und gelebt hat).

Die Wurzeln Deutschlands sind die germanische Mythologie, Nibelungensaga vom Rhein, Odin, Wotan, Donar ("Donnerstag"), Freya ("Freitag"), Ostara ("Ostern") = nicht-christliche Mythologien aus einem Kult der noch auf die Eisenzeit (1000 vor Christus) zurückgeht.

Erst die Römer haben 380 nach Christus das Christentum stark verändert und angenommen und erst Karl der Große hat die Deutschen brutal Abgeschlachtet im "Sachsenkrieg" im Sommer 772. Nach Kämpfen in Syburg, Eresburg und Brunsberg (Höxter) wurden 755 im ostsächsischen Raum an der Oker einige Sachsen dem fränkischen König unterworfen. Das zog sich dann Richtung Norden und König von Dänemark Knut I. wurde 934 bei der Schlacht von Haithabu besiegt und musste sich am Ende der Schlacht christlich taufen lassen, um das Leben seiner überlebenden Männer zu retten. Man kann also sagen dass Deutschland erst knapp 1000 Jahre nach Christus dem römischen Doktrinen unterworfen war. Die Römischen Machthaber haben sogar den Deutschen ihre Kultur und Wurzeln verboten und letzendlich durch die römische ersetzt

http://de.wikipedia.org/wiki/Heidenverfolgung

-> Drum schreiben wir ja auch auf Latein (die Schrift unserer gemeinsamen Unterdrücker) und nicht auf deutschen Runen.

Christentum also die Wurzeln des Germanenlandes?

Davon mal abgesehen ist Deutschland garnicht das "Abendland", weil Deutschland (Germanen) seit der Versusschlacht sich 1000 Jahre lang gewehrt haben gegen das Abendland (= Römer = der Westen) und einen anderen Lebensweg beschritten haben. Gerade rechtsradikale Kundgebungen (NPD, Pegida, NSU) behaupten das öfter dass Deutschland das "Abendland" (Römer) wäre. Da ich aus Köln komme, kenne ich den Unterschied und Geschichte zwischen Germanen und Römer sehr genau...

Woher kommt die These dass die Germanen also zu den Römer gehören bzw. Germanen Römer sind?

Deutschland (die Germanen) können doch gerade stolz sein nicht zum Abendland zu gehören, ja, sogar die mächtigen Imperatoren und Legionärsarmeen so sehr eingeschüchtert und verängstigt haben, dass die gegen ein paar "Barbaren" gigantische Befestigungsanlagen wie den Limes-Wall oder den Hadres-Wall errichtet haben, und zeitgleich haben wir Muslime den Römern in den A getreten von der anderen Seite :-)

Davon mal abgesehen finde ich es Kulturschänderei dass in der Türkei auf LATEIN statt osmanisch (Arabisch) und in Deutschland auf LATEIN statt auf germanisch (Runen) geschrieben wird, denn Latein gehört nur zu romanischen Sprachen und sonst nichts.

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Wenn man bedenkt, dass Jesus wie Hercules ein Halbgott ist. Buddah durch besonderes handeln von Mensch zu Gott wurde usw... Alles gab es schoneinmal und das alte wird als Mythos hingestellt und belächelt wogegen das neue doch nichts anderes ist. Früher errichtete man Tempel, heute Kirchen.

Wo ist der unterschied?

Irgendwie glaube ich an Götter. Aber anders als viele andere. Ich bin der Meinung, dass es soetwas wie Götter gab und auch noch gibt. Aber alle gleichzeitig existieren. Allah und Gott sind in meiner Vorstellung die kinder der Alten Götter und versuchen eben das weiterzuführen, was die Alten getan haben. Die Menschen zu führen. Jeder seinen teil der Menschheit auf seine weise aber trotzdem miteinander da sie im grunde alle das gleiche von uns wollen wenn man den Schriften glauben darf.

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