relativistische massenzunahme falsch?

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6 Antworten

Ich kann Dir da ein ganz ausgezeichnetes Buch empfehlen: "Physik der Raumzeit von Taylor und Wheeler im Spektrumverlag erschienen". Darin wird die SR in ganz kleinen Schritten sehr verständlich erklärt und an konkreten Beispielen durchgerechnet . Ich kann mir nicht vorstellen, daß es zu diesem Thema ein besseres Buch gibt. Es ist so, daß die Energie und nicht die Masse relativistisch ist. Die Masse ist in der Tat invariant und der Begriff "Ruhemasse" somit überflüssig oder sogar unsinnig. 

Das ist eine Frage der Definition. Nimmt die Masse als Maß für die Trägheit eines Körpers, dann nimmt die Masse mit m = m0 / wurzel(1-v^2/c^2) zu und die Formel E = m * c^2 stimmt absolut. Hier sieht man dann, dass eine der Größen E und m überflüssig ist, also kann man genauso gut (in der Hochenergiephysik so üblich) m als Ruhemasse nehmen, dann gilt natürlich nicht mehr E = m * c^2, nur in Ruhe.

Wie gesagt, mit richtig oder falsch hat das absolut nichts zu tun, es ist eine reine Definitionssache, was mit m gemeint ist.

Jede Quantifizierung von Zeit oder Masse ist subjektiv.

Jeder Beobachter, relativ zu dem sich ein Objekt bewegt, hat den Eindruck, dass die Masse des Objekts bei zunehmender Geschwindigkeit zunimmt. 

Gegen Ende der Notiz http://greiterweb.de/zfo/Relativ.htm#msgnr0-144 findet sich sogar ein Beweis für diesen -- nur scheinbar stattfindenden --Massenzuwachs.

Längenkontraktion, Zeitdilatation und relativistischer Massenzuwachs sind nur beobachtungstechnisch begründete Effekte (zurückzuführen auf die Endlichkeit der Lichtgeschwindigkeit).

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@grtgrt

Genau deswegen sind diese Effekte auch aus Sicht unterschiedlicher Beobachter unterschiedlich groß (natürlich nur dann, wenn sich diese Beobachter relativ zum Objekt verschieden schnell bewegen).

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@grtgrt

Man kann es auch so ausdrücken:

Die Masse (= Ruhemasse = träge Masse = schwere Masse) eines Objekts hat verschieden großen Wert, je nachdem aus welchem Bezugssystem heraus man sie betrachtet.

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@grtgrt

die ruhemasse (=masse) eines objekts ist eine invariante größe. die hat in jedem bezugssystem denselben wert.

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@Reggid

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Einstein selbst eine Empfehlung zum Gebrauch des Begriffs "Masse" gegeben hat. Leider finde ich diese Stelle nicht mehr. Kennen Sie sie?

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@Reggid

Richtig also wäre zu sagen:

Die relativistische Masse (= träge Masse = schwere Masse) eines Objekts hat verschieden großen Wert, je nachdem aus welchem Bezugssystem heraus man sie betrachtet.

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@grtgrt

Richtig wäre es:

Die relativistische Masse (= Energie) eines Objekts hat verschieden großen Wert, je nachdem aus welchem Bezugssystem heraus man sie betrachtet

die "relativistische masse" mR=m / Wurzel[1-v²/c²] kann nicht einfach als träge oder schwere masse der klassischen physik interpretiert werden.

weder kann sie die trägheit im sinn von F= m * a beschreiben, noch kann sie als alleinige quelle der gravitationswirkung gesehen werden.

so funktioniert die relativitätstheorie einfach nicht, und daher sollte man die energie auch einfach nur "energie" nennen, und sich nicht irgendwelche neuen namen wie z.B. "relativistische masse" dafür ausdenken.



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@Reggid

Vielen Dank für diese Klarstellung.

Wenn man als Beobachter allerdings sieht, dass kein Objekt durch noch so hohe und lang anhaltende Beschleunigung auf Lichtgeschwindigkeit gebracht werden kann, hat man schon den Eindruck, dass zunehmend größer werdende relativistische Energie mit einer Erhöhung seiner Trägheit einhergeht (natürlich immer nur aus Sicht des Beobachters).

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@grtgrt

ja, das ist auch so, aber der proportionalitätsfaktor zwischen einer parellel zur bewegungsrichtung wirkenden kraft und der beschleunigung ist m * g³, und somit um einen faktor g² größer als die "relativistische masse"

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