Studium als Religionslehrer rk. sinnvoll?

...komplette Frage anzeigen

9 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wenn man hauptberuflich Lehrer wird, hat man in aller Regel ja mindestens zwei Fächer. Wenn eines davon Religionslehre ist und das andere etwas "stabiles" sehe ich da wenig Probleme.

Allerdings: Der Religionsunterricht ist in einigen Bundesländern bereits abgeschafft und beim aktuellen Trend würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen, dass das in den nächsten 40 Jahren nicht auch in anderen Ländern passiert. Was dann mit den Religionslehrern passiert - ob sie zb zu "Werte und Normen"-Lehrern "umgeschult" werden, kann niemand vorhersehen.

Wenn man mal davon ausgeht, dass die "großen politischen Verhältnisse" stabil bleiben, kommt die persönliche Abhängigkeit von der "Missio" der Kirche hinzu. Das bedeutet: Wenn irgendwann im Berufsleben Entscheidungen fallen, die mit der kirchlichen Lehre nicht vereinbar sind, kann das zum Verlust der Lehrerlaubnis führen.

Was vielleicht ganz interessant ist, ist der Fernkurs Theologie aus Würzburg: Mit ihm ist es auch möglich, Religionslehrer zu werden (soweit ich weiß ist das weitgehend anerkannt, allerdings nicht fürs Gymnasiallehramt): Das sollte man einerseits für die eigene Ausbildung im Hinterkopf behalten, andererseits aber auch im Hinblick auf die "Konkurrenz", die einem durch solche Absolventen vielleicht entsteht.

Das sind die drei Punkte, die ich bedenken würde. (Wie gesagt: Der dritte ist nur zum Teil ein Gegenpunkt, zum Teil aber auch eine mögliche Alternative.) Für die persönliche Reifung ist ein Theologiestudium mit seinen sprachlichen, philosophischen, geschichtlichen, soziologischen etc Anteilen sicher sehr wertvoll und kann für den eigenen Glauben sicherlich harte Prüfungen bereithalten, an denen dieser wachsen und reifen kann.

Danke für die Zeit, ich kann alles gut nachvollziehen. 

Bundesland ist übrigens Bayern (wahrscheinlich noch das unkritischste Bundesland)
Erstfach ist Pflege und Gesundheitswissenschaften. :)

0
@Sockendiebin94

Auch für Bayern würde ich keine 40jährige Prognose abgeben (immerhin ist die "grüne Gefahr" schon beim Nachbarn angekommen ;) ), aber es stimmt schon, dass es da noch relativ unkritisch ist. Dafür ist halt die Verstrickung mit der Missio dort noch stärker (bei anderen Bundesländern könnte ich mir durchaus vorstellen, dass die den Kirchen schneller das Mitspracherecht bei der Auswahl der Lehrer entziehen.

Ich hoffe, in meinem letzten Absatz ist klargeworden, dass ich niemandem vom Theologiestudium abraten würde. Es sollte nur wirtschaftlich nicht das einzige Pferd sein, auf das man setzt. Gerade durch die wissenschaftliche Auseinandersetzung können die eigenen Glaubensansichten auch so infrage gestellt werden, dass sie mit den kirchlichen Aussagen kollidieren oder auch das chrisltiche Weltbild als Ganzes ins Wanken gerät. Und wenn das passiert, ist es besser, wenn man nicht davon abhängig ist ;)

0

Das ist z.B. in NRW kein Mangelfach ! Dürfte aber wohl eines der stressfreiesten Fächer überhaupt sein und das Salär der Beamten im Höheren Dienst ist auch nicht zu verachten + Schulfereien. Was will man mehr, werden sich viele sagen.

Also dann, Ostern und Herbst stets in die Karibik ! Lass die andern doch das Bruttosozialprodukt erwirtschaften !

Welchen Sinn soll es machen, antiken Aberglauben zu unterrichten?

Die Menschheit löst sich (zumindest hierzulande) zunehmend von den Religionen, was so einen Beruf wie Religionslehrer in Zukunft noch überflüssiger machen könnte, als er eh schon ist.

Ich würde mir außerdem mit der Motivation schwer tun ein Fach zu unterrichten, das für fast alle Schüler mehr eine Ruhepause ist, weil eh nichts Wichtiges erzählt wird.

Ethik wäre die interessantere Alternative, da man in diesem Fach nicht an den imaginären Freund der Christen gebunden ist.

Was möchtest Du wissen?