Preußen und Deutschland?

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5 Antworten

Preußen war im 13. Jh. vom Deutschen Ritterorden erobert, die heidnische Bevölkerung ausgelöscht oder christianisiert worden. Der Orden richtete mit Bewilligung des Kaisers des Heiligen Römischen Reiche, später auch des Papstes Preußen als Ordensstaat ein, der sein Herrschaftsgebiet Stück um Stück ausweitete und Zuzug von vielen Kolonisten aus den deutschen Ländern erhielt. Der Deutsche Orden anerkannte seit dem Spätmittelalter und nach militärischen Liederlagen eine (lockere) polnische Lehenshoheit. Diese Lehenshoheit blieb auch erhalten, als der letzte hohenzollernsche Hochmeister des Deutschen Ordens im Zuge der Reformation Preußen 1525 zum weltlichen Herzogtum machte.

Auf dem Erbwege kam das Herzogtum Preußen 1618 an das hohenzollernsche Kurfürstentum Brandenburg. 1701 wollte der Kurfürst von Brandenburg König sein. Weil es im Heiligen Römischen Reich nur einen König, den Deutschen König, gab, konnte er nur sein außerhalb des Reiches gelegenes Herzogtum Preußen zum Königreich erheben, das fortan kein polnisches Lehen mehr war.

Seitdem bürgerte es sich ein, alle Länder der brandenburgischen Hohenzollern nach dem ranghöchsten Besitz, eben dem Königtum Preußen, zu benennen. Seitdem gehört Preußen über die Hohenzollern zu Deutschland: zunächst zum Heiligen Römischen Reich, ab 1815 zum Deutschen Bund, ab 1871 zum Deutschen Kaiserreich, seit 1918/19 zur Weimarer Republik und zum sog. "Dritten Reich" der Nazis bis 1945. Infolge des von den Nazis begonnenen und verlorenen Zweiten Weltkrieges ging Preußen Deutschland wieder verloren.

Meine Literaturtipps:

MfG

Arnold

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Kommentar von incredulus
16.07.2017, 17:36

Kleine Ergänzung:

Das Königreich Preußen trat 1815 dem Deutschen Bund ausdrücklich nur mit dem Gebiet bei, das auch zum Heiligen Römischen Reich gehörte.

Wenn man den Norddeutschen Bund bereits als Deutschland bezeichnen möchte, dann gehörte das gesamte Königreich Preußen seit 1866 zu Deutschland, wenn nicht, dann erst seit 1871.

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Außerhalb des Heiligen Römischen Reiches gab es den Staat des Deutschen Ordens im Baltikum. Der umfasste im wesentlichen das alte Preußenland. Dieser Deutschordensstaat kam infolge kriegerischer Auseinandersetzungen unter die Lehenshoheit der polnischen Krone. Ein Teil wurde als Preußen königlichen Teils (Westpreußen) direkt der polnischen Krone unterstellt und ein Teil verblieb zunächst als Rest des Deutschordenstaates und wurde später weltliches Herzogtum Preußen (Ostpreußen).

Dieses Herzogtum Preußen wurde von den Hohenzollern regiert, deren brandenburgische Linie es 1618 vollständig übernahm. So wurden die Kurfürsten von Brandenburg auch Herzöge von Preußen.

Nachdem das Herzogtum vom polnischen König die Souveränität erlangt hatte, strebten die Brandenburger Hohenzollern eine Rangerhöhung an und wollten Könige werden. Im HRR wäre das nicht möglich gewesen, doch hatte der Kaiser nichts dagegen, wenn es außerhalb, nämlich im Herzogtum Preußen geschehen würde. So geschah es auch und 1701 wurde der Brandenburgische Kurfürst Friedrich III. zum König in Preußen erhoben.

Diese eigentümliche Bezeichnung resultierte daraus, dass er nicht König von ganz Preußen war. Der westliche Teil Preußens unterstand als Königliches Preußen der polnischen Krone. Ein König von Preußen wäre in Konflikt mit dem polnischen König gekommen.

So herrschten die Brandenburger Hohenzollern über das Kurfürstentum Brandenburg im HRR und als Könige in Preußen außerhalb des HRR. Im Laufe der Zeit wuchsen diese beiden Gebiete zu einem Staat zusammen und die Bezeichnung Preußen im Titel der Könige übertrug sich auf das gesamte Land.

Mit der ersten polnischen Teilung von 1772 kam auch Westpreußen an die Hohenzollern und Friedrich der Große führte ab da den Titel König von Preußen. Das änderte aber nichts daran, dass ein Teil des Königreichs zum HRR gehörte und ein Teil, nämlich das eigentliche Preußen, nicht.

Erst mit dem Norddeutschen Bund und später mit dem Deutschen Reich ab 1871 gehörte ganz Preußen zu Deutschland.

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Preußen war anfangs ein kleineres Gebiet außerhalb des alten deutschen Reichs im späteren Ostpreußen. Ab 1701 nannte sich der Herr von Prußen der Fürst von Brandenbur, "König von Preußen" und der Name Preußen ging auf sein ganzes Territorium über, das weite Teile Norddeutschlands umfasste. Also ist Preußen ab da Teil Deutschlands bis 1866 bzw 1871, als es im Norddeutschen Bund bzw. im Deutschen Reich aufging. 

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Das hängt davon ab, um welche Zeit es geht.

Bis 1867 war Preußen einer von vielen unabhängigen deutschen Staaten, 1867 wurde es Gliedstaat des Norddeutschen Bundes, ab 1871 des Deutschen Reichs.

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Preußen gab es schon vor Deutschland - aber ab 1871 war Preußen ein Teil des Deutschen Reiches.

Gugele doch mal nach "Preußen".

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