Psychotherapeutin distanziert sich, hilflos?

13 Antworten

Von Experte DianaValesko bestätigt

Das Dilemma ist leicht zu durchschauen: Es ist ihr Job, dir zu helfen. Du hast ihre Freizeit beansprucht und das wahrscheinlich viel zu häufig.

Es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber du musst dich mit der Beratung in der Stunde begnügen. Das kann sie abrechnen. Es ist leider auch normal, dass das Verhältnis Arzt - Patient nicht allzu herzlich ist. Es soll neutral sein.

Du kannst dir natürlich überlegen, ob du in Zukunft lieber zu einem anderen Therapeuten gehst, aber das Grundproblem bleibt gleich.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen. LG

Das mit dem herzlichsein seh ich anders. Klar ist man mit dem Therapeut nicht befreundet, das muss man verstehen. Aber ich würde nie zu einem Therapeuten gehen, der nicht herzlich ist. Und ich hatte da immer Glück.

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@Libertyyy

Herzlich ist was Anderes als wohlwollend. Du musst dich wohl fühlen dazu muss ein Therapeut nicht herzlich sein, sondern nur mitfühlend und verständnisvoll. Der Therapeut selbst - also seine Person an sich hat aber für die nur wenig Bedeutung.
Ansonsten solltest du dir Freunde suchen und nicht Therapeuten.

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Es ist ihr Job und zwar in der Stunde und nicht zwischendurch. "Ab und zu" geht sowas aber wenn es zu massiv wird und sie sich nicht früh genug abgrenzt passiert genau das, was du jetzt hast.

Bei deinem nächsten Termin rede mit ihr offen drüber. Stell deine sonstigen Probleme vorerst hintan. Es ist wichtig, das zu klären mit ihr. Persönlich. Wenn ihr das nicht schafft wirst du dir einen anderen Therapeuten suchen müssen. Ich könnte mir vorstellen, dass sie das mit Absicht so macht wie sie es im Moment tut. Einfach um sich abzugrenzen - jetzt. Aber wissen tut es nur sie.
Für dich gilt: Lernen auszuhalten bis zur nächsten Stunde. ALLES was wichtig ist wird in dieser Stunde kommen, ansonsten war es nicht wichtig genug. Grundsatz No 14 in der Psychotherapie. Merk dir das.

Du redest auch von einer "wunderschönen Sache". Kann es sein, dass du mehr empfindest als es sollte? Das wäre schlecht für dich weil du damit quasi deine Probleme nicht bereinigst, sondern nur umschlichtest. In dem Fall solltest du dir einen anderen Therapeuten suchen. Ein Therapeut ist jemand, der einen stützt und der da ist - den man vielleicht als Freund sehen kann oder als wohlwollenden Onkel aber ich vermute es wäre falsch, mehr zu empfinden weil es der Therapie an sich schadet.

Also - wenn du dich grad sowieso nicht öffnen kannst - rede darüber mit ihr und sei ehrlich. Vielleicht löst sich das Problem schneller, als du denkst. Sag dir selbst gleich mit dazu, dass du sie außerhalb der Zeiten nicht mehr anschreibst oder anrufst. Es handelt sich dabei um ihre Freizeit und diese ist zu respektieren so gut es geht.

Grundsätzlich hast du recht, aber sich in seinen Therapeuten/in zu verlieben, bedeutet nicht, dass man die Therapie abbrechen muss. Das ist ein sehr häufiges Phänomen und nennt sich "Übertragung." Der Therapeut muss allerdings gut abgegrenzt sein. Das ist dann ein Drahtseilakt, denn der/die Therapeut/in darf weder abweisend sein, noch zu zugänglich.
Ich denke mir, dass die Therapeutin zu lange nicht gut abgegrenzt war und diese Kontakte außerhalb der Theapiestunden zugelassen hat. 

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@Dahika

Kann gut sein aber denke in dem Fall hat sie es wie du sagst schon sehr lang zugelassen. Deswegen soll er unbedingt mit ihr reden um da wieder Professionalität reinzubringen. Wäre ihm zu wünschen, dass es noch geht. Es is halt echt nicht einfach nen Therapeuten zu finden, der zu einem passt.
Nur SOLLTE er weiterhin sagen wir mal mehr empfinden bringt ihm die Therapie dort nichts mehr. Thats a problem.
Danke

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Ich weiß nicht ob das eine neue Methode von deiner Therapeutin ist um etwas in dir auszulösen oder ob es einfach unprofessionelles Verhalten ihrerseits ist. Ihr Verhalten ist aber wirklich ungewöhnlich.

Sprich sie erneut darauf an oder schreib ihr eine lange Email wie sich das alles für dich anfühlt. Andererseits solltest du nicht erwarten, dass die Therapeutin zu jeder Zeit ein Ohr für dich hat. Sie verdient damit ihr Geld und daher sind die Termine für solche Gespräche vorgesehen.

Das musst du sie selbst fragen. Ich kann mir aber vorstellen, dass du diese Freiheit, sie außerhalb der Stunden zu kontaktieren, übertrieben hast. "In Notfällen" heißt, in Notfällen. Und nicht, weil man noch schnell was loswerden muss. Oder weil man schriftlich etwas besser ausdrücken kann als in der Stunde selbst.

Frag sie aber bitte selbst. Sonst erfährst du auch nicht, ob sie sich innerhalb der Stunden wirklich von dir distanziert, oder ob du meinst, dass sie das tut.

Ich bin eigentlich eine Gegnerin von Spekulationen, tue es jetzt aber doch mal. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie Supervision hatte und dass man ihr geraten hat, den außertherapeutischen Kontakt gewaltig einzuschränken.

Aber, wenn du es wissen willst, dann rede mit ihr. Und wenn du den Eindruck hast, dass  sie dir ausweicht, dann sprich auch das an.

Stimmt ich habe mir das schon sehr oft gedacht, dass Sie das in einer Supervision gehört hat..es begann nämlich damit als Sie das Wochenende beruflich in München war. Ich habe halt, dass Gefühl das Sie meinen Fragen ausweicht bzw sich rausredet. Es hat mir halt so sehr geholfen mit ihr zu schreiben , grad in den Momenten wo ich mich so schlecht fühlte das ich merkte ich bin nicht allein. Und jetzt distanzier ich mich ungewollt und vertrau ihr nicht mehr. Ich habe gemerkt, dass ich ihr eigentlich komplett egal bin und Sie genervt ist von mir..und jetzt heul ich nur rum 

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@Sturm1234

Du solltest echt dringend einen Termin abmachen, in dem du das Problem ansprichst. Bei dem was du schreibst macht es den Eindruck, als würde die Therapie eher schaden, als helfen. 

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Sprich es in der Sitzung an.

Vielleicht sollst du dadurch aber auch lernen, dass sie nicht 24 Stunden am Tag für dich da ist und du manchmal auch einfach Situationen alleine meistern musst.

Die Therapie soll dir Wege zeigen dein Leben alleien zu meistern. Sie ist nicht immer und überall für dich da.

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