Steuerrückerstattung bei Heirat?

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6 Antworten

Man bekommt nicht nachräglich eine Steuerklasse für das Jahr, sondern man gibt eine gemeinsame Steuererklärung ab und die Steuer wird für das ganze Jahr nach dem Splittingtarif berechnet. 

Egal, ob man die Steuerklassen nach der Heirat gewechselt hat, oder beide bei I bleiben, was der Steuerklasse IV für verheiratete entspricht.

Je weiter die Jahresgehälter von einander entfernt sind, destao höher die Erstattung.

Würden bei exakt das gleiche Jahresgehalt haben, gäbe es trotz Heirat keine Erstattung, oder besser nur dann, wenn es spezielle Abzugsbeträge gäbe.

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Nö.... Die Änderung der Steuerklasse wirkt sich nicht rückwirkend aus.
Der Vorteil ergibt sich evtl. durch die Zusammenveranlagung bei der Steuererklärung, aber auch nur dann, wenn die zu versteuernden Einkommen beider Ehepartner nicht annähernd gleich sind.

Je größer der Unterschied beider zu versteuernder Einkommen, umso größer die Erstattung im Jahr der Eheschließung. Nach Umstellung der Steuerklassen ist ein Teil der Angleichung bereits von den beiden Arbeitgebern berücksichtigt.
Der Ehepartner der ein merklich höheres Einkommen hat, kann in die StKl 3 wechseln und zahlt fortan etwas weniger EkSt. Zwangsläufig wechselt der Partner dann auch die Steuerklasse und zahlt fortan deutlich mehr Einkommenststeuer.

Als unverheirateter unterliegt man zwangsläufig der Grundtabelle der Einkommenststeuer. Als Ehepaar kann die Splittingtabelle auf Antrag (das Kreuz bei Einzel- oder Zusammenveranlagung auf dem Mantelbogen der Steuererklärung) für das Gesamteinkommen beider Ehepartner zugrundegelegt werden.
Die Voranstehenden Einkommensgrenzen sind bei der Splittingtabelle genau doppelt so hoch wie bei der Grundtabelle.
Jedes Steuerprogramm und auch das Finanzamt führt nach Eingang der Einkommenssteuererklärung eine Günstigerprüfung durch, ob für die Ehepartner die Grund- oder die Splittingtabelle angewandt werden muss.

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Es ist vollkommen wurscht welche Lohnsteuerklassen man wählt.

Das Jahr der Eheschliessung zählt komplett als Ehejahr, egal ob die Hochzeit im Januar oder im Dezember war. Und selbstverständlich macht man auch so die Lohnsteuererklärung für das Jahr der Hochzeit.

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Steuerklassen haben keinen Einfluss auf die Steuerlast.

Entscheidend ist bei Ehegatten die gemeinsame Veranlagung. Ehegatten werden stets so gestellt, als hätte jeder die Hälfte des gemeinsamen Einkommens erwirtschaftet.

Daher ergibt sich i.d.R., wenn Ehepartner unterschiedlich hohe Einkommen haben, eine geringe Steuerlast, als bei Einzelveranlagung.

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die Steuerklasse spielt keine Rolle, die man nimmt, aber es ist richtig, dass man beim Steuerjahresausgleich ein Ehegattensplitting für das ganze Jahr machen kann, in dem man geheiratet hat,auch wenn man erst Ende Dezember heiratet.

Das bringt aber nur viel, wenn beide Ehepartner stark unterschiedlich verdienen. Verdienen sie ähnlich, bringt das Splitting nicht viel.

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Ja, das ist möglich. Man muss dann "zusammen veranlagen" und bekommt meist eine Menge Geld zurück.

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RudiRatlos67 02.05.2016, 15:29

Na das ist aber reichlich pauschal geantwortet.

Wenn beide annähernd das ghleiche verdient haben, ist es ziemlich Essig mit der Rückerstattung, in dem fall gibt es nicht viel mehr zurück als in den Vorjahren.

Ein merklicher Steuervorteil ergibt sich nur wenn die zu versteuernden Einkomen im Jahr der Eheschließung oder auch später sehr unterschiedlich sind oder waren.

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lordy20 02.05.2016, 15:33
@RudiRatlos67

Bei einer Heirat ändern sich die Steuerklassen und sind dann besser als vorher.
Steuerklasse 1, was Ledige haben, bedeutet mehr Steuern als z.B. Steuerklasse 3 und 5 beim Ehepartner (oder 4 & 4).
Demnach gibt es auch Geld zurück. Kenne kein Ehepaar, bei dem es nicht so gewesen wäre.

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wurzlsepp668 02.05.2016, 15:45
@lordy20

lordy: dir ist schon klar, dass rudiratlos Steuerberater ist?

und dummerweise ist der Steuerabzug bei Steuerklasse 1 und 4 auf den Cent genau gleich hoch .... da es sich im Prinzip um die gleiche Lohnsteuerklasse handelt .....

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lordy20 02.05.2016, 15:58
@wurzlsepp668

Nein, woher soll ich das wissen?
Das hat aber nichts zu sagen. Macht ja keinen zu Mr. Allmächtig :-)

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RudiRatlos67 02.05.2016, 15:59
@wurzlsepp668

Oh, danke für die Blumen....
nein, ich bin kein Steuerberater, aber ich bin Betriebswirt für Finanzen und sollte das Steuerrecht annähernd so gut wie ein Steuerberater beherrschen.

Jezt mein eigentlicher Kommentar an Lordy gerichtet.....

Es ist schnurzpiepegal welche Steuerklasse gewählt wird (sofern man denn die Wahl hat)
die Steuerklasse ist nur eine Schätzung wie hoch der Einkommenssteuersatz sein könnte und danach richtet dich der vom Arbeitgeber zu überweisende Steueranteil des Einkommens, nicht mehr und nicht weniger. Am Ende eines jeden Jahres ist es absolut unerheblich welche Steuerklasse jemand im vergangenen Jahr hatte.
Bei der Steuerklärung wird ermittelt wie hoch das zu versteuernde Einkommen des vergangenen JAhres war, wie hoch dei bereits bezahlten Einkommenststeuern waren, welche Teile des Einkommens nicht versteuert werden dürfen. Daraus lässt sich die tatsächlich zu zahlende Einkommenssteuer ermittlen. Die differenz zwischen bereits gezahlt und zu zahlende Einkommenststeuer wird erstattet oder muss nachträglich entrichtet werden.

So einfach ist das

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wurzlsepp668 02.05.2016, 16:00
@lordy20

aber seine Antwort auf Deine Antwort richtiger ......

denn Deine Antwort ist teilweise falsch ...

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RudiRatlos67 02.05.2016, 16:11
@RudiRatlos67


Steuerklasse 1, was Ledige haben, bedeutet mehr Steuern als z.B. Steuerklasse 3 und 5 beim Ehepartner (oder 4 & 4).


hatte schon erklärt das das nix zu sagen hat.....
aber nun wird es interessant:


Demnach gibt es auch Geld zurück. Kenne kein Ehepaar, bei dem es nicht so gewesen wäre.


Da stimme ich Dir weitestgehend zu.....
Der Grund ist allerdings ein anderer als von Dir vermutet und betrifft unverheiratete genauso wie Ehegemeinschaften:

Durch die vom Arbitgerber zu entrichtenden Steuern ergibt sich gewollt in den meisten Fällen eine Überzahlung der Einkommenststeuern. Solange das Finanzamt die Vermutung hat, mindestens genug Steuern vom jeweiligen Arbeitnehmer erhalten zu haben, verhält sich das FA ruhig.
Sobald der Eindruck entsteht, das evtl. zuwenig Steuern bezahlt worden sind, ist das FA zur stelle und fordert für die betreffenden Jahre eine Einkommenssteuererklärung vom Steuerpflichtigen.

Die Art und Weise scheint gewollt und spült dem Finanzamt jahr für jahr unberechtigte Milliarden in die Kassen, von denen die zwar zuviel EkSt zahlen, aber nie eine EkSt Erklärung abgegeben haben.

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