Tief enttäuscht von tochter?

6 Antworten

Was mitunter hilft: schreibt ihr einen Brief. Einen Brief ohne Vorwürfe und ohne Schuldzuweisung. Einen Brief in dem ihr zum Ausdruck bringt, wie sehr ihr unter der derzeitigen Situation leidet. Das ihr jederzeit gesprächsbereit seid und ihr nichts unversucht lassen würdet, um eine Annäherung herbei zu führen. Schreibt ihr, dass ihr sie vermisst und die Kinder selbstverständlich auch. Dass sie gerne zu euch kommen kann zum reden und ihr natürlich auch den neuen Freund nicht ausschließen wollt. Sagt ihr aber auch, dass ihr nicht verstehen könnt was jetzt genau das Problem ist, da ihr in der Vergangenheit immer für sie und die Kinder da wart und sie nun plötzlich und für euch unverständlich, euch Vorwürfe macht.

Ein Brief hat den Vorteil, dass der Andere einem nicht gegenüber sitzt. Man kann seine Zeilen wieder und wieder lesen, umformulieren und dann absenden, wenn man mit dem Ergebnis wirklich zufrieden ist. In einem persönlichen Gespräch fallen schnell Worte die man hinterher bedauert, nicht zurück nehmen kann oder ergießt sich in Vorwürfen. Der Andere macht dicht und hört einfach nicht mehr zu. Damit erhärten sich die Fronten noch mehr.

Interessant wäre jetzt natürlich auch die andere Seite. Ihr vermutet einen Zusammenhang mit dem neuen Freund. Es kann aber durchaus sein, dass er ihr erst Mut gemacht hat Dinge auszusprechen, die sie bislang unausgesprochen ließ, weil sie wusste, sie ist auf euch angewiesen ist. Ihr solltet also auch selbstkritisch euer Verhalten beleuchten. Was könnte sie als "falsch" aufgenommen haben? Was hat sie gestört, obwohl ihr doch nur helfen wolltet. Vielleicht habt ihr "ehrliche" Freunde, die euch sagen könnten, womit die Tochter vielleicht auch nicht unrecht hat.

Habt ihr den neuen Freund mit offenen Armen aufgenommen oder eher vom Vater der Kinder geschwärmt? Habt ihr sie zwar unterstützt, aber ihr mit Worten immer wieder klar gemacht, wie sehr sie euch braucht? Hattet ihr die gleichen Erziehungsziele bei den Kindern wie sie?

Manche Großeltern neigen dazu die lieben Kleinen zu verhätscheln und arbeitet (unbewusst) gegen die Eltern anstatt mit den Eltern. Auch dies ist oft ein Streitpunkt. Auch wenn der Kindsvater oder ehemalige Freund / Mann auf ein Podest gestellt wird und man ja gar nicht verstehen kann, wie man den hat gehen lassen... Ihr wisst am Besten was in der Vergangenheit vorgefallen ist und was an dem ein oder anderen Vorwurf vielleicht dran sein könnte. Mut zur Selbstkritik ist etwas, was man hier nicht außer Acht lassen sollte. Ihr Verhalten ändert sich nicht aus dem Nichts heraus, weil der neue Freund der Meinung ist, ihr seid doofe Eltern (um es platt zu sagen).

Wenn alle Stricke reißen und es kommt zu keiner Annäherung, dann bleibt immer noch der Weg über das Familiengericht um den Umgang mit den Enkeln einzuklagen. Aber das sollte wirklich die allerletzte Option sein!

Wow das ist hart. Kann ich nicht verstehen. Vielleicht hilft es wenn Du mit deiner Tochter mal einen Kaffee an einem neutralem Ort trinkst und Sie fragst ob Ihr neuer Freund das nicht möchte das Ihr Kontakt habt. Ist natürlich nur ein sehr kleiner Schimmer aber ein Versuch wert.

Wenn das so einfach wäre, ich habe schon mehrfach versucht mit ihr vernünftig zu reden, aber es ist als wenn man ihr eine Gehirnwäsche verpasst hat.

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@Enomis567

Ja das hört sich so an sonst kann ich mir das nicht erklären. Ich wünsche Euch das Beste. Viellicht klärt sich das irgendwann. Seit stark!!!!!!!!

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@wfihsw

Dankeschön, ich weiß nicht mehr weiter.

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Vielleicht habt ihr eurer Tochter zu sehr unterstützt, zu sehr geholfen und ihr zu wenig Grenzen gesetzt. Ihr hattet Gutes im Sinn und habt aus Liebe gehandelt.

Vielleicht habt ihr aber auch aus Angst gehandelt und gehofft mit viel Aufmerksamkeit und Zuwendung, das Verhältnis zu verbessern, zu festigen.

Wenn man so handelt, geht man über seine eigenen Grenzen hinaus und macht mehr, als man normal tun würde. Das hat eure Tochter vielleicht gesehen und erkannt und auch aus diesem Grund den Respekt vor euch verloren.

Durch euer betteln, wird es auch nicht gerade besser. Und der Weg zu eurem Enkel, führt nun leider mal über die Tochter. Ein gutes Verhältnis zu eurer Tochter, führt zu einem guten Verhältnis zu eurem Enkel. Ein schlechtes Verhältnis zu eurer Tochter, führt zu einem schlechten Verhältnis zu eurem Enkel. Ihr könnte das nicht trennen.

Bevor ihr euch also über euren Enkel Gedanken macht, müsst ihr euch über eure Tochter Gedanken machen. Das Problem muss gelöst werden.

Wann habt ihr ihr das letzte Mal gesagt, das ihr SIE sehen wollt? Wenn ihr immer nur sagt, ihr wollt euren Enkel sehen, dann denkt sie vielleicht auch, dass sie euch egal ist. Normalerweise müsste sie ja wissen, dass sie euch nicht egal ist, nach allem was ihr, laut eigener Aussage getan habt.

Aber vielleicht sieht sie diese Hilfe nicht als Hilfe für sie persönlich, sondern als Hilfe für euren Enkel. Ihr habt ihr geholfen, wolltet aber im Grunde eurem Enkel helfen. Von dem her kann es sein, dass sie sich trotz all der Hilfe und Unterstützung ungeliebt fühlt.

Ich rate euch: Sucht euch Hilfe und Unterstützung bei einer Familienberatungsstelle. In meinen Augen sitzt das Problem sehr tief, das bekommt ihr alleine nicht gelöst.

.....sehr gute Antwort

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Leider ist es schwierig das ganze Verhältnis hier aufzuschreiben. Sicher haben wir alles getan, aber auch schon bevor die Enkel da waren und sie hat mit vollen Händen und gerne genommen. Wir haben sie nie gezwungen irgendwas zu tun oder zu lassen. Sie und ich hatten ein vertrauliches Verhältnis zueinander, sie hat mir fast alles erzählt und ich ihr auch. Und es geht mir nicht nur um die Enkel, ich versuche einen guten Kontakt zu ihr zu halten. Aber es ist als wen man ihr eine Gehirnwäsche verpasst hat.

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@Enomis567

Deshalb: Geht zu einer Beratungsstelle und sprecht mit einem Psychologen oder Therapeuten. Man muss die ganze Geschichte kennen. Das würde hier den Rahmen sprengen. Das Verhältnis zu eurer Tochter muss erst Mal wieder stimmen, aber das ist ein Prozess. Der wird dauern. Und es ist besser, wenn ihr euch dazu Hilfe holt.

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Du musst die Sache bereinigen. Am besten ladest du sie mal zum Tee/Kaffee ein und ihr setzt euch hin. Sag, dass du sie liebst und gerne verstehen möchtest warum sie so distanziert ist. Mache ihr klar, dass man nie weiß wann sich Menschen aus deinem/ihrem leben verabschieden (also sterben). Vllt wird sie dann vernünftiger.

Mach ihr klar dass jeder Fehler macht und dass wenn du (als Mutter) irgendwas gemacht hast, was sie vllt verletzt hat, dass du es so nicht wolltest und dass es dir leid tut. Sie muss verstehen, dass manchmal streit entsteht, aber auch versöhnung am Ende stehen muss (Vor allem mit den Eltern). Außerdem sehe ich jetzt nichts großes - keine gewaltigen Probleme so wie du es schilderst.

Viel Erfolg

Danke für deinen Rat, aber das Problem ist das wir gar nicht mehr mit ihr reden können.

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@Enomis567

Brief schicken? Oder irgendwie persönlich antreffen irgendwo?

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@Matti309

Wir sehen uns mehr oder weniger regelmäßig, sie ist unsere Nachbarin.

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@Enomis567

na also, irgendwie geht das schon. Was meinst du, hat deine Tochter auch eine warmherzige , versöhnende und vernünftige seite an sich. Oder ist sie nur kalt und stur?

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@Matti309

Im Moment ist sie nur stur und gibt uns das Gefühl nur lästig zu sein.

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Hi Enomis,

das ist natürlich eine schwere Prüfung für Euch!

Ist es möglich, dass der neue Freund Eure Tochter im negativen Sinn beeinflusst? Oder ist sie durch den neuen Freund so "selbstbewusst" geworden, dass sie Euch "endlich mal die Wahrheit" sagen kann?

Erfahrungsgemäß liegt die Wahrheit immer in der Mitte; vielleicht ward Ihr tatsächlich zu fordernd und anspruchsvoll und habt der Tochter nicht die Freiheit gegönnt, die sie meint, haben zu müssen?

Ich weiss, dass sind nur Spekulationen. Hilfreich könnte ein "Vermittler/in" sein. Mit Hilfe eines/r Familientherapeuten/in könnt Ihr vielleicht ins Gespräch kommen; die gibt es in jeder Stadt oder Ihr fragt bei der Telefonseelsorge mal nach einer Adresse.

Jedenfalls solltet Ihr Eure Tochter nicht Eure "tiefe Enttäuschung" merken lassen, Dankbarkeit kann man trotz Eures Engagements von Kindern nie erwarten.

Viel Erfolg wünscht

synapse

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Eigentlich war es genau andersherum, sie hat gefordert und wir haben gemacht. Ich habe mich schon damit abgefunden zu ihr keinen Zugang mehr zu finden. Wir möchten einfach nur einen regelmäßigen Umgang mit unseren Enkel. Das Problem ist das diese auch unter der Situation leiden und sich mehr Kontakt zu uns wünschen.

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