Sind Dosen besser als Plastik?

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5 Antworten

Es kommt drauf an worauf deine Frage hinauszielt.

Von der Sache her und allgemein betrachet sind Dosen die besten Verpackungen die es für Getränke (oder andere Lebensmittel) gibt. In keiner anderen Verpackung sind Getränke besser vor äußeren Einflüssen geschützt. Dosen sind zu 100% licht- und luftundurchlässig, das schafft keine andere Verpackung. Die Dose steht somit an der Spitze der Getränkeverpackungsevolution. Dosen sind auch absolut geschmacksneutral, da sie auch innen lackiert sind, Metallgeschmack im Getränk ist somit nur Einbildung oder im Einzelfall eine fehlerhafte Lackierung was aber im Normalfall nicht vorkommen sollte, da solche Dosen bei der Produktion aussortiert werden.

Die Dose hat zudem weitere Vorteile. Sie ist leichter zu kühlen als andere Verpackungen, bruchsicher und auch vom Volumen her besser, weil sich im Vergleich zu Mehrweg ein vielfaches mehr auf gleicher Fläche transportieren lässt.

Was die Umwelt angeht, da scheiden sich die Geister. Fakt ist, daß es bis heute keine absolut verlässliche Oköbilanz gibt, die eine sichere Aussage zulässt. Es gibt Ökobilanzen der "Umweltschützer" die zugunsten des Mehrweg ausfallen und es gibt eine der Dosenhersteller in die die Dose zum Teil besser als Mehrweg abschneidet. Beide Seiten werfen sich vor mit falschen Zahlen gerechnet zu haben. So behaupten die Ökos, daß die Dosenhersteller die Mehrwegflaschen mit zu wenig Umläufen berechnet haben, die Ökos hingegen sollen mit zu vielen Umläufen gerechnet haben. Denn 50 Umläufe pro Flasche sind einfach unrealistisch. Es ist vielleicht im Einzelfall möglich aber keinesfalls der Durchschnitt.

Für mich persönlich ist die Ökobilanz der Dosenhersteller jedenfalls glaubwürdiger und nachvollziehbarer.

Zum Recycling: Auch hier ist die Dose die beste Verpackung, da nur die Dose ist unendlich recycelbar und es kann im Grunde immer wieder eine neue Dose daraus gemacht werden. Der Energieaufwand mag zwar höher sein als bei den anderen Materialien, aber aus reinem recyceltem PET oder Glas kann keine neue Verpackung gemacht werden, es kann nur ein Teil zum Neumaterial hinzugefügt werden.

Und abgesehen davon - aus der Dose schmeckt es einfach am besten!

Siehe auch: http://www.ball-europe.de/382_1663_DEU_PHP.html

Hier sprach die Propagandaabteilung der Dosenindustrie.

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@tonikal

Tatsachen haben nichts mit Propaganda zu tun. Genauso wenig habe ich etwas mit der Dosenindustrie zu tun.

Der Fragesteller wollte wissen ob Dosen besser als Plastik sind und als getränkeverpackung sind sie das unumstritten. Und aus umweltpolitischer Sicht sind Dosen nicht immer und automatisch schädlicher als Mehrweg zumal die angeblich deutlich höhere "Schädlichkeit" gegenüber Mehrweg aufgrund einer fehlenden 100% korrekten bzw. realistischen Ökobilanz bis heute nicht zweifelsfrei nachgewiesen ist.

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@Cokedose

"Aus der Dose schmeckt es einfach am besten": Das ist keine Tatsache, sondern eine Suggestivbehauptung, ein Werbespruch. Die einzige Tatsache in dem Zusammenhang könnte sein, dass es DIR aus Dosen am besten schmeckt. MIR aber schmeckt es aus Dosen überhaupt nicht am besten, weil das Auge mitschmeckt und ich Dosen hässlich finde.

Und die im letzten Absatz formulierte Bedingung, es müsse eine 100% korrekte Ökobilanz geben, ist ein mieser Propagandatrick. Du weißt genau, dass es eine absolut sichere Ökobilanz niemals geben kann, weil die Faktoren zu vielfältig und viele davon kaum messbar sind. Trotzdem geben Ökobilanzen, die, sagen wir, 90% der relevanten Faktoren erfassen, gute Hinweise für die praktische Entscheidung im Alltag. Wer 100% verlangt, will in Wirklichkeit von Ökobilanzen gar nichts wissen, bzw. sich von Ökobilanzen nicht das Geschäft verderben lassen.

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@tonikal

Das ist schon klar, daß es keine 100% korrekte Ökobilanzen geben kann und genau deshalb kann Mehrweg nicht als grundsätzlich gut bzw. Dose als grundsätzlich schlecht eingestuft werden. Und eben anhand der bisher erfolgten Ökobilanzen sieht man ganz deutlich, daß das Ergebnis nur davon abhängt mit welchen Daten diese Bilanzen gefüttert werden.

Ich prangere lediglich die ungerechtfertigte Diskriminierung der Dose an - mehr nicht. Das sieht man schon am Wort "Dosenpfand" und an der Tatsache, daß in der Propaganda der Pfandbefürworter systematisch gegen die Dosen vorgegangen wurde, obwohl das eigentliche Problem die PET-Flasche ist.

Des weiteren halte ich die Bepfandung der Dose generell für ungerechtfertigt, da es hier gar keine Lenkungswirkung hin zum Mehrweg geben kann. Aus dem einfachen Grund, da es keine Mehrwegdosen gibt. Ein Dosentrinker hat gar nicht die Möglichkeit zwischen Einweg und Mehrweg zu wählen. Es gibt daher keine Alternativen zur Einweg-Dose, denn Flaschen sind keine Alternative. Sie stellen in jeder Hinsicht eine Verschlechterung für den Verbraucher dar, sowohl preislich, qualitativ als auch vom Handling her.

"Aus der Dose schmeckt es einfach am besten": Das ist keine Tatsache, sondern eine Suggestivbehauptung, ein Werbespruch.

Das ist keine Aussage der Dosenhersteller oder -abfüller, sondern diese "Behauptung" kommt von einer Vielzahl von Verbauchern selbst. Also muss auch irgendwas dran sein. Ich würde aber zustimmen, daß hierbei auch die subjektive Warnehmung eine Rolle spielen könnte, da es einfach auch ein anderes Gefühl ist aus Dosen zu trinken. Deshalb ist es auch vollkommen i.O. wenn du Dosen nicht magst. genauso mag ich halt keine Mehrwegflaschen, weil bei immer die Überlegung im Kopf ist, werd da schon alles vor mir seinen Speichel dran hinterlassen hat. Auch wenn die Flaschen gründlich gereiningt werden, ich finde es trotzdem eklig.

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KLonservenDOSEN haben den Vorteil ihren Inhalt oft für mehrere JAHRE vor Verderb zu schützen ( der Schutz vor Licht ist nicht zu unterschätzen)  Weiterhin können die Dinger beim Herunterfallen nicht zerbrechen und Beulen schaden nicht.Ausserdem kann das Dosenblech beliebig oft wiederverwendet werden. Im Gegensatz zum Papier findet dabei KEIN "Downcykling" statt. Das setzt natürlich voraus, dass möglichst VIELE Verbraucher den gelben Sack nutzen.

Wie so vieles lässt sich Deine Frage nicht absolut beantworten. Dosen bestehen aus Weissblech (evtl. Alu) und auch deren Herstellung hat wie auch die Herstellung der Plastikflaschen Energie und Wasser verbraucht. Welches Produkt da ungünstiger da steht weiss ich nicht, Aluminum ist sicherlich am energieintensivsten.

Dann die Frage was passiert mit dem Inhalt der Dose / Flasche. Wer gibt was an den Inhalt ab? Kunststoffe geben u.U. Weichmacher ab, Weissblech soll da weniger problematisch sein (Bei Aludosen wird diskutiert, ab die Abgabe von Aluminium-Ionen in den Inhalt Demenz oder Alzheimer fördert).

Es kommt auch auf die Entsorgung und Wiederverwendung an. Mehrweg ist besser als Einweg - Das kenne ich nur von Kunststoffflaschen.

Wiederverwendung ist zunächst gut, das geht bei Alu, Weissblech und bei Kunststoff. Hier die Frage nach der Qualität und des Energieaufwandes.

"Thermische Wiederverwertung" (= Verbrennen und Wärmegewinn) geht auch mit Sinnhaftigkeit nur bei Kunststoff.

So nun hast Du ein paar Ansätze zum weiteren Recherchieren.

Ich persönlich finde Dosen vor allem hässlich. Flaschen sind durchsichtig und man kann den Inhalt sehen, das gefällt mir viel besser. Die Herstellung von Getränkedosen ist extrem energieaufwändig und klimaschädlich, da Stahl erzeugt und zu Blech gewalzt werden muss. Auch das Einschmelzen beim Recycling kostet viel Energie und ist entsprechend klimaschädlich. Im Vergleich Dose zu Pfandflasche aus Glas in regionaler Versorgung (z. B. bei Bier und Mineralwasser) ist die Ökobilanz m. W. ganz eindeutig: Glasflaschen sind viel besser (auch wenn der Transportaufwand größer ist, da sie größer und schwerer sind als Dosen). Bei Pfandflaschen aus Plastik sieht die Sache nicht so eindeutig aus, da die m. W. geschreddert und neu gegossen werden müssen. Auch wenn die Entfernung für den Rücktransport zu groß ist, geht der Umweltvorteil von Mehrweg verloren.

Im Vergleich Dose zu Pfandflasche aus Glas in regionaler Versorgung (z. B. bei Bier und Mineralwasser) ist die Ökobilanz m. W. ganz eindeutig: Glasflaschen sind viel besser (auch wenn der Transportaufwand größer ist, da sie größer und schwerer sind als Dosen). (...) Auch wenn die Entfernung für den Rücktransport zu groß ist, geht der Umweltvorteil von Mehrweg verloren.

Und genau hier ist das Problem. Der Unterschied zwischen einem regionalen und einem überregionalen Bier ist enorm. Und vor allem die ganzen Markenbiere werden bundesweit hin und her gefahren, was den Umweltvorteil zunichte macht und dasselbe bier in der Dose hier deutlich umweltfreundlicher ist. Und wer sich in den Getränkeabteilungen mal umschaut wird feststellen, daß überregionale Bier in der Überzahl sind, welche vor allem bei den Markenbieren auch immer mehr in Individualflaschen daherkommen, was auch wieder ein Umweltnachteil ist, da andere Brauereien diese Flaschen nicht verwenden können und deshalb i.d.R. entsorgen.

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@Cokedose

Das Problem ließe sich schnell lösen, wenn der Gesetzgeber sich dazu aufraffen könnte, die Brauereien von dem umweltschädlichen Unfug mit den Individualflaschen abzubringen. Und schon könnte das Leergut auch von überregionalen Markenbieren zur jeweils nächst gelegenen Brauerei wandern.

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Das beste ist natürlich Mehrweg. Kunststoff wird heute mittlerweile aber auch wieder verwendet. Wenn auch evtl. mit Qualitätsverlust.

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