Sind E-Autos die Zukunft?

13 Antworten

Na ja Fakt ist wir müssen weg von fossilen Brennstoffen.

Die Alternativen wären Strom oder Wasserstoff.

Strom scheint momentan der beliebtere Weg zu sein. Nach dem Hype um Tesla fangen nun immer mehr Autofirmen an, Elektro-Autos zu bauen. Die Situation mit den Ladestationen wird auch immer besser. Viele Elektromobile kann man, wenn auch langsamer, an der normalen 220V-Steckdose laden und Tesla baut immer mehr Ladestationen, laut eigener Aussage mit 100% Ökostrom, in die Landschaften und gibt diese bald auch für andere Hersteller frei. Und wer einen Tesla kauft, aber keine Garage aber einen Stellplatz hat, dem stellt Tesla gerne auch gegen Gebühr eine Ladesäule auf den Stellplatz.

Die Reichweiten werden immer besser und die Ladezeiten kürzer. Aber es wird wohl nie so schnell gehen, wie Benzin zu tanken.

Außerdem muss der Strom ja irgendwo herkommen. Wenn alle Verbrennungs-Automobilisten nun auf Stromer umsteigen und dann will man auch noch weg von Atom und Kohle, dann kaufe ich vorher schon mal Aktien von Staudamm-, Solar- und Windkraft-Herstellern. Die werden dann nämlich die Landschaft restlos zupflastern.

Das Problem mit brennenden Batterien muss auch noch ein wenig eingedämmt werden, aber da ja nicht nur die Automobilindustrie (mit ein paar hochstilisierten Einzelfällen beim Tesla S und Opel Ampera) sondern auch die Flugzeugindustrie (Boeing 787 Dreamliner) und Handyhersteller (Samsung Galaxy Note 7, der teuerste Taschenwärer der Welt) Stress damit haben, dürfte Entwicklung dort gewiss sein.

Ein Vorteil von Elektro-Autos ist, dass sie sich zum Teil auch selbst wieder aufladen, Bremsenergierückgewinnung gibt es heute schon bei E-Autos und Hybriden, Solarzellen die zumindest einen kleinen Teil des Energiebedarfs decken wären denkbar.

Die Alternative wäre halt Wasserstoff. Der Vorteil hier, man kann ihn tanken wie jeden normalen Sprit und man könnte beide Wasserstoff-Konzepte, Verbrenner und Brennstoffzelle, damit antreiben, die an den gleichen Tankstellen tanken können.

Toyota glaubt an Brennstoffzellen und hat mit dem Mirai ja auch schon ein Modell in der Pipeline, das beweisen soll, dass das Konzept funktioniert. Hier wird der Wasserstoff in Brennstoffzellen in Strom verwandelt, Batterien speichern die rückgewonne Bremsenergie (da hat Toyota ja schon reichlich Hybrid-Erfahrung). Ein E-Auto, das aber statt Batterien einen Wasserstofftank und eine Brennstoffzelle sowie ein paar wenigen Batterien für die Bremsenergie-Rückgewinnung hat. Auch manche Stadtbusse fahren schon so.

Alternativ kann man Wasserstoff auch in einem leicht modifizierten Ottomotor statt Benzin verbrennen, an dem Konzept hat sich BMW schon mal mehr oder weniger erfolglos probiert.

Wasserstoff muss aber auch hergestellt werden, die bekannten Verfahren sind energieaufwendig, fressen also viel Strom. Und hier sind wir wieder beim eben erwähnten "und wenn jetzt alle umsteigen..."

Beim Wirkungsgrad vom Kraftwerk bis zum Antriebsrad dürften E-Autos vermutlich am Besten darstehen, dann die Brennstoffzelle und dann die Wasserstoff-Verbrenner.

Ein anderer interessanter Faktor könnte die Wirtschaft sein. Ich weiß jetzt nicht wen man ohrfeigen darf, die Wirtschaftsanalysten die gesagt haben "Wenn bald nur noch Elektroautos fahren, gehen viele Zulieferer Pleite" oder die Presse die sie nur halb zitiert haben. Denn Fakt ist, es zwingt ja keiner die Zulieferer Teile für Verbrennungsmotoren und Getriebe zu bauen, die man bald nicht mehr braucht, sie können ja für neue Technologien forschen. Auch Elektroautos brauchen Zulieferer. Aber: Wenn sie für Immer und Ewig Verbrennungs-Zubehör bauen, dann gehen sie Pleite.

Aber Alles in Allem denke ich schon, die Zulieferer sollten sich auf Elektromotoren einstimmen, denn egal ob der Tesla S mit Batterien oder der Toyota Mirai mit Brennstoffzellen die neue Ära der nicht-fossilen Mobilität einleitet, die Elektromotoren werden kommen.

Letztlich führt kein Weg an E-Mobilität vorbei - wir müssen weg von fossilen Ressourcen. Diese gehen zum einen zur Neige und sind eben auch schlecht für Umwelt und Klima. In Sachen E-Mobilität muss allerdings noch jede Menge passieren, damit das Ganze a) wirklich praktikabel (Stichworte: Reichweite, Ladezeiten, Ladeinfrastruktur, Preise..) und b) tatsächlich grün wird, der Strom für die Autos also rein aus regenerativen Quellen kommt. Gerade sieht es aber so aus, wls würde endlich Bewegung in den Markt kommen. Immer mehr leistungsstärkere E-Autos mit besseren Akkus und Reichweiten werden entwickelt und auch sonst gibt es tolle Lösungsansätze, die Anlass zur Hoffnung geben.

In diesem Artikel haben wir wir die Chancen und Hürden für E-Mobilität aufgearbeitet:  https://reset.org/tags/reset-spezial-e-mobility

Außerdem läuft auf unserer Plattform aktuell ein Themenspezial zu E-Mobilität: https://reset.org/tags/reset-spezial-e-mobility

Viele Nutzer haben hier geantwortet, dass der viele Strom gar nicht produziert werden könnte, wenn jeder ein E-Auto fahren würde. Letztlich gehört aber auch das zu E-Mobilität: Dass wir neue Konzepte erarbeiten müssen und eben nicht jeder einzelne Mensch ein eigenes Auto besitzt, sondern wir verstärkt z.B. auf Sharing setzen. Und wo es geht, fährt man eben nicht mit dem Auto, sondern mit Zug, Bus, Rad, Straßenbahn...

Ich hoffe, die Infos und Artikelempfehlungen helfen dir weiter!

Viele Grüße - die RESET-Redaktion

1) Platzbedarf

E-Autos lassen sich zwar mit Energie aus beliebigen auch regenerativen Quellen aufladen. Aber sie verbrauchen genauso viel Platz in der Stadt wie jedes herkömmliche Auto.

Schon heute ist überall Stau. Auf vielen Stadt-Strecken ist man mit dem Fahrrad schon schneller am Ziel, weil die unsinnig breiten Autos sich auf vier parallelen Spuren gegenseitig im Weg stehen.

Um in Zukunft überhaupt noch per PKW voran zu kommen, bräuchte es schmale, flexible Fahrzeuge. Zwei Meter breite Karossen sind nur noch akzeptabel, wenn sperrige Lasten transportiert werden müssen.

Insofern sehe ich für E-Lastenräder mit Wetterschutzdach eine größere Zukunft als für sperrige E-Autos.

2) Unfälle

E-Autos verursachen mindestens genauso viele Unfälle wie herkömmliche Autos. Eventuell sogar mehr, weil sie leiser sind, so dass Fußgänger und Radfahrer sie nicht hinter sich hören.

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