Was passiert wenn man neue Schulden macht, obwohl man in der Insolvenz ist?

8 Antworten

Dann hätte man schon wieder neue Schulden, wenn die Restschuldbefreiung für die "alten" Schulden aus der Insolvenz erteilt wird.

Und diese neuen Schulden müsste man dann in voller Höher zurückzahlen, denn in die laufende Insolvenz würden sie höchstwahrscheinlich nicht mehr aufgenommen werden (je nach "Stand" des Insolvenzverfahrens"...).

Die nächste Insolvenz wäre dann erst nach zehn Jahren möglich....

Das Insolvenzverfahren wird in der Regel abgebrochen und zu deinen neuen Schulden kommen auch noch die alten Schulden hinzu. Und wenn es ganz böse läuft, werden dir die Verfahrenskosten auch noch aufs Auge gedrückt. Heißt also, du stehst mit viel mehr in der Kreide als vorher.

Hinzukommt, dass der Gläubiger, wenn er herausfindet, dass du bereits im Insolvenzverfahren bist, voraussetzen kann, dass du diese Schulden mit Absicht in Kauf genommen hast. Wenn er dann ganz pingelig ist, stellt er Strafanzeige wegen Betruges gegen dich.

freundlich dunkle Grüße

Baltarsar

Das Insolvenzverfahren wird in der Regel abgebrochen

Wie kommst du denn darauf?

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@franneck1989

Weil dies, zumindest hier, der Regelfall bei Neuverschuldung eines sich im Insolvenzverfahren befindlichen Schuldners ist.

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@franneck1989

Schlag im Duden nach, dort findest du die genaue Bedeutung von Worten. ;)

Meinen Wohnort werde ich hier in einer Antwort nicht formulieren. ;)

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@Baltarsar

Meine Frage galt eher dem Staat, in welchem du lebst. Vielleicht ist es ja in Österreich anders.

In D wird das Insolvenzverfahrern aber nur auf Antrag eines Gläubigers abgebrochen. Neue Schulden für sich genommen sind kein Versagensgrund. Und selbst wenn es einen Grund gäbe, müsste erstmal ein Gläubiger davon erfahren und einen Antrag stellen.

In der Regel wird das Insolvenzverfahren also normal weitergeführt.

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@franneck1989

Als Schuldner bist du im Insolvenzverfahren verpflichtet neue Schulden selbst anzuzeigen. Zum anderen steht man als Schuldner im Insolvenzverzeichnis. Dieses kann und wird in den meisten Fällen auch vom neuen Gläubiger eingesehen, wenn er ins Schuldenverfahren geht. Zum anderen dürfte auch der Insolvenzverwalter, ja auch Privatinsolvenzen gibt es so einen, über die neuen Schulden bescheid wissen. Und dieser ist verpflichtet es dem Gericht mitzuteilen.

Somit ist es auch hier in Deutschland üblich, dass neue Schulden ein Versagensgrund darstellen und somit in der Regel Insolvenzverfahren abgebrochen werden. Erlebe ich hier täglich. ;)

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@Baltarsar

Als Schuldner bist du im Insolvenzverfahren verpflichtet neue Schulden selbst anzuzeigen.

Und dieser ist verpflichtet es dem Gericht mitzuteilen.

Das geht woraus hervor?

Somit ist es auch hier in Deutschland üblich, dass neue Schulden ein Versagensgrund darstellen

Nein, ist es eben nicht. Die Versagensgründe stehen in §290 InsO.

Deine täglichen Erlebnisse müssen andere Gründe haben

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@Baltarsar

Ich habe keine Ahnung, wo du deine Infos her nimmst, aber das, was du hier vermeintlich zu wissen glaubst, ist schlichtweg Quatsch.

Es gibt keine wie auch immer geartete Pflicht, neue Schulden irgendwem anzuzeigen. Den Insolvenzverwalter interessiert nur das, was vor Insolvenz entstanden ist, weil diese alten Schulden von der Insolvenz umfasst sind.

Problematisch wird es erst, wenn es in Zusammenhang mit den neuen Schulden zu Straftaten gekommen ist. Denn hier gibt es in der InsO eine Obliegenheit, dies zu melden. Zudem können sich aus Straftaten und grober Gefährdung der Insolvenzgläubiger Versagensgründe herleiten.

Die Gläubiger mit den neuen Schulden müssen sich hinten anstellen und abwarten, bis die Insolvenz beendet ist, so dass sie dann ggf. pfänden können.

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@mepeisen

Hmmm, dann machen meine Kollegen und ich ja unseren Job seit Jahren falsch. Werde das gleich mal ans schwarze Brett hängen. ;)

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@Baltarsar

Naja, gehen wir doch mal davon aus, dass sich deine Kollegen im Gegensatz zu dir auskennen.

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@Baltarsar

Sieht wohl ganz so aus. Nur weil man etwas jahrelang macht und es keine Probleme gab, ist es nicht richtig. Fakt ist jedoch dass die Ausführungen der anderen TE richtig sind und du teilweise Dünsch... schreibst. Du würdest jedoch dann Recht haben, wenn man aus den neuen Schulden eine strafbare Handlung wie z.B. Eingehungsbetrug ableiten und beweisen könnte und es deswegen zu einer Verurteilung des Delinquenten kommen würde. Dann könnte nach der INSO ein Versagungsgrund vorliegen. Hab ich in 15 Jahren erst einmal hinbekommen und das nur dank der Dummheit des Schuldners. Ansonsten ist der Nachweis des Vorsatzes nahezu unmöglich.

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Diese neuen Schulden werden nicht von der Restschuldbefreiung erfasst.

Ansonsten passiert im Hinblick auf die laufende Insolvenz erstmal nichts. Einen Grund für die Versagung der Restschuldbefreiung ergibt sich allein durch neue Schulden noch nicht.


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