Reiten ist keine Tierquälerei! ;( Argumente?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Sagen wir mal so: Welche Daseinsberechtigung haben die meisten Arten, die nicht als Nutztiere gehalten werden (und wenn der Nutzen die Freude der Kinde an ihrem Goldhamster ist, also zähle ich Haustiere zu den Nutztieren)? Das heißt, würden wir nun deswegen alle aufhören zu reiten, zu fahren, Bodenarbeit zu machen, Holz zu rücken oder sie am Acker einzusetzen (gibt ja auch welche, die die alten Bewirtschaftungstraditionen wieder aufleben lassen) ... sähe es sehr schlecht aus für den Fortbestand der Pferde auf dieser Welt.

Natürlich gehört da dazu, dass wir das Pferd physisch und psychisch dazu bereit machen, es zu reiten, dass wir es dran gewöhnen, was der komische Zweibeiner von ihm will, mit ihm so umgehen, dass wir ihm keinen Schaden zufügen ... und schon sind wir an einem Punkt, wo wir auch mal drüber nachdenken sollten, wieviele Pferdehalter ihren Tieren Schaden mit dem ausgewählten Futter zufügen - aus reiner Unkenntnis darüber, dass indem so teuer erstandenen Futtersack weitaus mehr Schrott als Gutes drin ist. Wenn wir das ansehen, ist auch Pferd zum Anschauen halten fragwürdig.

Und: So ein ordentlich trainiertes Warmblut mit 165 Größe wiegt gern mal um die 600 kg - wenn die nicht neugierig wären auf das, was die Menschen mit ihnen machen ... sähe nicht gut aus für den Menschen. Von daher kann man ihr Neugierverhalten durchaus nutzen, um eben seine "Nutzung" zu bekommen von den Pferden. Und wenn man es geschickt macht, kommen sie am nächsten Tag von der Heuraufe, wo lauter leckeres Futter drin ist, zu einem gelaufen und fragen, ob man "das lustige Spiel" wieder mit ihnen macht. Sie könnten auch einem den Hintern hindrehen und sagen, bleib weg, mit Dir ist es doof, ich bleib viel lieber bei meinen Freunden.

Dazu kommt noch: Sie kennen es nicht anders. Wir fangen uns nicht Wildpferde und erklären ihnen von heute auf morgen "Arbeite für mich!", sondern wir Menschen ziehen sie schon groß, lehren sie das Fohlen-ABC und schleichen dann, wenn sie alt genug sind, langsam zur wirklichen Arbeit rüber. Für die Pferde ist es normal. Sie sehen als Neugeborene schon andere Pferde, die Menschen durch die Landschaft tragen.

Reiten ist ein Sport, der Pferd UND Reiter gut tut. In den meisten Fällen zwingt man sein Pferd ja nicht zu allen Sachen, sondern man motiviert es. :)

bor reiten ist keine tierquälerei -.- kenne sooo viele pferde die sich total freuen wenn sie geritten werden .. wenn sie auslauf kriegen... natürlich sollte man es nicht übertreiben und jeden tag reiten das wäre dann nicht so gut aber den meisten pferden macht es spaß :)

Klar entspricht es nicht dem natuerlichen ursprung dass pferde geritten werden. Allerdings sind diese heutzutage alle gezuechtet und brauchen schonmal bewegung. Ich habe schon oft erfahren wie pferde eingehen, wenn sie keine 'arbeit' mehr haben. Pferde sind lauftiere, daher ist das ausreiten etwas, dass ihnen gefällt. Wenn die Ausbildung Pferdegerecht ist, und die tiere psychisch und auch physisch nicht belastet, ist das einfach auch vorteilhaft, weil z.b. beatimmte gymnastizierung die vorderhand entlastet,muskulatur aufbaut etc. Es ist aber auch vom pferd abhaengig ob es eher gerne bewegt wird oder weniger. Wer RICHTIG reitet und ein ECHTER loyaler pferdemensch ist, den fehler bei sich sucht und sich immer selbst verbessern will, um es seinem pferd komfortabler zu machen, der wird vom pferd alles verlangen koennen und es wird es aus freundschaft machen.

Mittlerweile bin ich mir leider nicht mehr sicher wie ich zum Reiten stehen (möchte). Klar, einerseits kann man ein Pferd so trainieren, dass es das Gewicht des Reiters so gesund wie möglich tragen kann. Dafür muss es zuerst vom Boden aus gewissenhaft vorbereitet werden und danach muss gewissenhaft weiter trainiert werden, sonst ist Reiten wirklich höchst ungesund fürs Pferd.

Die Frage ist nun, wie das PFERD dazu steht geritten zu werden und da bin ich mir eben generell sehr unsicher. Wenn ich "normal" mit meinem Pony arbeiten würde, hätte ich diese bedenken vermutlich nicht, er macht schließlich immer nett mit und strengt sich wirklich an. Auch Ausritte genießt er. Da ich aber nicht mehr "normal" mit ihm arbeite, sonder ihm immer die Wahl lasse, hat er mich schon mehrmals mit Sattel einfach stehen gelassen. Ihm gefällt es sichtlich mehr mit mir andere Dinge zu machen als zu reiten. Nun ist meine Frage warum er mich nicht immer stehen lässt, schließlich ist reiten doch unnatürlich und er mag es ja auch nicht wirklich. Tut er mir damit einen Gefallen? Ist es der Schokoladeneffekt? D.h. weiß er, dass es eigentlich nicht gut für ihn ist und er tut es trotzdem weil es ihm doch irgendwie gefällt?

Ich weiß, dass ist nicht wirklich eine Antwort auf deine Frage, vielleicht kannst du aber wenigstens meinen Gedankengang nachvollziehen ;)

Siehe meine Antwort - Pferde fühlen sich eindeutig wohler wenn sie eine Aufgabe haben, das gleiche gilt für Hunde und alle anderen Lebewesen.

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@friesennarr

Ja natürlich, aber sollte das Tier nicht auch die Wahl haben was es sich als Aufgabe auswählt? Ist reiten nicht nur das geringre Übel als sich zu langweilen?

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@pMaIq

Derjehnige der die Wahl hat - zu arbeiten oder faul zu sein - was würde er wählen, das gilt für Mensch und Tier. Müssten die Pferde sich ihr Futter im bergigen Gelände oder auf der Steppe selber suchen - muss er laufen - da bleibt ihm keine Wahl. Die Natur gibt keine Wahlmöglichkeiten vor. Laufen u. Fressen oder stehenbleiben und Hungern.

Das letzere wäre aber von der Natur nicht vorgesehen.

Bei uns in der "Pferdehaltung" hat das Pferd noch nicht mal die Wahl des Futters - das würde mir mehr Gedanken machen als ob es Lust hätte zu Arbeiten sprich geritten werden. Wir legen das Futter vor - man muß nix tun also kommt die o.a. variante zum tragen - Arbeiten oder Faul sein. Jeder Mensch jedes Tier würde sich für das Faulsein entscheiden solange ihm das Futter direkt vorgelegt wird. Also Leben ohne zu Arbeiten. Wobei Arbeit für mich alles bedeutet was zum Leben befähigt. Futtersuche, große Distanzen überwinden um einen Partner, Wasser oder Salzlecken zu finden. Bei mir arbeitet mein Pferd wenigstens ein bischen am Tag für sein Futter. Ich arbeite den ganzen Tag um mein Futter und das meines Pferdes sicherzustellen.

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@friesennarr

Und warum muss diese Arbeit dann darin bestehen, dich durch die Gegend zu tragen? Warum reitest du?

Vermutlich wird dich dein Pferd auch begrüßen, wenn du an den Zaun heran trittst. Es wählt also zwischen Futter und dir. Wenn du dem Pferd so oft wie möglich eine Wahl lässt, wirst du ganz schnell sehen was ihm aktuell wichtiger/ besser erscheint. Natürlich wird dabei nichts abgewogen, das Tier kann nicht für seine Zukunft planen und wird sich immer gegen den TA entscheiden, da das was er normalerweise tut in erster Linie unangenehm ist.

Mein Herr Pony läuft bei uns auf dem Grundstück immer frei (außer bei TA besuchen), er darf sich also entscheiden ob er die Zeit mit mir verbringen möchte und etwas tun will, oder ob er weiter in der Sonne schlafen will. Er war ein super erzogener kleiner Kerl, der nie auf die Idee gekommen wäre mal seine Meinung zu äußern, er hätte alles getan was man ihm aufträgt. Nun habe ich meine Arbeit mit ihm komplett umgestellt, anfangs waren keine Veränderungen fest zu stellen, nach gut 2 Jahren traut er sich mitlerweile wirklich nein zu sagen. Er geht wenn ihm etwas nicht gefällt, natürlich kann ich ihn zurück rufen, wenn ich es für richtig hielte. Aber warum? Sollen wir nicht auch möglichst das machen was uns liegt und was uns freude bereitet? Natürlich geht das nicht immer, aber sollen wir diese lästigen Arbeiten unserem Pferd zumuten, damit unser Ego sich gut fühlt?!

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@pMaIq

Ja auf deine letzte Frage.

Ich halte mein Tier nicht nur zum reiten - das reiten ist eigendlich eine angenehme Nebensache. Meine Stute darf Stute sein - bekommt auch die möglichkeit sich Fortzupflanzen. Darf Mami sein - darf Pferd sein in eine Herde.

Dann kann sie auch was für mich tun.

Gestern waren unsere frisch auf der Koppel - habe mein Pferd gerufen - die glotzt mich an kommt aber nicht - hab sie weitermampfen lassen. Und bin wieder gegangen. Nur mal soviel dazu das sie immer nur meinem Willen folgen muß. Grüßle

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@friesennarr

Das war auch nicht gegen dich gemeint ;) von dem was ich bisher von dir gelesen habe, würde ich behaupten du machst dir Gedanken zu dem Thema und hast auf jeden Fall eine fundierte Position.

Ich für meinen Teil versuche den Egoismus so weit wie möglich los zu werden. Wenn ich andere glücklich machen kann, möchte ich nichts zurück verlangen sondern mich mit ihnen freuen.

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