Radfahrer fährt auf dem Gehweg und verursacht Unfall mit KFZ?

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9 Antworten

Fassen wir zusammen:

  • Der Radfahrer fuhr auf dem Gehweg, obwohl ein separater Radweg vorhanden war.
  • Bei Fahren auf dem Radweg wäre es nicht zu einem Unfall gekommen.
  • Er fuhr mit hoher Geschwindigkeit, also faktisch ungebremst, ins Auto.
  • Hierfür gibt es mehrere Augenzeugen.
  • Dein Tempo war angemessen.

Hier dürfte der Radfahrer ein ziemliches Problem bekommen, denn einerseits wäre er verpflichtet gewesen, auf dem Radweg zu fahren (Ausnahme: § 2 Abs.4 Satz 3 StVO und bei Nichtnutzbarkeit des ausgewiesenen Radweges, dann allerdings ist alternativ die Fahrbahn zu nutzen), eine Nutzung des Fußweges ist - der Radfahrer war wohl über 10 Jahre alt - ihm grundsätzlich untersagt.

Hinzu kommt, daß der Radfahrer über mehrere Sekunden nicht reagiert haben dürfte bei für den Fußweg unangemessen hoher Geschwindigkeit, also eine mehr als fahrlässige Unaufmerksamkeit an den Tag legte. Dies gilt vermehrt, wenn Zeugen aussagen können, daß frühzeitig geblinkt wurde.

Urteile wurden schon benannt, deshalb spare ich es mir. In dieser Konstellation hast Du sogar Chancen, ohne Teilschuld aus der Sache herauszugehen, doch wird es hier wahrscheinlich zu einem Gerichtstermin kommen. Dabei könnte man sich sogar überlegen, ob ggf. der Radfahrer § 315c StGB verletzt haben könnte (das Auto dürfte noch über 1.500 € wert sein, der Gefährdungsschaden über 750 € betragen, etwas knifflig wird es mit den "7 Todsünden"). Aber auf keinen Fall Strafanzeige stellen, denn das könnte höchstens die Zahlungsfähigkeit des Radfahrers (noch weiter) einschränken.


keine Strafanzeige stellen? 7 tödsünden?...ich hatte einen Beifahrer (Zeugen)

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@Angus500

Bei § 3125c Abs. 1 Nr. 2 StGB wird unter Strafe gestellt, wenn man grob verkehrswidrig und rücksichtslos Leib, Leben oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet undd dabei mindestens eine der 7 "Todsünden" im Straßenverkehr begangen hat (dazu gehört z.B. die Mißachtung der Vorfahrt, falsch überholen ...).

Aber selbst wenn eine Strafanzeige denkbar sein sollte, hättest Du davon wenig, solange Du hoffen kannst, Deinen Schaden (anteilig) ersetzt zu bekommen. Sollte eine Strafanzeige Erfolg haben, verbesserte es nicht gerade die Zahlungsfähigkeit des Radfahrers, sofern er nicht über eine Haftpflicht geschützt sein sollte (daß die hier ggf. nur in Vorleistung treten könnte, um es vom Radfahrer zurückzufordern, muß Dich ja nicht interessieren).

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Ich nehme an, der Rahfahrer war kein Kind, oder?

Pauschal schwer zu beantworten wer hier wie viel % der Schuld bekommt. Es kommt hier insbesondere auch darauf an, ob der Radfahrer wirklich auf dem Gehweg oder dem Radweg unterwegs war. Falls Gehweg, stehen deine Chancen gut (siehe hier http://www.iww.de/ue/archiv/haftung-erwachsener-radfahrer-auf-gehweg-volle-haftung-f19288, 100% Haftung des Radfahrers)

Falls doch Radweg, wird's kniffliger (Vgl. AG Berlin Mitte v. 22.03.2004 - 113 C 3014/04, hier Pkw 75% und Radfahrer 25% bei einem kombinierten Fuß-/Radweg).

Hier halte ich es für recht wahrscheinlich, dass ein Richter entscheiden muss. Teilschuld ist auf jeden Fall drin denke ich.

Prinzipiell zahlt eine (hoffentlich vorhandene) Privathaftpflicht des Radfahrers den Schaden an deinem Auto.

Deine Kfz Haftpflicht zahlt den Schaden am Rad(fahrer). Auch bei vermeintlich kleinen Verletzungen sind das schnell ein paar Hundert Euro. Die Behandlungskosten werden ja von der Krankenkasse übernommen aber die fordern dann von dir Regreß. Und dabei sind die wirklich gnadenlos.

...Radfahrer war ein Jugentlicher und er war eindeutig  auf dem Gehweg da ich ja schon zu 1/3 inder Thoreinfahrt war

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Dann hoffe mal, dass der Radfahrer eine private Haftpflichtversicherung hat.

Von ihm persönlich, kann es lange dauern, bis du dein Geld hast.

Natürlich solltest du den Schaden trotzdem an deine KFZ-Haftpflicht melden.

...und was wenn er keine Haftpflich hat? zum Anwald?

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@Angus500

Dann muss er selbst zahlen.

Wenn du keine Rechtsschutzversicherung hast, musst du für eine solche Forderung dann entsprechend beim Anwalt in Vorleistung gehen.

Bis du dein Geld hast, können dann schon mal ein paar Jahre vergehen.

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@Angus500

Nimm Dir unabhängig davon einen Rechtsanwalt für Verkehrsrecht. Sollte er keine Haftpflichtversicherung haben, muß der Radfahrer aus eigener Tasche zahlen. Falls er nicht zahlen kann, wird die Forderung tituliert und damit pfändest Du dann sein Konto oder seinen Lohn oder sein Eigentum.

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@Angus500

...und was wenn er keine Haftpflich hat?

Dann übernimmt das möglicherweise deine private Haftpflichtversicherung, sofern darin ein Forderungsausfall mitversichert ist und du erfolglos versucht hast, das Geld gerichtlich einzutreiben.

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Melde den Unfall auch unbedingt Deiner KFZ-Haftpflichtversicherung, da Dir dennoch eine Teilschuld zuerkannt werden kann.

Ansonsten solltest Du Dir umgehend einen Rechtsanwalt suchen und den Schaden an Deinem Auto von einem Sachverständigen begutachten lassen.

Nur ein Gutachten ist beweiskräftig, zumal ja abgesehen von der Reparatur auch Nutzungsausfall entsteht.

Abgesehen davon steht Dir die Kostenpauschale in Höhe von 30.- € zu.

Solltest Du bei der Rechtsanwaltsmandatierung keine getrennten Zahlungen verlangen ist Dein Rechtsanwalt berechtigt eine Hebegebühr in Höhe von 1 % zu verlangen (diese kann nicht abgewälzt werden). 

Du solltest hier ohnehin mit einem gerichtlichen Verfahren rechnen.

meiner KFZ-Haftpflichtversicherung hab ich es schon gemeldet

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@Angus500

Dann hängt es sehr von seinem Alter ab und Du solltest mit einer Teilschuld rechnen.

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Das ist schwierig zu beurteilen, da der Radfahrer offenbar abgelenkt war (sonst knallt man ja nicht ins Heck eines Autos), du aber andererseits hättest gucken müssen - ob da ein Spaziergänger oder Radfahrer ist, ist da unerheblich, beide hätten Vorfahrt/-gang. Wenn der Radfahrer wirklich aufmerksam war (kein Handy gespielt, Stöpsel im Ohr), wirst du wohl die volle Schuld tragen. Wenn der Radfahrer so nichts weiter hat, meldest du den Radschaden am besten deiner Versicherung oder ersetzt ihn, das erspart Ärger vor Gericht, ohne Teilschuld kommst du nicht davon.

bei der Unfallaufnahme durch die Polizei,gab er an das er abgelenkt war...

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@Angus500

"gab er an, dass er abgelenkt war..." Hast du ein Glück, dass du so einem naiven Radfahrer begegnet bist. Auf dem Fußweg dürfen Jugendliche eh nicht fahren, er ist dir ins Auto gefahren, nicht du ihm in die Seite. Du hast Zeugen und die Geschwindigkeit des Radlers lässt sich am Rad oder am Auto erkennen, wenn dort Schäden zu sehen sind.

Auf die gleiche Weise hätte er (der Radfahrer) wahrscheinlich auch einen Fußgänger über den Haufen gefahren, der dort zur Einfahrt herauskommt oder schon gestanden hätte, zumal Fußgänger noch leichter zu übersehen sind.

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@treppensteiger

der Schaden ist am KFZ offensichtlich groß..paar Beulen , Kratzer hinter Seitenscheibe kaputt-er muss schnell gewesen sein...

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ihr Beide, du hast den Radfahrer nicht gesehen und er ist Verkehrswidrig auf dem Gehweg gefahren.

...der Radfahrer war doch viel zu schnell-keine Schrittgeschwindigkeit

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@Angus500

Wurde durch die Polizei denn am Unfallort eine Verwarnung ausgestellt?

Das wäre schon mal hilfreich, zur Beurteilung der Schuldfrage.

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@DerHans

...Polizei meint Schuldfrage ist klar-Radfahrer...aber ist  nur ne persönliche Meinung- kann nur Gericht entscheiden

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Nach ca. 6 Monaten des Wartens, hat die private Haftpflichtversicherung des Radfahrers den gesamten Schaden gezahlt !

Der Unfallverursacher.

Radfahrer hat übrigens ne Haftpflichtversicherung

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