Recht am eigenen Bild - Anspruch auf Foto?

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9 Antworten

Hallo Saskia..., 
jo, wie hier schon gesagt, als Bestandteil des "Zeitgeschehens" kann man selbstverständlich über dich berichten. Auch mit solchem herausragenden Foto, das ja auch das Zeitgeschehen darstellt.

Nein, eine vorherige Einverständniserklärung von dir war für eine Veröffentlichung nicht nötig. Einen rechtlichen Anspruch auf irgendwelche Leistungen daraus (also Fotoabzüge o.ä,) sehe ich darin nicht. Nun könnte ich mir jedoch eine Kopie der Datei gut für dich gut vorstellen. Der Verweis des Verlages  auf den Fotografen, der hat die Bildrechte, war richtig.

Wenn er allerdings dafür Geld verlangen sollte - es ist ja sein Job, Fotos zu machen - wirst du das dafür zahlen müssen. Dass er das Foto außerhalb der obigen Berichterstattung über dieses Reitturnier nicht und für nichts anderes verwenden darf, das weiß er. Und du jetzt ja auch.

Kopiere dir die aktuelle Veröffentlichung für deine Unterlagen und überprüfe etwaige weitere Verwendungen davon, mehr bleibt dir nicht zu tun. Du warst in diesem Moment tatsächlich so eine Prominenz, über die öffentlich berichtet wurde. Jetzt weißt du wie es den Promis geht. Ich würde dieses Bild auf jeden Fall als ein Riesenkompliment für dich sehen!  :- )

Die Kopie der jetzigen Veröffentlichung könnte für dich ein wichtiges Indiz werden, wenn dieses Bild oder ein Ausschnitt davon, irgendwo anders von anderen Leuten verwendet wird. Daher würde ich das Bild in Abständen von Google immer wieder mal suchen lassen (Google / Bildersuche).

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Kommentar von Hoppser123
11.07.2017, 21:12
  1. Sie ist keine Person des Zeitgeschehens.
  2. Aufnahmen von öffentlichen Veranstaltungen erlauben kein Herauspicken einzelner Personen, sondern nur die Abbbildung von Personengruppen.
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Kommentar von Naiver
11.07.2017, 21:43

Hoppser, danke für deine Einschätzungen. Du irrst in beiden Fällen.
Selbstverständlich hat der Redakteur volle Entscheidungsfreiheit, worüber er von diesem regionalen Zeitgeschehen berichtet... :- )

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Du hast nur ein Persönlichkeitsrecht. Kein Kopierrecht. Das liegt beim Urheber/Fotografen.

Im Rahmen deines Persönlichkeitsrech, kannst du einer Weitergabe/Kopie widersprechen, kannst aber nicht bestimmen, wer das Bild haben darf. Das gilt auch für eine Kopie für dich selbst.

Da es sich hier scheinbar um eine Öffentliche Veranstaltung handelt, hast du zudem durch deine Teilnahme der Nutzung zugestimmt.

Du bist also auf das Wohlwollen des Fotografen angewiesen. Und er kann für die Kopie auch Geld von dir verlangen.

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Von dem Erfordernis einer Einwilligung gibt es im Interessen der Informations-, Abbildungs-, Meinungs- und Kunstfreiheit vier wichtige Ausnahmen in § 23 Abs. 1 KUG.

  1. Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte,
  2. Personen als Beiwerk zu einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit,
  3. Bilder von Versammlungen, Aufzügen oder ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellte Person teilgenommen hat und
  4. Bildnisse im höheren Interesse der Kunst

dürfen ohne Einwilligung verbreitet und veröffentlicht werden. Wenn einer der Ausnahmen vorliegt, ist eine Abwägung mit den berechtigten Interessen der abgebildeten Personen vorzunehmen, § 23 Abs. 2 KUG.


Für den Fall wichtig ist das genaue Verständnis der Ausnahme für Versammlungsfotos, worunter auch Fotos von Kundgebungen und Demonstrationen zählen: ohne Zustimmung zulässig sind Bilder von Versammlungen, die also die Versammlung als solches zeigen, an denen die Fotografierten teilgenommen haben. Es gibt keine Erlaubnis für Einzel-Fotos von Personen, die an einer Versammlung teilnehmen. Kurz: Überblicksaufnahme ist ok, Porträt von Demoteilnehmer nicht.


Da diese Regelungen lange vor in Kraft treten des Grundgesetzes und der europäischen Grundrechtscharta entstanden sind, hat die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, des Bundesverfassungsgerichts und des europäischen Gerichtshofes zur Auslegung der Regelungen des KUG in Anbetracht der Grundrechte ein abgestuftes Schutzkonzept entwickelt. 
„Danach dürfen Bildnisse einer Person ohne deren Einwilligung nach § 23 Abs. 1 KUG ausnahmsweise verbreitet werden, wenn es sich um Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte handelt und durch die Verbreitung die berechtigten Interessen des Abgebildeten nicht verletzt werden, § 23 Abs. 2 KUG. Dabei erfordert schon die Beurteilung, ob Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte vorliegen, eine Abwägung zwischen den Rechten des Abgebildeten … einerseits und dem Recht der Presse und Informationsfreiheit … anderseits.“

Der Begriff des Zeitgeschehens ist weit auszulegen. „Er umfasst alle Fragen von allgemeinem gesellschaftlichen Interesse, nicht nur Vorgänge von historischer Bedeutung.“ Der Informationsgehalt einer Bildberichterstattung ist im Gesamtkontext mit der Wortberichterstattung zu ermitteln.

Der BGH zeigt mit dieser Entscheidung erneut auf, dass sich eine pauschale Bewertung im Bereich der Fotoabbildung von Personen grundsätzlich verbietet. Die sich gegenüberstehenden Interessen sind jeweils im Einzelfall genau miteinander abzuwägen. Gleichzeitig senkt der BGH jedoch mit dieser Entscheidung die Anforderungen an die Ausnahmeregelung zum Bildnis aus dem Bereich der Zeitgeschichte und macht damit noch einmal die von dem EuGH vorgegebene Maßgabe deutlich, dass nicht die abgebildete Person (etwa als „Person der Zeitgeschichte“) zu bewerten ist, sondern das konkrete Informationsinteresse an dem Ereignis, über das berichtet wird.
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Dann sprich ihn doch einfach an und frag nach den Fotos.

Vermutlich stand da irgendwo was in den AGBs das du dich mit der Veröffentlichung der Fotos einverstanden erklärst.

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Üblicherweise wirst du bei der Teilnahme an dem Turnier eine Anmeldung unterschreiben und dabei verpflichtest du dich, der Veröffentlichung von Bildern, welche die Turnierteilnehmer zeigt, zuzustimmen.

Sollte dies nicht der Fall sein, dann hätte der Fotograph das Bild so nicht veröffentlichen dürfen, kann ich mir aber fast nicht vorstellen.

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Das Recht am eigenen Bild heißt nicht, dass du das Recht auf ein Bild hast... 

Sondern du hättest das Recht zu bestimmen, ob und wie das Bild veröffentlicht werden kann. Da das hier aber eine öffentliche Veranstaltung war, bei der du Teilnehmer warst, entfällt das Bestimmungsrecht. (§ 23 KunstUrhG)

Der Fotograf als Urheber hat sämtliche Rechte an den Bildern. Also frag ihn, ob du Abzüge haben kannst, oder Dateien, und was er dafür haben will. Veröffentlichen darfst du die Bilder allerdings nur mit seiner Erlaubnis.

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Da ich annehme, dass es sich um ein öffentliches Turnier handelte, und das Fotografieren nicht verboten war, hat sich der Fotograf auf das Presserecht berufen, und hat die Bilder halt im Rahmen einer Berichterstattung weiterverkauft. 

Insofern kannst du da überhaupt gar nichts verlangen. Und kostenlos schon gar nicht. 

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Dein Recht am eigenen Bild wird hier nicht greifen. Du wurdest als Teilnehmer einer öffentlichen (Sport-)veranstaltung fotografiert. Hier greift sowohl "öffentliches Interesse" als auch "zeitgeschichtliches Ereignis". Du kannst den Fotografen natürlich trotzdem nach einer digitalen Kopie der Bilder fragen.

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Kommentar von Hoppser123
11.07.2017, 21:13

Dies ist definitiv kein "zeitgeschichtliches Ereignis".

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Tut mir leid,aber du hast keinerlei Rechte an dem Bild.

Der Fotograf hat das Urheberrecht und da es sich um eine öffentliche Veranstaltung war , ist es öffentliches und zeitgeschichtliches Interesse für das keine Veröffentlichkeitserlaubnis gebraucht wird. 

KunstUrhG §23

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