Süßes über den Tag verteilt essen oder alles aufeinmal?

3 Antworten

Solche Empfehlungen wie der "komplett auf Zucker verzichten", sind entweder als unseriös einzustufen oder sie gehören meiner Meinung nach ganz klar in die spiritistische Ecke. Wenn der Körper den Zucker nicht über die Nahrung bekommt, muss er erst einmal lernen klar zu kommen, dass langkettige Zuckermoleküle nur sehr langsam und tröpfchenweise ins Blut übergehen oder er wird gezwungen, zuvor gespeicherte Glukose aus der Muskulatur wieder zurückzunehmen. Denn unser Gehirn und andere Organe benötigen vor allem Glukose, auch Traubenzucker genannt, um gut funktionieren zu können. Die Einnahme von Traubenzucker liefert also schnelle Energie an den Körper und kann kurzfristig auch eine Steigerung der Konzentrationsfähigkeit herbeiführen. Aber wenn natürlich ständig über Bedarf genascht wird, wäre eine Kalorienreduktion schon vonnöten und sie wäre oftmals auch leichter erreichbar als man das vielleicht gemeinhin glaubt, beispielsweise indem man die Lust zu Naschen einfach mit einer Kanne nur leicht gezuckertem Tee auslöscht. Wenn aber dann die Wahl permanent bevorzugt nur auf Süßigkeiten wie Kekse, Schokolade oder Nougatcreme fällt, stellt sich mir schon die Frage: Ist denn nichts anderes im Haus? Schokolade ist natürlich eine Kalorienbombe, weil sie zu 30 Prozent aus Fett besteht. Aber warum sollte man im Gegenzug dafür ausgerechnet auf frisches Obst verzichten, das dem Körper doch wertvolle Vitamine und Spurenelemente liefert, die er zum Leben benötigt. Aber gerne kannst Du nach Lust und Laune Deine Lieblingsfrüchte auswählen, denn kaum eine Sorte hat mehr als 70 Kalorien pro 100 Gramm. Einzige Regel die Du vielleicht dabei befolgen könntest: Esse die Sorten mit viel Zucker morgens, zuckerarme Früchte dagegen abends. Datteln, Trauben und Bananen zum Beispiel geben Deinem Frühstück viel neue Energie. Beeren, Melone und Papaya dagegen erhöhen abends Deinen Insulinspiegel nicht zu sehr, sodass die Fettverbrennung weiterlaufen kann.

Klar, man kann alles schaffen wenn man nur will und wenn man ganz fest daran glaubt. Und es gibt tatsächlich Untersuchungen über den positiven Effekt von Intervallkuren beispielsweise. Aber wenn wir einmal davon ausgehen würden, dass Kuren eigentlich vielmehr in die Hände von Profis gehören, wird vielleicht dem einen oder anderen klar werden, was es bedeutet richtig und individuell zu konditionieren. Der Zucker wird heute gerne von vielen zum alleinigen Sündenbock gestempelt. Aber ist das wirklich gerechtfertigt? Es konnte entgegen aller Vermutungen nie bewiesen werden, dass Zucker für die Entstehung von Diabetes verantwortlich wäre, noch dass Zucker abhängig machen würde und auch nicht, dass sich Zucker in etwa negativ auf das Lernverhalten von Kindern auswirken würde – die Datenlage spricht gegen all diese Vermutungen. Zucker ist keine Droge im Sinne von Nikotin, Alkohol, Heroin… etc., sondern ein Rohstoff, wie er in jeder Lebendpflanze und in jedem Lebendorganismus, auf natürliche Weise vorkommt. Und um die Frage zu beantworten, ob es genügt, einfach auf Zucker zu verzichten und diesen durch etwas anderes zu ersetzen, ist zu berücksichtigen: So viel Kalorien hat Zucker in Wirklichkeit gar nicht, nämlich nur etwa halb so viel wie Fett. Und ganz im Gegensatz dazu: Ganz ohne Zucker läuft gar nichts! Zur rechten Zeit und richtig dosiert, ist Zucker nicht gesundheitsschädlich! Generell ist es ja keine schlechte Idee, den Konsum von Süßem einzuschränken. Doch man sollte nicht erwarten, dass die Pfunde purzeln, indem man beispielsweise einfach nur Zucker durch Süßstoff ersetzt. Wenn Du Deinen Körperfettanteil reduzieren möchtest, dann am besten durch eine kalorienreduzierte Ernährung und genügend Bewegung. Und wer kann behaupten, dass man zur Kalorienreduktion komplett auf Zucker verzichten müsste.

Danke erstmal für die sehr umfangreiche Antwort.

Ich selbst bin eher zu schlank(noch im Normalbereich, aber in Richtung zu dünn). Für mich würde es kein Problem sein auch gerne viel mehr Kalorien zu mir zu nehmen, als eigentlich notwendig. Obst esse ich eigentlich so oft ich will und kann, nur bei industriellem Süßzeug passe ich auf. Deswegen auch die Frage.

Durchschnittlich bin ich vielleicht bei 10-15g industriellem Zucker täglich(nur über feste Nahrung, sonst wird nur Wasser getrunken).

Denkst du, dass man auch darauf achten sollte, was für Süßzeug man isst ?

Ich persönlich würde sagen, dass das auch nochmal einen Unterschied macht. Es gibt Süßzeug als Chemiebomben und das versuche ich ebenfalls zu vermeiden. Eine Lindt-Schokolade zum Beispiel hat auch verhältnismäßig viel Zucker, aber die Zutatenliste ist wesentlich kürzer, als bei anderem Süßzeug. Da hat man den Zucker, Kakaobestandteile, Milchbestandteile und einen Emulgator und das war er meist schon.

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@Kingworld

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Mit meiner Antwort, wollte ich vor allem zum Ausdruck bringen, dass dem Zucker heute ganz allgemein zu große Bedeutung beigemessen wird. Weil die ganze Rechnerei bringt doch nichts und kann auch keinen Spaß machen! Ich würde sogar soweit gehen um zu sagen: Kleinere Fehler bei der Ernährung müssen auch hin und wieder mal erlaubt sein, gerade wenn sie dem Genuss dienen. Natürlich ist es keine schlechte Idee, den Zucker zu reduzieren, aber warum sollte man dann ausgerechnet auf frisches Obst verzichten, das der Mensch zum Leben benötigt. Andererseits gibt es da auch einen ganz individuellen Energiebedarf, der von vielen anderen Faktoren wie Leistung, Alter, Geschlecht, Körpergewicht- und Größe abhängig ist und mitbestimmt wird. Aber wenn wir mal einfach davon ausgehen, dass der normale Appetit auf gesundes Essen nach der Aufnahme von Zucker herabgesetzt wird, könnte ein regelmäßiges oder über die Maßen gebührendes Naschen, auf Dauer sogar in eine Mangelernährung führen. Die Lebensmittelpyramide bildet ab, wie gesunde Ernährung aussieht: Acht Lebensmittelgruppen sind auf sechs Ebenen verteilt. Dabei gilt, was weiter unten steht, kann in größeren Mengen verzehrt werden und je höher die Ebene, desto geringer werden die Mengen. Die Basis der Pyramide bilden Getränke. An zweiter und dritter Stelle folgen die pflanzlichen Lebensmittel, also Obst und Gemüse sowie Getreide und Getreideprodukte – diese dürfen in größeren Mengen gegessen werden. Also so ganz egal ist es nicht was wir essen, aber das Essen kann nicht nur in einer einzigen Disziplin bestehen. Wir sollten besser unsere Aufmerksamkeit wieder mehr den wesentlichen Dingen des Lebens zuwenden.

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@Kingworld

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Und den Unterschied, ob bestimmte Nahrungsmittel, Fertiggerichte, Obst oder Gemüse wirklich gesund sind oder nicht, macht auch nicht der Zucker als solcher. Wenn Du bei zu hohem Konsum von Speiseeis, Schokolade oder Energiedrinks in etwa, gesundheitliche Probleme bekommst, dann liegt das eben selten primär am Zuckergehalt, sondern oftmals an anderen Zutaten bzw. Inhaltsstoffen, die in einem Nahrungs- oder Genussmittel, entweder natürlich enthalten sind oder extra zugesetzt werden. 

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Auf jedenfall macht das einen unterschied.

Isst du kleinere Mengen Süssigkeiten über den Tag verteilt, steigt der Insulinspiegel nicht sooooo hoch an, als wenn du alles auf einmal essen würdest, und der Blutzuckerwert ist nicht zuuuu hoch.

Woher ich das weiß:Hobby – Hobbys seit Jahren: Ernährung/Krafttraining/Cardio/Yoga

Man sollte sämtliche Nährstoffe über den verteilt zu sich nehmen. Zucker, Fette, Salze etc.

Kippst du alles auf einmal rein, ist der Körper überfordert. Wenn er regelmäßig mit Nahrung versorgt wird, hat er immer die Nährstoffe die er braucht.

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