Rot-Grün Sehschwäche dem Chef mitteilen oder für sich behalten?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Rot-Grün-Schwäche ist sehr häufig und genetisch bedingt (da das Gen dafür auf dem X-Chromosom ist und die Krankheit rezessiv vererbt wird) eine "typische Männerkrankheit". Schämen brauchst du dich dafür nicht.

Fakt ist: Du musst es deinem Chef nicht sagen.

Als Fachinformatiker zur Systemintegration hat das auch sehr wenig Bedeutung. Du musst schließlich keine Kabel anhand von Farben unterscheiden und klemmen (für Elektriker ist das oftmals ein Problem). Deine Arbeit besteht zumeist aus Code und Text – wo soll dir da eine Rot-Grün-Schwäche ins Gewicht fallen? ;)

Dem Chef müssen Krankheiten nur mitgeteilt werden, wenn es entweder erhebliche Einschränkungen für dich als Arbeitskraft bedeuten würde bzw dich oder deine Mitarbeiter in Gefahr bringen würde (zB eine Allergie gegen einen der Stoffe, mit denen du arbeitest), oder du deswegen einen Krankenstand brauchst. Ich glaube, ich muss dir nicht sagen, dass das auf eine Rot-Grün-Schwäche nicht zutrifft ;)

Naja als Fachinformatiker für Systemintegration habe ich eben nicht nur Code und Text. Das wäre der Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung. Ich bin der, der die Geräte aufstellt und die Infrastruktur aufbaut. Bei mir spielen Kabel schon eine Rolle, wobei ich mit den heutigen Kabel, die so gute Farben haben, überhaupt keine Unterscheidungsschwierigkeiten habe. Allerdings habe ich große Probleme bei Switchen oder anderen Geräten, die übersäht von kleinen roten, orangen, grünen oder gelben LEDs sind. Die kann ich so gut wie gar nicht unterscheiden. Ich vermute dann immer anhand der Unterschiede die ich ja sehr wohl wahrnehme, aber eben nicht zuordnen kann.

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@Helfi94

Der Antwort von karinili ist vollkommen zuzustimmen!

Im alltäglichen Leben ist die Rot-Grün-Sehschwäche ziemlich irrelevant. Sie könnte allenfalls von Bedeutung sein, wenn Du die Farbeinstellungen von Monitoren, Fernsehgeräten regeln, die Farben kalibrieren müsstest, wenn Du in einem Farblabor (Fotografie, Lackindustrie) arbeiten würdest.

Es gibt keinen vernünftigen Grund, Deinen Arbeitgeber oder andere förmlich darüber zu informieren - es gibt aber auch keinen Grund, es "verschämt" zu verschweigen.

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@Helfi94

Achso, da habe ich wohl etwas verwechselt. Wie Familiengerd schon angemerkt hat, brauchst du deinen Chef darüber nicht förmlich informieren. Allerdings kannst du es vielleicht in einem persönlichen Gespräch einmal anmerken. Ansonsten schäm dich nicht, und frag einfach jemanden der gerade herum ist, welche Farbe welche ist.

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Es gibt durchaus Berufe, bei denen eine Rot/Grün-Schwäche ein grosses Problem darstellt. Doch wenn dies für den Job ein Kriterium ist, dann wird schon bei der Bewerbung ein Sehtest verlangt. Die Arbeitgeber haben da meist schon vorgefertigte Formulare, mit denen die Mitarbeiter zum Optiker geschickt werden. Fazit: Da von dir kein solches Gutachten verlangt wurde, gehört es wohl auch nicht zu deinem Anforderungsprofil. Du kannst das also getrost für dich behalten, wenn es für die Ausübung deines Jobs kein Handicap darstellt und es geht keinen was an. Übrigens ist fast jeder 10te Mann von einer Farbstörung betroffen, also ist es noch nicht mal eine Seltenheit. Würdest du danach gefragt werden, bräuchtest du sicher nicht zu lügen, aber wenn du nicht gefragt wirst, bist du in keiner "Bring-Schuld". Viele sind sich auch dessen gar nicht bewusst, eine Farbstörung zu haben, also kann ohne gutachterlichen Check von dir auch gar nicht verlangt werden, dass du über deine "Farbsehqualität" bescheid zu wissen hast

Das beeinträchtigt deine Arbeit ja nicht oder? Wenn es das nicht tut musst du das dem Chef nicht sagen und darfst sogar lügen wenn er dich danach fragt. Aber wenn es die Arbeit nicht beeinträchtigt macht das ja keinen Sinn. Ich denke nicht, dass dein Chef ein Problem damit hat. Rot Grün Schwäche gibt es ja doch sehr häufig.

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