Schlechtes Gewissen weil Pferd geschlagen?

9 Antworten

Prinzipiell finde ich es nicht verwerflich, wenn ein Pferd mal einen gezielten Klaps bekommt. Allerdings muß das für das Pferd na vollziehbar sein. Das, as Du da erzählt, finde ich schon unverständlich, wie soll denn das Pferd was davon lernen?

Mir ist es schon ein Rätsel, wie du es schaffst, das Pferd beim Longieren auf die Brudt zu schlagen, und erst recht begreife ich nicht, wie das Pferd dadurch vom Abhauen abgehalten werden sollte..

Meine Pferde bekommen auch mal eine, wenn sie etwas machen, was für mich oder einen anderen Menschen gefährlich werden könnte, wenn sie Grenzen, die sie kennen, übertreten. Das würde ihr führendes Herdentier auch machen, wenn Ohren anlegen etc. nicht hilft. Natürlich beginnt man immer mit der leichten Hilfe (der hinweisende Blick vom anderen Pferd) und eskaliert dann, wenn keine Reaktion erfolgt (Ohren anlegen, beißen, treten). Würde man nicht vorher die leichte Hilfe hernehmen, würde man das Pferd immer stumpfer auf Hilfen machen und es sich selbst damit verderben, denn beim Kräftemessen unterliegt man ein paar hundert Kilo Pferd.

Was Dein Pferd da macht, ist aber nichts das bewusste Übertreten einer bekannten Grenze, sondern einfach nur die Folge eines Longierfehlers, wenn das jedesmal passiert. Pferde "verarschen" nicht. Wer sowas sagt, gehört nochmal auf die Tribüne, bis er mal lange genug Pferde beobachtet hat, um mit ihnen arbeiten zu können. Jemanden, der einem Pferd sowas unterstellt, ein Pferd in die Hand geben, ist einfach ein zu hohes Risiko. Die Folgen tragen wir alle in der Solidargemeinschaft des Versicherungswesens, das dann für die Unfälle aufkommen muss. Das sollte Deine Frage beantworten: Ja, Du hast zu unrecht gehandelt und es wäre besser, erst longieren und Pferdeverhalten zu lernen, bevor man rum doktort und ein Pferd so ausbildet, dass es gefährlich für sich selbst, für Dich und auch noch für unbeteiligte Dritte wird.

Und woher glaubst Du zu wissen, dass er "verzeiht"? Er wird sich, wie das Pferde in ihrer Gutmütigkeit so machen, seinen Teil denken. Dir den Stempel "nicht zurechnungsfähig" geben, wenn Du für ihn nicht nachvollziehbar handelst. Wenn Du ihn jede Runde auf's neue in Unsicherheit auf die Wand zurennen lässt an der Longe und ihm dann eine rauf haust, wenn er die für ihn sichere Lösung wählt, dann ist das für ihn nicht nachvollziehbar - sein Bestreben ist nämlich nur eins: Die wenigsten Unannehmlichkeiten zu haben. Wenn Ihr mal in eine Situation kommt, wo Du Dich echt auf ihn verlassen können musst, z.B. weil Ihr beim Ausreiten in etwas geratet, was sich nicht kalkulieren hat lassen, z.B. die Landung eines Rettungshubschraubers, dann wird er nicht drüber nachdenken, Dich mitzunehmen, sondern wird sich in Sicherheit bringen - und wenn Du dabei zu Schaden kommst, wird ihn das nicht groß jucken, Du bist ja eh nichts besonderes.

Wenn Du hingegen den Stempel "passt immer auf mich auf und entscheidet richtig" hast, wird er Dich fragen, wie er mit dem Hubschrauber umgehen soll, ob Du zur Flucht entscheidest oder ob es ungefährlich ist, da zu bleiben. Und sollte es so gruslig für ihn sein, dass er keine Zeit mehr findet zu fragen, wird er Dich wenigstens mitnehmen, sodass Du spätestens nach ein paar Metern parieren kannst.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Durchgenend Pferdeerfahrung seit 1981

Er ist ein Tier und kann nicht nachdenken wie Menschen.

Er macht Dinge, die er mag, und meidet Dinge die er nicht mag.

Gewalt führt dazu, dass er dir nicht vertraut.

Am besten ist es, wenn du gar keine Gewalt mehr anwendest.

Vielleicht gibt es einen Pferdetrainer / -in in der Nähe deines Wohnortes, der / die dir was beibringen kann, und dem Pferd auch, wird aber wahrscheinlich was kosten.

er bekommt dann ja zumindest zuverlässig deine aufmerksamkeit.

ich würde sagen, er hat dir schon was beigebracht.

übrigens sind etwa 0,01% aller pferde problempferde - falls sie es schaffen, erwachsen zu werden und nicht vorher durch einen unfall umkommen. ein echtes problempferd ist ein pferd, das so "gestrickt" ist, dass es unhändelbar ist.

dass dein pferd longieren doof findet, macht es noch nicht zum problempferd. ich würde sagen, probiere es statt mit negativer mal mit positiver konditionierung. klickern zum beispiel. man kann pferden nämlich schnell beibringen "gespenster" zu sehen. es wieder abzugewöhnen erfordert - geduld.

mein tipp: mach yoga oder achtsamkeitstraining und hol dir einen trainer dazu. zudem empfehle ich dir den longenkurs von babette teschen - oder mach dort mit dem pferd mal ein seminar mit.

Woher ich das weiß:Beruf – Sachgerechter Umgang ist aktiver Tierschutz!

Und allein durch den Fakt, dass dein Pferd das Longieren nicht so prickelnd findet schließt du darauf, dass dein Pferd ein Problempferd ist? Ok... kann man machen. Allerdings bezweifle ich, dass es sich dabei wirklich um ein Problempferd handelt. In 99,99% der Fälle ist der Reiter bzw. der Mensch an diesem "Problem" schuld und nicht das Pferd.

Als erstes solltest du an deiner Selbstbeherrschung arbeiten. Was bringt es dir, wenn du ihn schlägst? Wie du ja siehst macht er es trotzdem immer wieder. Mit so einem Verhalten wird das nie besser, evtl. sogar schlechter.

Such dir Hilfe, wenn du es alleine nicht auf die Reihe bekommst ihn richtig zu longieren! Und nicht nur eine nette Freundin die sich "auskennt" weil sie schon ach so viele Problempferde "behandelt" hat - die Rede ist von einem erfahrenen Trainer/RL.

Du musst natürlich konsequent sein, aber schlagen bringt dir wie gesagt rein gar nichts.

Mein Pferd fand das Longieren am Anfang auch richtig doof. Ich denke, dass er es einfach nicht richtig gelernt hat und vermutlich auch nur im Roundpen "longiert" wurde... Jedenfalls wollte - und hat er auch ein paar mal geschafft - er sich losreißen/abhauen sobald es zur geschlossenen Zirkelseite ging, also so wie deiner. Er hat sich dann einfach im Galopp - im Trab oder Schritt hat er das nie gemacht - abgewendet und ist in die andere Richtung los. Da kann man dann wenig machen, wenn 600kg nicht mehr wollen und einen fast quer durch den Platz ziehen. Man muss sagen, dass ich die ersten Male losgelassen habe, weil ich keine Handschuhe anhatte und ich keine Lust auf Blasen und Verbrennungen hatte. Irgendwann dachte ich mir, ich probiere jetzt mal was aus, gesagt getan. Ich also mit Handschuhen und er mit Trense (ja, ich bin eigentlich absolut kein Fan vom mit-Trense-longieren, aber das war quasi als "Notbremse" gedacht. Zu dem Zeitpunkt ist er mir beim Laufen lassen übern Zaun gesprungen und das wollte ich vermeiden, wenn er auch noch die Longe dranhängen hat) bewaffnet. Er wollte dann natürlich wieder abhauen, ich habe dann aber gehalten und mit der Gerte Druck gemacht, also einfach mehr getrieben, und siehe da, er blieb auf dem Zirkel. Das ging dann ein paar mal so und seitdem kann ich den auch am Halfter an die Longe hängen und ich brauche max. ein bisschen mehr treiben, dann weiß er: ok, ich soll da bleiben und vorwärts gehen. Gut ist bei ihm auch, dass er verdammt viel und vor allem auch gut auf Stimme hört - da brauche ich nur sagen: bleib da, kurz mit der Gerte wedeln und das wars.

Ich habe ihm nie weh getan oder ihn geschlagen! Habe einfach nur ein paar mal die Longe gehalten und nicht losgelassen, dass er gemerkt hat, dass er nicht gewinnt (auch wenn er mich trotzdem durch die Gegend gezogen hat, aber ich habe ihn dann wieder umgedreht und weiter longiert). Ob das die absolut richtige Variante ist, weiß ich nicht, bei mir hats funktioniert. Heißt aber nicht automatisch, dass das bei deinem auch geht. Und wie gesagt, wenn du alleine nicht weiter weißt, dann hol dir lieber Hilfe.

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