Reden die Schweizer an der uni/in der schule in der pausen auf hochdeutsch..ist es unhöflich wenn man sie bittet auf hochdeutsch zu sprechen?

8 Antworten

Man redet privat automatisch so, wie einem der Schnabel gewachsen ist, wie es vertraut ist und wie es der Muttersprache entspricht, insbesondere, wenn man sich "als Gleicher unter Gleichen" befindet.

Natürlich darf man immer wieder darum bitten, dass Hochdeutsch gesprochen wird! Das ist nicht unhöflich! Man sollte es aber nicht allzu übel nehmen, wenn immer wieder mal ins Swizzerdütsch verfallen wird.

In der Schule/Universität reden wir eigentlich Hochdeutsch, allerdings vergessen dies viele (auch Lehrer) und man redet Schweizerdeutsch. In den Pausen wird man Schweizerdeutsch reden, allerdings können wir ja Hochdeutsch. Wenn du uns also darum bittest Hochdeutsch zu reden da du noch nicht lange hier wohnst ist es also absolut kein Problem.

Wenn jemand in der Deutschsschweiz lebt, arbeitet oder studiert, dann sollte er schon versuchen, unsere Sprache zu verstehen. Das ist eben Höflichkeit.

Und auch wenn wir auch jeweils höflich sofort auf die Standardsprache wechseln, so fällt uns das doch relativ schwer. Und Du lernst so nie, Schwiizertüütsch zu verstehen. Versuche also, zu verstehen und frage nach, wenn etwas nicht klar ist. Und schon nach kürzester Zeit verstehst Du (fast) alles. Zu sprechen brauchst Du die Sprache allerdings nicht, das verlangt und will auch niemand.

Das muss man differenziert sehen: Wenn du Tourist bist, oder zu Besuch auf der Uni bist, darf man sicher darum bitten. Wenn du aber in der Schweiz lebst und nach spätestens einem halben Jahr noch nicht schweizerdeutsch verstehst, dass zeigst du, dass du dich nicht anpassen willst. Und dann ists unhöflich.
Du verlangst ja auch nicht, dass die Leute in Paris deutsch reden!

Achso, also ich muss eigentlich Schweizerdeutsch nur verstehen und nicht unbendingt den Dialekt sprechen (?)

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@niruchii

Ja, du musst sicher nicht Schweizerdeutsch sprechen. Das macht weder meine Mutter, noch meine Patentante, die beide seit über 60 Jahren in der Schweiz leben. Sie haben zwar viel Schweizerdeutsch angenommen im Laufe der Zeit, aber es ist jedem Schweizer leicht möglich, herauszufinden, dass sie nicht in der schweiz aufgewachsen sind. :-). Aber es wird erwartet, dass man den Dialekt versteht.

Auch wenn du soziale Kontakte pflegst, ist es besser. Niemand will in der Freizeit Hochdeutsch sprechen. Und, im Gegensatz zu Deutschland ist der Dialekt voll akzeptiert. Es kommt niemanden in den Sinn Hochdeutsch zu sprechen, wenn er nicht muss. Dies auch bei Geschäftsleitungssitzungen. Der Dialekt ist nicht, wie in Deutschland der Ausdruck mangelnder Schulbildung, sondern ein wichtiges Identifikationsmittel. Nach zwei Sätzen weiss ich in der Regel, woher das Gegenüber ist, und wie ich mit ihm verkehren muss.

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Genau so ist es. Und ehrlicherweise ist es für die meisten Deutschen auch kein Problem, Schweizerdeutsch zu verstehen mit ein bisschen Übung. Ist etwa wie der englische Arbeitskollege, welcher nach 3 Jahren noch kein Wort deutsch kann. Wenn er hier arbeitet, dann erwartet man das irgendwie, dass er es wenigstens versucht. Ansonsten wird sich irgendwann keiner drum scheren, dass er halt jeden Gesprächsfetzen, welcher nicht explizit (auch) an ihn gerichtet wurde, nicht mitbekommt. Einfach noch etwas mehr - da deutsch und schweizerdeutsch etwa ähnlich sind. Wenn man die Regeln der (nicht mitgemachten) Lautverschiebungen mal gecheckt hat, dann ist es kein Problem.

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So wie ich die meisten Schweizer kenne, werden sie sich in kürzester Zeit anpassen. Es ist allerdings von Vorteil wenn du Schweizerdeutsch verstehen lernst, sprechen ist dann nur noch das Sahnehäubchen.

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