Sollte der Staat in die Verteilung von Vermögen eingreifen?

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11 Antworten

Das tut er doch schon jeden Tag. 

Wer viel verdient, zahlt einen höheren Einkommenssteuersatz. Auf Grundbesitz wird Grundsteuer fällig. Auf große Erbschaften wird Erbschaftssteuer fällig.

Grundsätzlich halte ich staatliche Umverteilung immer für problematisch, sie ist aber an bestimmten Punkten unerlässlich. Daher sollte sie so gering wie möglich gehalten werden.

Staatliche Umverteilung macht aus meiner Sicht lediglich im Bereich der Bedürftigkeit Sinn. Soll heissen: Wer aus eigener Kraft nicht in der Lage ist, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, dem muss der Staat aus Steuermitteln, die von den wohlhabenderen Bürgern erhoben werden, helfen. 

Staatliche Gleichmacherei würde letztlich das Leistungsprinzip ausser Kraft setzen. Wenn sich Leistung nicht mehr lohnt, wird sie auch nicht erbracht. Das hört sich unsozial an, ist aber so. 

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Kommentar von voayager
04.09.2016, 17:28

Nun sei mal nicht so fürchterlich banal!

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Das tut er doch ständig, immer schön hin und her, und natürlich jedes mal verbunden mit einem fetten Anteil für sich selbst. Das ist eine Grundbedingung für die Selbsterhaltung des Staates bzw. derer, die "Staat" sagen, aber selbst die Schalthebel sind.

Die Problemlösung besteht deshalb nicht daran, das Verhalten des Staates zu ändern, sondern darin, sich stets in die Schlange derer einzureichen, zu denen ein Teil des Geldes dann hinfließt.

Alternativ zu "Staat" gibt es auch noch als völlig anderes Denkmodell die Ethik. Aber die ist ziemlich angekratzt, weil inzwischen auch dabei der Staat bestimmt, was als Ethik anerkannt werden soll und was nicht.

Eine weitere Alternative wäre, daß einfach einmal alle geschlossen das tun, was richtig wäre. Doch das wird schon seit Urzeiten von einzelnen Gruppen erfolglos versucht, ohne daß jemals die Erkenntnis dazu gekommen ist, daß so etwas unter Menschen vermutlich nicht möglich ist, weil jeder immer nur seine eigene "RIchtigkeit" im Kopf hat.

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Kommentar von Iflar
04.09.2016, 18:05

Alternativ zu "Staat" gibt es auch noch als völlig anderes Denkmodell die Ethik. 

Was soll das heißen? 

Kannst du das sprachlich präzise und differenziert so erklären, dass auch jemand außerhalb deines Gehirns das verstehen kann?

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Ich meine, ja es sollte, und wegen mir durchaus massiv.

Warum ?

1. natürlich weil wir Menschen eigentlich die natürliche Auslese und das Recht des stärkeren eigentlich hinter uns gelassen haben sollten ( interessant ist ja z.B. , dass wir es in wirtschaftlichen Dingen völlig normal finden, dass der stärkere den schwächeren nach Belieben ausbeutet, wenn aber einer mit mehr Muckis einen Schwächling totprügelt ist helle Aufregung ).

2. Das Leben besteht fast ausscließlich auch Zufällen, also Glück und Pech. Die können garnicht gleich verteilt sein, sondern folgen der Gauß'schnen Normalverteilung. Wenn man das ausgleichen will, muss man von "viel Glück" zu "wenig Glück" umverteilen.

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Kommentar von lesterb42
05.09.2016, 17:43

Und du meinst der Staat mit seinen Beamten macht das richtig?

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Kommentar von Interesierter
06.09.2016, 12:16

Ich bin der Meinung, du hast zwei grundsätzliche Fehler in deinen Annahmen:

1. Du gehst davon aus, dass der Stärkere den Schwächeren ausbeutet. Das ist aber in der Regel nicht der Fall. Wenn ein Arbeiter (Schwächerer) für einen Arbeitgeber (Stärkerer) arbeitet und dafür Lohn bekommt, mit dem der Arbeitnehmer seinen Lebensunterhalt finanzieren kann, dann haben wir doch keine Ausbeutung sondern eine win-win-Situation, aus der beide profitieren.

2. Das Leben und der Erfolg im Leben besteht nicht überwiegend aus Zufällen. Er besteht vielmehr aus der Fähigkeit, Zufälle zu nutzen. Oder wie Louis Pasteur gesagt hatte: "Veränderungen begünstigen nur den, der darauf vorbereitet ist."

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Sollte der Staat in die Verteilung von Vermögen eingreifen?

Das ist nicht die Frage, denn das tut er so wie so ganz massiv. Ein ganz wichtiger Hebel ist z.B. die Steuergesetzgebung. Aber die Umverteilung von unten nach oben geschieht praktisch überall. Die deutschen Gesetze bestehen aus Abermillionen Zeilen Rechtstext und fast alle dieser Gesetze tragen auf die ein oder andere Art zu diesem Ziel bei.

Den Erfolg dieser Umverteilungsmechanismen zu Gunsten reicher Schichten kann man auch messen. https://de.wikipedia.org/wiki/Vermögensverteilung\_in\_Deutschland

Die Frage ist also nicht ob er "sollte" und auch nicht "ob" sondern in welche Richtung.

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Kommentar von Philippus1990
04.09.2016, 17:06

Umverteilung von unten nach oben? Es läuft genau umgekehrt. Wie soll von jemandem, der nichts hat, etwas umverteilt werden?

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Der bürgerliche Staat ist nicht dazu da, in die ungleiche Vermögenverteilung einzugreifen, andernfalls gäbe es ihn erst garnicht. Schließlich ist der bürgerliche Staat der ideelle Gesamtkapitalist und nix anderes.

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Kommentar von ThomasNiemt
04.09.2016, 17:43

Ist das alles, was Dir dazu einfällt? Sagenhaft! :))

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Sollte der Staat in die Verteilung von Vermögen eingreifen?

Das ist das wichtigste, wirtschaftspolitische Ziel eines gesunden Staates!

Staaten, in denen Vermögen weniger oder (fast) gar nicht reguliert werden, sind fast ausnahmslos jene mit den unglücklichsten Menschen und den höchsten Kriminalitätsraten. 

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Es läuft wie folgt ab: Erst sagt man, dass ein Staat nötig sei, um sich gemeinschaftlichen Belangen wie Sicherheit, Infrastruktur und Bildung zu widmen. Dann sollen die Behinderten, Alten und Arbeitslosen finanziell unterstützt werden. Später fördert der Staat die Kultur und bestimmte Wirtschaftszweige wie die Solarindustrie oder die Kohleindustrie.

Für Programme gegen Alkoholmissbrauch, gegen "Rechts" und anderes Unerwünschte gibt es schließlich ebenfalls Staatsknete. Es entsteht ein riesiges Umverteilungssystem von dem jeder möglichst viel ausgezahlt bekommen will. Und die Politiker übertreffen sich zwecks Wählermaximierung im Versprechen von weiteren sozialen Wohltaten - bis zum Staatsbankrott. Dann ist jedoch allen ganz klar, wer Schuld war: Der enthemmte Turbo-Kapitalismus.

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Mit welchem Recht sollte er das tun? 

Und warum? Wenn einer 40 Stunden arbeitet und sich über ein Jahr ein Vermögen von 1000 Euro anspart, soll er dann am Ende des Jahres 500 Euro an den abgeben, der nur 30 Stunden gearbeitet hat und es auf kein Erspartes gebracht hat?

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Kommentar von voayager
04.09.2016, 17:29

mehr fällt dir also nicht dazu ein - sagenhaft!

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Kommentar von lesterb42
05.09.2016, 17:46

Ich denke, da wird es Freibeträge geben.

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Was verstehst Du unter ungleiche Verteilung von Vermögen.....jedes Vermögen muss überwiegend zuerst von jemandem erarbeitet werden... (Glücklich ist wer es erbt)

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Kommentar von Iflar
04.09.2016, 17:55

jedes Vermögen muss überwiegend zuerst von jemandem erarbeitet werden

Entweder hast du den Finanzkapitalismus nicht verstanden oder einen echt zynischen Humor...

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Ja, sollte er.

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Nein. Wir leben eben im Kapitalismus, auch wenn wir es nicht hören wollen. Kommunistische Regierungen sind real nie erfolgreich gewesen.
Der Staat sollte für möglichst große Chancengleichheit sorgen, dann wäre es immerhin fairer Kapitalismus, jedoch ist das nicht wirklich realistisch. Eine theoretische Umverteilung wäre nicht wirklich fair, da man ja argumentieren könnte, dass das Geld eigenständig verdient wurde.

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Kommentar von DreiGegengifts
04.09.2016, 17:26

Wir leben eben im Kapitalismus

Die Aussage ist obsolet. Denn Kapitalismus ist kein genauer definierter Begriff. Historisch wird damit eine Epoche bezeichnet, die  scheiterte. Unter Kapitalismus versteht man aber auch Prinzipien der Marktwirtschaft oder auch der sozialen Marktwirtschaft. Beide haben wenig mit ersterem zu tun

Der Staat sollte für möglichst große Chancengleichheit sorgen, dann wäre es immerhin fairer Kapitalismus, jedoch ist das nicht wirklich realistisch. Eine theoretische Umverteilung wäre nicht wirklich fair, da man ja argumentieren könnte, dass das Geld eigenständig verdient wurde

Also noch mal zusammengefasst: Der Kapitalismus ist im Grunde unfair. Also sollte man umverteilen, aber das ist unfair.

Darüber würde ich erst mal noch ein bisschen nachdenken. Das macht so unmittelbar keinen großen Sinn^^

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Kommentar von voayager
04.09.2016, 17:31

so-so, es wurde also eigenständig verdient

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