seit wann gibt es künstliche Babymilch?

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3 Antworten

Früher war man wirklich der Meinung, dass Fertigmilch aus der Packung gesünder ist, als die Muttermilch. Es stimmt schon, dass die Babys auch Schwermetalle und andere Stoffe, die die Mutter zu sich genommen hat auch abbekommen haben. Heute ist man aber der Meinung, dass die Muttermilch das Beste für das Baby ist, weil diese auch die Antikörper der Mutter enthält, die das Baby gegen die Krankheiten schützt. Vorallem aber auch, weil die Muttermilch am verträglichsten für das Baby ist. Milupa hat wohl bereits 1964 die erste synthetische Milch namens Milumil entwickelt. Wann die Milch in die Läden kam, weiß ich leider nicht. Denke mal, es war auch eine Frage des Geldes... Hier kannst du einiges Interessantes nachlesen ;). http://de.wikipedia.org/wiki/Babynahrung LG

Neasa 02.02.2015, 16:32

Meine Tochter wurde die erste Zeit auch mit Fläschen gefüttert, weil sie auf der Intensivstation zwei Wochen lang lag. Danach habe ich 2 Monate lang fast gekämpft, bis sie meine Brust genommen hat. Im Endeffekt wurde mir auch gesagt, wass ich sie auch stillen sollte, als ich Antibiotika als Infusion bekommen habe. Ich glaube nicht, dass das die richtige Entscheidung gewesen ist. Weiß du, die Kinder werden groß, ob mit Muttermilch oder ohne und wenn ich lesen, wie die Kinder früher gefüttert wurden.... :/ Heutzutage werden ja der Milch auch die Darmbakterien zugesetzt, die so wichtig für den Darm sind. Ich kämpfe jetzt schon seit 4 Jahren, dass mein Kind wieder eine gesunde Darmflora bekommt, weil sie damals das ganze Antibiotikum abbekommen hat, jetzt hat sie viele Allergien. Deine Kinder sind gesund und das ist das Wichtigste. Mach dir keinen Kopf deswegen. LG

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Entwicklung der Fertignahrung[Bearbeiten]

Eltern mit Flaschenkind um 1900 Die erste Fertignahrung für Babys entwickelte Justus von Liebig im Jahr 1865, zunächst in flüssiger Form als „Suppe für Säuglinge“. Einige Zeit später brachte er eine Fertignahrung in Pulverform auf den Markt, die allgemein als Kindermehl bezeichnet wurde. Beide Produkte wurden ab 1866 in mehreren europäischen Ländern verkauft, wobei Liebigs Renommee zum Verkaufserfolg beitrug. [32] Liebigs Produkte wurden zunächst in Apotheken verkauft und wegen der komplizierten Zubereitung teilweise dort auch schon fertig hergestellt. In München boten zwei Apotheker frisch zubereitete Liebig-Suppe in Einzelportionen an. 1866/67 verkaufte alleine eine davon innerhalb von elf Monaten 30.000 Portionen.[32] Der gelernte Apothekergehilfe Henri Nestlé fügte Liebigs Rezeptur kondensierte Milch hinzu und brachte das Pulver nach einem Versuche an zwei Säuglingen als Henri Nestle’s Kindermehl 1868 auf den Markt.[32] Im Jahr 1874 wurden davon 670.000 Büchsen in 18 Ländern verkauft.[33] Kindermehle galten als ungeeignet für die Ernährung der Kinder in den ersten Lebensmonaten.[34]

Philipp Biedert analysierte seit 1869 die chemische Zusammensetzung von Muttermilch und Kuhmilch und entwickelte anhand dieser Erkenntnisse ein Präparat, das als Biedert’s Rahmgemenge in Apotheken verkauft wurde. 1874 folgte als Instantversion Biedert’s Kindernahrung in Dosen, deren Inhalt von butterähnlicher Konsistenz nur noch mit Wasser oder Milch verrührt werden musste.[32]

Ab den 1880er Jahren kam eine so genannte peptonisierte Milch unter dem Namen Voltmersche Milch in den Handel, der Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse zugesetzt waren, um die Milch so künstlich „vorzuverdauen“.

Der amerikanische Lebensmittelhersteller Gerber war im Jahr 1928 das erste Unternehmen weltweit, das püriertes Obst und Gemüse in Dosen als Babynahrung anbot. Die ersten Produkte waren Erbsen, Karotten, Spinat und Pflaumen.[35]

1929 kam in den USA das erste Fertigpräparat auf der Basis von Sojamehl anstelle von Milchpulver auf den Markt. Auf Grund des hohen Ballaststoffgehalts bekamen die Säuglinge davon jedoch Durchfall. Seit Mitte der 1960er Jahre wird Säuglingsnahrung aus Soja deshalb aus isolierten Sojaproteinen hergestellt.[36]

1932 stieg die Firma Milupa mit Paulys Nährspeise, die aus in Milch aufgelöstem Zwiebackmehl bestand, in die Produktion von Säuglingsnahrung ein. Der Münchner Kinderarzt Günther Malyoth entwickelte 1934 einen „Säuglingsnährzucker“ unter dem Namen Alete. In Deutschland war es üblich, Milch mit Haferflocken zu füttern. In den 1950er Jahren kamen so genannte Schmelzflocken auf den Markt.[37]. In der Nachkriegszeit wurde versucht, die Milchpräparate immer stärker an die Zusammensetzung von Muttermilch anzugleichen und als „humanisiert“ oder „adaptiert“ zu verkaufen. Mitte der 1950er Jahre kamen die ersten Gemüsebreie für Babys als Konserven auf den Markt, seit 1959 abgefüllt in Gläschen.[38] 1959 gab es fertigen Grießbrei von Milupa, 1964 entwickelte das Unternehmen die erste synthetische Milch namens Milumil.[39]

In den letzten Jahrzehnten wurden im Bereich der Säuglingsanfangsnahrung vor allem hypoallergene Produkte (HA) entwickelt. In Deutschland gibt es seit 2010 auch tiefgekühlte Bio-Beikost

Diese Babynahrung war in den Kriegs- und Nachkriegszeiten ein Segen für die Mütter, die entweder nicht stillen konnten, weil sie durch Unterernährung oder zuviel harte körperliche Arbeit dazu nicht in der Lage waren - oder weil sie gar nicht die Zeit dazu hatten, weil sie im Arbeitseinsatz waren.

Aber danach wurde es schlicht modern, nicht mehr stundenlang am Tag zu sitzen und zu stillen - man ging mit der Zeit und fütterte. Das war praktisch und sparte viel Zeit, man hatten den Überblick über die Nahrungsaufnahme und konnte das Fläschchen auch unterwegs geben. Dass die Hersteller dies gerne aufgriffen, ist nachvollziehbar.

Dann aber wurde es sehr bedenklich, als die Nestlé Aktion in den Entwicklungsländern anlief. Hier wurde den Frauen eingeredet, es sei besser, die moderne Babynahrung zu füttern als zu stillen. Mit fatalen Folgen. Die Frauen konnten sich diese nicht leisten - und streckten die teuren Produkte immer mehr, bis die Kinder trotz Fläschchen Zeichen von Unterernährung aufwiesen. Ganz schlimm war auch, dass dafür oft bakterienhaltiges Wasser verwendet wurde.

Die ersten kritischen Stimmen gab es bereits Ende der 60er Jahre.

http://de.wikipedia.org/wiki/Nestl%C3%A9_t%C3%B6tet_Babys

Hallo! Ja, damals dachte man tatsächlich so. Das wurde den Müttern von der Kunstmilch-Industrie eingehämmert. Bei meiner Mutter hat das funktioniert. Als sie mich vor 32 Jahren gestillt hat, hat sie in Duisburg gewohnt und hat sich einreden lassen, dass die verpestete Luft in die Muttermilch übergeht. Daraufhin hat sie auf Milupa umgestellt. Das gibt es schon seit den 70er Jahren! Hatte damals aber noch das Monopol, heute gibt es ja eine richtige Schwemme an Produkten und Herstellern. Es scheint ziemlich anachronistisch, dass man heute, wo es dieses Überangebot gibt, schlauer ist und weiß, dass die Spuren der unerwünschten Stoffe in der Muttermilch so verschwindend gering sind, dafür aber der gesundheitliche Nutzen für das Kind unschlagbar ist. Heute dürfen die Hersteller aber auch nicht mehr damit werben, dass ihre Nahrung besser ist als Muttermilch.

Zu deiner Situation: Ich war auch in der gleichen Lage: Mein Kleiner war zu klein zum Saugen und ich war sehr traurig darüber, habe aber vom Tag null an abgepumpt und das 6 Monate lang durchgezogen. Warum du nicht? Ist es jetzt schon zu spät? Ich rate dir vehement dazu!

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