Risikolebenversicherung - Raucher verschwiegen - Tod durch Unfall - muss die volle Summe gezahlt werden?

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10 Antworten

mal angenommen man verschweigt bei der RisikoLV das man Raucher ist und kommt durch einen Unfall ums Leben, der in keinerlei Zusammenhang mit dem Rauchen gebracht werden kann.

Damit begeht man eine vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung

Kann die Versicherung trotzdem die Summe kürzen oder gar nicht zahlen ?

Kürzen ja, unabhängig des Grundes, der zum Versicherungsfall geführt hat, bis zu der Höhe, die der Versicherungsnehmer anhand des Beitrags und des höheren Risiko hätte versichern können.
Die Leistung gänzlich zu verweigern ist nicht möglich.

Wo ist das gesetzlich geregelt ?

§19 - § 32 Versicherungsvertragsgesetz (VVG)

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Kann die Versicherung trotzdem die Summe kürzen oder gar nicht zahlen ?

Du hast es erkannt - dies ist möglich, wenn im Antrag die Frage vorhanden war ob der Versicherungsnehmer raucht.

Denn meist zahlen Raucher einen höheren Beitrag als Nichtraucher.

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Für FreierBerater, Hier die Zusatzbedingungen NR zum ERGO Direkt Tarif Q6

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Die Versicherung kann hier gar nicht zahlen, da unwahre Angaben zu Anfangs getätigt wurden. In den Verträgen steht auch mit dabei dass bei unwahren Angaben kein Versicherungsschutz besteht (unabhängig davon ob die Person nun deswegen verstorben ist oder nicht). Allerdings..muss erstmal nachgewiesen werden dass er bei Abschluss schon Raucher wahr ne? ;) (ich mein das geht durch Gutachtenprüfung aber nur bedingt) Die Ergänzung ist jetzt natürlich kein Aufruf zum Versicherungsbetrug. Sinnvoller ist es selbstverständlich von Anfang an mit anzugeben dass man Raucher ist, dann wird idR nur Todesfolge aufgrund des Rauchens ausgeschlossen, aber die anderen Punkte werden noch übernommen,

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Kommentar von DerHans
26.11.2015, 18:06

Der Raucher greift zur Zigarette und verursacht einen Verkehrsunfall. Wenn er dabei verstirbt, wäre das ein Ausschluss.

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Kommentar von RudiRatlos67
26.11.2015, 18:11

Im Grunde ist die Antwort schon richtig, Allerdings steht in vielen Bedingungswerken, dass es anzugeben ist wenn man nach Vertragsschluss mit dem Rauchen beginnt und das die Nichtanzeige die Versicherung berechtigt Beiträge nach zu fordern bzw. die Versicherungssumme in dem Verhältnis kürzen kann, in dem die Beitragszahlung zu gering war. Kürzungen von 60% und mehr sind dabei durchaus normal.

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Gesetzlich ist das überhaupt nicht geregelt.

Dafür ist das Versicherungs-Vertrag-Gesetz (VVG) zuständig. Es herrscht freies Vertragsrecht.

Buietet einen Versicherer einen günstigeren Tarif für Nichtraucher an, so bedeutet es eine Obliegenheitsverletzung, wenn der Versicherungsnehmer trotzdem raucht. Er erschleicht sich dadurch ja eine günstigere Prämie.

Bei einem Todesfall, der mit dem Rauchen nichts zu tun hat, könnte der Versicherer allerdings die korrekte Prämie nachfordern.

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Kommentar von RudiRatlos67
26.11.2015, 18:23

Gesetzlich ist das überhaupt nicht geregelt.

Dafür ist das Versicherungs-Vertrag-Gesetz (VVG) zuständig. Es herrscht freies Vertragsrecht.

Gibt's in Deutschland irgendwas das nicht geregelt ist?

Schau Dir mal §19 - §32 VVG an... darin ist das wehr wohl geregelt

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Kommentar von DolphinPB
26.11.2015, 18:47

Das ist in den jeweiligen Versicherungsbedingungen geregelt und besagt i.d.R. dass die Leistung gekürzt werden kann.

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Erst müsste man die AVB sehen und kennen. Dann kann man ggf. streiten ob es eine unangmessene Benachteiligung wäre.

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Es ist zwar eine Obliegenheitsverletzung - und der Versicherer kann die günstigere Prämie für Nichtraucher nachfordern- jedoch würde die volle Summe fällig wenn keine Kausalität zum Schadenereignis besteht. Also die Unfallursache wegen brennender Zigarette wäre doof... Aber erschossen werden macht nichts...

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Kommentar von RudiRatlos67
26.11.2015, 18:31

Falsch.... Es ist unerheblich woran der Versicherte stirbt. Wenn er Raucher ist und das verschwiegen hat, hat er unabhängig von den Umständen des Versicherungsfall keinen Anspruch auf die volle Leistung. vergl. §19 - § 32 VVG

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Kommentar von DolphinPB
26.11.2015, 18:45

Definitiv falsch, der Versicherer kann die Leistung im Verhältnis der Prämien kürzen.

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Kommentar von RudiRatlos67
27.11.2015, 11:09

Es ist zwar eine Obliegenheitsverletzung - und der Versicherer kann die günstigere Prämie für Nichtraucher nachfordern-

Sollte wahrscheinlich heißen "die Differenz zur höheren Prämie nachfordern" soweit OK, das ist Rückwirkend zum Beginn der Versicherungsperiode möglich. Da Lebensversicherungen keine Verischerungsperioden aussteuern, ist dies der Beginn der Versicherung. Das kann schon mal sehr teuer werden, da Rauchertarife i.d.R. etwa 200% höhere Beiträge erfordern als Nichtrauchertarife

Ist der Versicherungsfall erst eingetreten, geht es beim Risikoträger um richtig viel Geld und er hat überhaupt kein Interesse die höheren Beiträge nachzufordern..... Nach dem Motto "lieber Hinterbliebener, zahl mir 1000 Euro Beiträge nach, dann überweise ich Dir 50.000 Euro mehr..."

Alternativ auch: "Die höheren Beiträge ziehen wir von der Auszahlung der Versicherungssumme ab.... Statt 70.000 überweisen wir nur 69.000....."


Merkt Ihr was?
Schon im Sinne der (ehrlichen-) Versichertengemeinschaft, wäre diese Vorgehensweise ein Versicherungsbetrug von Seiten des Risikoträgers an der Versichertengemeinschaft.

Der Satz "Brennende Häuser sind nicht versicherbar" trifft es auch in diesem Fall sehr genau

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Sie kann kürzen, steht sehr deutlich in den entsprechenden AVBs.

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Du hast bisher reichlich falsche oder unklare Antworten kassiert! Auch einige interessante Ansätze bzgl. VVG oder Obliegenheiten wie der vorvertraglichen Anzeigepflicht hast du bekommen...

Trotzdem haben ALLE Antworter einen Aspekt übersehen, weswegen der Versicherer im geschilderten Fall vorbehaltslos die Versicherungssumme zur Auszahlung bringen MUSS:

Die Antrags-/Gesundheitsfragen -auch zum Rauchen- beziehen sich immer auf die Vergangenheit und Gegenwart; seltenst auf die Zukunft. Das bedeutet, dass der Antragsteller ja nach Erhalt der Police zum Raucher geworden sein könnte, was dann keine Obliegenheitsverletzung darstellen würde. Bei Unfalltod stellt sich also nicht die Frage, ob und wann der Raucher zum selbigen wurde.

Bei Lungenkrebs hingegen mutmasslich schon...

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Kommentar von RudiRatlos67
26.11.2015, 18:54

Es ist eine Obliegenheit, dem Risikoträger eine Gefahrerhöhung anzuzeigen, außer er verzichtet in den AVB´s explizit darauf (das ist  z.b. bei einer BUV üblich in Bezug auf den zuletzt ausgeübten Beruf, der versichert ist auch wenn er eigentlich höhere Beiträge erfordern würde oder gar nicht versicherbar wäre)

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Kommentar von DolphinPB
26.11.2015, 18:59

Trotz der großen "Ankündigung" - Leider falsch !

Siehe auch RudiRatlos67: Nicht-Mitteilung einer Gefahrenerhöhung, hier kann gekürzt werden.

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Kommentar von Samy795
26.11.2015, 19:18

Auch das steht doch in den AGBs. Gerade bei den RisikoLVs, die spezielle Nichtrauchertarife anbieten ist das sehr strikt gehandhabt. Da reicht theoretisch bereits eine Zigarette (auch wenn das praktisch gesehen wohl vernachlässigen lasst). Die Bedingungen sind aber dennoch eindeutig!

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Wenn die Versicherung es prüfen lässt ob der jenige Raucher war gibt es wahrscheinlich kein Geld.

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