Sind extrovertierte menschen egoistischer?

8 Antworten

Extroversion hat einen Grund: Die Leute wollen Aufmerksamkeit. Je mehr und lauter sie sich selbst präsentieren, desto mehr werden sie beachtet.

Das an sich ist bereits egoistisch. Man könnte fast sagen, ein gewisser Narzissmus ist der Kern des extrovertierten Verhaltens. Nicht bei jedem, aber anscheinend bei den meisten Extrovertierten.

Ich könnte mir das gut vorstellen. Als Extrovertierter beziehst du Energie aus Gesprächen mit vielen verschiedenen Menschen. Sie geben dir Bestätigung und Anerkennung.

Als Introvertierter raubt dir das Gespräch mit zu vielen Menschen eher Energie, du richtest deine Aufmerksamkeit nach innen. Oft geht das auch mit Schüchternheit und stärkerer Selbstreflexion einher, weshalb Anerkennung von außen von Introvertierten anders, also z.B. durch uneigennütziges Verhalten verdient wird. Folge der Selbstreflexion ist natürlich auch das stärkere Bewerten des eigenen Handelns, auch in ethischer Hinsicht.

Introversion geht auch etwas eher mit (Hoch-)Sensibilität einher, und die Gespräche die sie führen haben oft mehr Tiefgang. Deshalb stoßen sie vielleicht eher auf Probleme und Sorgen anderer und tun sich leichter, sich in andere hineinzuversetzen, was auch wieder für die Theorie spricht (Mitgefühl etc.)

Das ist natürlich alles ohne Wertung, denn beide Seiten haben ihre Vorteile, und von beiden gibt es solche und solche, aber ich glaube im Durchschnitt ist an deiner Theorie was dran.

LG

Hallo!

Kann schon sein -----> ich bin ein sehr introvertierter, ruhiger Gemütsmensch & mache mir oft Gedanken wegen anderen, versuche zu helfen wo ich kann trotz meiner etwas zurückgezogenen Art & würde auch nie einen wegschicken, der sich Hilfe erhofft welche er von mir bekommen könnte :) Die Mehrheit meiner Kumpels ist so gepolt wie ich und genauso drauf was Helfen und "andere" angeht. Hängt aber 'nen Stückweit auch mit unser Mentalität zusammen: Ich bin jugoslawischer Abstammung, viele meiner Freunde sind Russlanddeutsche oder polnischer Herkunft. In Osteuropa denkt man etwas anders als es viele "Deutsche" tun, die sich gern abschotten oder verleugnen lassen, weil se ihre Ruhe haben wollen.

Bei manchen "selbstbewussten Charismatikern", die sich ständig im Mittelpunkt stehen sehen und sich am liebsten über sich selber reden hören habe ich hingegen oft genau das Gegenteil erlebt, ohne dass ich mich oder Gleichgesinnte loben wollen würde. Gern wird geredet, aber sobald es konkret werden soll und Taten verlangt werden, zieht man den Schwanz ein...

Hilfsbereitschaft hat nichts mit Introvertiertheit zu tun, eher mit der Erkenntnis, dass man anderen das angedeihen lassen sollte, was man sich selber in der gleichen Situation wünschte.

In einer Konsum orientierten Gesellschaft geht das Gemeinschaftsgefühl verloren - je ärmer die Leute, desto mehr besinnen sie sich aufeinander.

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