Ich stimme Tamtamy und howelljenkins zu. Der Autor spielt mit der extremen Kürze (Brevitas) des Satzes. Man nennt solchen Stil auch lakonisch. Die Kürze lädt die Leser dazu ein, fehlende Teile hinzuzuphantasieren, z. B.: Sie trieb es mit Mike. In diesem Sinne ist es eine sexuelle Anspielung. Der eigentliche Sinn dürfte aber eher in der Aussage liegen, dass sie sich mit anderen hat mittreiben lassen, also im Strom mitgetrieben ist wie ein Blatt in der Mitte eines Baches. Und das ist tatsächlich eine Metapher.

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Ich verstehe darunter auch Haltungen, die es bei der heutigen Oberschicht, also bei Reichen und Unternehmern, immer noch gibt. Viele von denen glauben z. B., dass sie wichtiger seien als gewöhnliche Menschen, weil von ihren Entscheidungen das Schicksal vieler anderer Menschen abhänge. Sie nennen das meist ihre besondere "Verantwortung".

Oder sie glauben, dass nur Reiche wirklich freie Menschen seien, die freie Entscheidungen treffen könnten - denn alle anderen seien in persönliche ökonomische Zwänge und Abhängigkeiten eingebunden und deshalb in ihren Entscheidungen unfrei.

Oder sie glauben, dass gewöhnliche Erwerbsarbeit die Menschen hässlich mache, sie als Reiche dagegen ihr Leben der Schönheit weihen könnten. Das schwingt mit, wenn von den "Reichen und Schönen" die Rede ist.

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Laut Peter Wohlleben: Das geheime Leben der Bäume, ist es tatsächlich noch nicht geklärt, wie Bäume es im Frühjahr vor dem Laubaustrieb schaffen, so viel Wasser in die Zweige zu pumpen, wie sie für den Laubaustrieb brauchen. 

Es spricht einiges dafür, dass die Wurzeln das ganz aktiv machen, also unter Energieverbrauch das Wasser im Stamm hochpumpen. Früher glaubte man, das Wasser steige im Stamm hoch, weil es durch die Wassertranspiration der Blätter nach oben verschwindet und die Kohäsion des Wassers in den Leitungsbündeln des Stammes immer neues Wasser von unten nachzieht. Kann aber nicht sein, da die Bäume das schaffen, bevor die Blätter draußen sind. 

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In aller Kürze: Die Dolchstoßlegende bezieht sich auf das Ende des Ersten Weltkriegs 1918. Ihre Anhänger behaupteten ab 1919, der Krieg sei aus deutscher Sicht nicht militärisch verloren worden, sondern nur deshalb, weil kommunistische Revolutionäre im Innern Deutschlands, z. B. in den Munitionsfabriken, die Frontsoldaten "von hinten erdolcht" hätten. Gemeint war damit, sie hätten sie z. B. vom Nachschub abgeschnitten.

Diese Version der Geschichte war eine Lüge. In Wirklichkeit hatte das deutsche Militär im August 1918 so schwere Niederlagen erlitten, dass die Oberste Heeresleitung (Paul von Hindenburg, Erich Ludendorff) fürchteten, die Fronten könnten jeden Moment zusammenbrechen. Deshalb drängte Ludendorff im September 1918 die Regierung darauf, sofort Waffenstillstandsverhandlungen mit Frankreich, England und USA zu führen. Auch drängte er darauf, dass eine parlamentarische Regierung aus Vertretern der Parteien SPD, Zentrum und Liberalen gebildet wurde. Er wollte nämlich, dass diese Parteien die Verantwortung für die deutsche Niederlage und die schwierigen Verhandlungen übernehmen, und dass er selbst und seine Offiziere da herausgehalten wurden. So wurde es auch gemacht; es war der Zentrumspolitiker Mathias Erzberger, der am 11. November 1918 den Waffenstillstand von Compiègne unterschrieb, und nicht ein Offizier, wie es sich gehört hätte. (Das Zentrum war eine Partei ähnlich wie die heutige CDU.) Er tat das auf ausdrückliche Anweisung von Paul von Hindenburg.

Ein Jahr später, im Herbst 1919, erfanden Hindenburg und Ludendorff dann die Dolchstoßlegende. Sie behaupteten, militärisch hätten sie 1918 den Krieg weiterführen können, wenn es nicht die bösen Revolutionäre in den Fabriken gegeben hätte, die dort Streiks organisierten. Es stimmt zwar, dass es dort Streiks gab, vor allem im Januar 1918. Aber die kamen von der großen Not, die die Arbeiter und Arbeiterinnen nach vier Jahren Krieg und Hunger leiden mussten, und die immer unerträglicher geworden war. Auch ist nachgewiesen, dass viele Frontsoldaten extrem kriegsmüde waren und immer wieder kurz vor Meutereien standen. Es war also gelogen, wenn die Offiziere behaupteten, sie hätten mit den Soldaten weiterkämpfen können. Die Soldaten hätten ihnen was gehustet, genau wie die Munitionsarbeiter. Vor allem aber wollten Hindenburg und Ludendorff davon ablenken, dass sie selbst als Oberste Heeresleitung Deutschland in die militärische Niederlage manövriert hatten.

Mathias Erzberger wurde von Deutschnationalen und Faschisten (Nazis) als "Novemberverbrecher" verleumdet, weil er am 11. November 1918 für Ludendorff die Kohlen aus dem Feuer geholt hatte. Ludendorff unterstützte diese Lügen, was ein übler Verrat war. 1921 wurde Erzberger von Faschisten ermordet. Die deutschnationale Presse, also die Vertreter der Dolchstoßlegende, verteidigte den Mord.

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Außer dem Müll gibt es natürlich noch viele andere Umweltthemen, z. B. Verkehr und Energie. Du würdest sehr viel für die Umwelt tun, wenn du dich nicht mehr so oft von Mama oder Papa mit dem fetten Auto überall hinkutschieren ließest, sondern selber mit dem Fahrrad oder Bus & Bahn führest. Weniger heizen im Winter bringt sehr viel, also die Heizung einfach ein Grad niedriger stellen. Auf Flugreisen möglichst verzichten, lieber mit der Bahn in Urlaub fahren. Handy und Tablet so lange wie möglich nutzen und nicht alle zwei Jahre auswechseln. Weniger Fleisch essen, und wenn, dann vom Biohof. Den Eltern sagen, dass sie Ökostrom nutzen sollen. Klopapier und Küchenrollen aus Recyclingpapier nutzen. 

Du musst das nicht alles machen, sondern kannst dir aus der Liste ein, zwei Sachen aussuchen. Das wäre schon prima.

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Das wichtigste und effektivtse, was du privat tun kannst:

  • heizung ein grad niedriger drehen
  • nicht mit gekippten fenstern lüften, sondern stoßlüften
  • weniger auto fahren, lieber fahrrad, zu fuß, mit bus und bahn
  • weniger heiß duschen

Im unterschied zu den üblichen tipps (sparlampen, standbyschaltungen) sind das sachen, die wirklich was bringen, weil sie genau da angreifen, wo wir im alltag die meiste energie verbrauchen.

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Weil Reichspräsident Hindenburg ab 1930 diese Möglichkeit ausgenutzt hat, um den Reichstag praktisch auszuschalten. Die Reichskanzler Brüning, Papen, Schleicher und Hitler konnten ohne parlamentarische Mehrheiten regieren. Sie ließen alle wichtigen Gesetze per Notverordnung durchsetzen, und wenn ein Reichstag ihnen das Geld abdrehen wollte, löste Hindenburg ihn einfach auf und setzte Neuwahlen an. Das nützte vor allem den Nazis. 1948/49 wollte man eine solche Möglichkeit zur Diktatur nicht mehr zulassen. 

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Mit welchen physikalischen Tricks arbeitete die sog. Neutronenwaffe, um mehr Energie in die tödliche Strahlung und weniger in die Druck- und Hitzewelle fließen zu lassen - und welchen militärischen Sinn sollte das haben? In welchem historischen Zusammenhang stand das Ganze?


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Das Gefährliche an blauen Süßigkeiten ist die Tatsache, dass Gifte, z. B. Pflanzenschutzmittel, ebenfalls blau gefärbt sind, um Kinder abzuschrecken. Wenn Kinder lernen, dass blaue Sachen lecker süß sind, besteht die Gefahr, dass sie auch hochgiftige blaue Pflanzenschutzmittel trinken. Die Blaufärbung von Giften ist deshalb üblich, weil es in der Natur fast nichts Blaues gibt, das essbar wäre. - Ich bin in einer Gärtnerei aufgewachsen und habe als Kind die Gifte gesehen und gerochen und die strengen Warnungen meiner Eltern dazu gehört.

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Die Regel bei lingolia.com, die latricolore zitiert, lässt sich vielleicht so zusammenfassen:

Wenn es darum geht, dass sich ein Ort oder Zustand geändert hat, kommt SEIN:

Ich WAR gestern in Köln und BIN heute in Hamburg - ich BIN also nach Hamburg gefahren.

Ich WAR eben noch wach und BIN jetzt nicht mehr wach - ich BIN also eingeschlafen.

Ich WAR gestern arm und BIN heute reich - ich BIN also reich geworden.

Nur bei "sein" und "bleiben" passt diese Eselsbrücke nicht ganz. Oder doch?

Ich WAR gestern arm und BIN heute immer noch arm - ich BIN also arm geblieben.

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