Soll ich meine Mutter noch im Altenheim besuchen, obwohl sie mich nicht erkennt?

19 Antworten

Obwohl die Frage schon älter ist folgendes:

jeder, der in der von dir geschilderten Lage ist, sollte seine/n Angehörige/n hin und wieder besuchen. Niemand weiß, was er/sie noch mitbekommt.

Gegen Ende des Lebens möchten viele ihre unerledigten Angelegenheiten ins Reine bringen - das ist durch eine Demenz meist ausgeschlossen. Möglicherweise spürt aber das Unterbewußtsein, dass der/die Menschen, denen man vergeben sollte oder die einem vergeben sollten, anwesend und wohlwollend da sind. Das erleichtert das den Abschied und das Gehen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Deine Mama hat wohl Demenz. Bitte lass sie nun nicht im Stich. Für die erkrankten muss das sehr schlimm sein, wenn sie anfangen, alles zu vergessen. Es kam letzte Woche erst ein Bericht darüber im RTL. 

http://www.rtl.de/cms/das-jenke-experiment-jenke-von-wilmsdorff-erfaehrt-demenz-am-eigenen-koerper-4005174.html

Geh einfach drauf ein, was deine Mama sagt. Man soll sich wohl nicht dagegen wehren, sondern besser bestätigen "Ja, ich komme jetzt auch manchmal und heiße (dein Name)".

Du solltest dir einen Gesprächskreis mit demezerkrankten Familienangehörigen suchen, so lernst du, besser damit umzugehen. 

Deine Mama wird dir wohl nach und nach immer fremder. So kannst du vielleicht am Ende leichter los lassen, weil es irgendwann für sie eine Erlösung sein wird. Aber bis dahin steh ihr bei, es ist deine Mama.

Stell dir bitte folgendes vor: Deine Mutter ist kerngesund, während du durch einen Schlaganfall oder ein Aneurysma die Fähigkeit verlierst, deine Angehörigen wieder zu erkennen. Nun stell dir bitte vor, alle deine Lieben würden daraus die Konsequenz ziehen, dich nie wieder zu besuchen und dich komplett der Pflege und Fürsorge fremder Menschen zu überlassen. Einem normal empathischen Menschen müsste dieser Gedanken ungleich größeren Schmerz verursachen als die Tatsache, dass deine Mutter dich nicht mehr erkennen kann. Wenn ich an deiner Stelle wäre, würde ich meine Mutter bis an ihr Lebensende begleiten und versuchen, ihr jeden Tag ein bisschen schöner zu machen, wen auch immer sie dabei in mir sehen würde. Wenn sie mich für eine Pflegerin hielte, bitte. Wenn sie plötzlich glaubt, ich sei jemand, den sie seit 50 Jahren nicht gesehen hat, auch gut. Ich würde einfach nur für sie da sein wollen, bis ihre Zeit zu Ende geht.

Kommt drauf an wie du damit zurecht kommst. Mich würde es traurig machen, sie in so einer Situation allein zu lassen. Ich kenn so eine Situation nicht persönlich sondern nur aus Filmen, wo man es auch öfters sieht. Diejenigen gehen auch zu ihren Eltern und reden normal mit ihr, einfach nur um bei ihnen zu sein.

Sonst rede mal mit einem Arzt. Vielleicht hilft es wenn du immer wieder erwähnst das du ihr Kind bist. Ich weiss ja nicht in wie weit sie krank ist. Vielleicht kommt die Erinnerung zurück. Und wenn nicht dann spiel mit und sag z.B Ja ich bin ein neuer Mitarbeiter

Es ist sehr ratsam, solche Äußerungen nicht persönlich zu nehmen, denn sie sind auf gar keinen Fall persönlich gemeint. 

Die Gehirntätigkeit Deiner Mutter ist nun mal jetzt eingeschränkt aufgrund ihrer Alterserkrankung. 

Du würdest es auch nicht persönlich nehmen, wenn sie ihre Beine nicht mehr nutzen kann. Warum nimmst Du dann ihre aufgrund ihrer Erkrankung falsche Wahrnehmung persönlich?

Bitte denke darüber ernsthaft nach. 

Du magst den Eindruck haben, dass Deine Mutter Dich nicht mehr wahrnimmt. Bewusst ist sie wahrscheinlich dazu auch nicht mehr fähig. Aber unterbewusst nimmt sie nach meiner praktischen Erfahrung durchaus noch Deine Besuche wahr. 

Bitte versuche in solchen Situationen nicht, ihr zu widersprechen. Denn der Widerspruch verwirrt sie bloß noch mehr. 

An vielen Orten gibt es mittlerweile Selbsthilfen und auch fachliche Begleitung von Angehörigen an solchen Erkrankungen Leidenden. Erkundige Dich bitte vor Ort danach und nutze diese Chance. 

Die meisten von solchen Erkrankungen Betroffenen verändern sich zu ihrem auch gesundheitlichen Nachteil, wenn die nächsten Angehörigen fern bleiben. 

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