Pferdefleisch?

13 Antworten

Pervers ... hmm, ein großes Wort ... Du schreibst selber, daß Du kein Vegetarier bist, also ißt Du Fleisch, und Fleisch kommt von Lebewesen, und Schweine, Rinder, Pferde, Straußen, Puten, Hühner, Lachse, Thunfische, Heringe, ... sind Lebewesen. Natürlich sind Schweine und Pferde vergleichbar, wie auch Gurken und Kartoffeln und Möhren und ... Du schreibst, daß man kein Pferd essen soll, weil man zu einem Pferd eine Beziehung aufbauen kann, zu einem Schwein aber nicht. Man kann zu jedem Lebewesen eine Beziehung aufbauen, zu einem Rind, einem Huhn, zu einem Schaf, zu einem Hasen, einem Schwein, sogar zu einer Spinne oder einer Ratte ... Was aber hat das mit dem Essen zu tun? Irgendwann muß jedes Lebewesen mal sterben. Soll es dann in der Erde verfaulen und von Maden und Würmern gefressen werden? Ist es nicht würdevoller für ein Lebewesen, gut zubereitet respekt- und genußvoll verspeist zu werden, statt achtlos weggeworfen in die "Tierkörperverwertungsanstalt", dort zu Matsche zermalmt und an Vegetarier (Kühe und Schafe) als Tiermehl verfüttert zu werden? Pervers - das sind die Verfahren und Verhaltensweisen einer Massentierhaltungs-, Fleisch"produktions"- und Wegwerfgesellschaft. Darüber solltest Du mal nachdenken, wenn Du Fleisch ißt. Man kann sogar zu einem Baum und jeder Pflanze eine Beziehung aufbauen, und ein Gärtner, der eine Beziehung zu seinen Gemüsepflanzen hat, wird möglicherweise die höhere Qualität und somit den höheren Genuß beim Verspeisen erzielen. Es geht mir darum, der Natur und damit der Nahrung (egal ob Tiere oder Pflanzen) den gehörigen Respekt und die nötige Demut vor dem Wunder des Lebens entgegenzubringen. Alles ist ein Geben und Nehmen. Die Natur gibt uns, aber ich habe das Gefühl, wir könnten etwas mehr geben, und wenn es nur Respekt und Dankbarkeit ist. Das verstehe ich unter Ethik, nicht die Frage, ob man Pferd oder Schwein ißt. Übrigens: Gehören Ethikdiskussionen hier überhaupt her? Ich verstehe den Titel der Site eher so: Sachfragen werden gestellt, Experten antworten sachlich richtig.

Pferdefleisch habe ich schon in meinen Jugendjahren (vor 30 Jahren) in der DDR gegessen - es schmeckt wirklich gut, obwohl mir die Pferde leid tun und ich immer hoffe, dass nur kranke Pferde geschlachtet werden. Aber ich befürchte, es sind nicht nur kranke Pferde, leider.

Für meine Mutter war Pferdewurst immer eine besondere Delikatesse, die sie sich ein-, zweimal im Jahr gegönnt hat. Habe einmal ein Stück probiert und kann Dir deshalb sagen, wie's schmeckt: leicht süßlich! Ich esse es jedenfalls nicht und zwar deshalb, weil es mir nicht schmeckt.

Warum nicht Pferd essen? Wie Du schon sagt zu einem Pferd kann man Beziehungen aufbauen. Aber auch zu einen Schwein. Siehe Beispiel: "Michel aus Lonneberg" oder das "Schwein namens Bab". Spass bei Seite ein Pferd ist schon immer ein Nutztier für den Mensch. Es wird zum arbeiten aber auch zum essen gezüchtet. Im übrigen kann ich heute keinen Hasen mehr essen. Auch ich habe eine "familiere" Beziehung zu meinem Nickelchen aufgebaut. Im übrigen soll Pferd gut schmecken.

Die Argumentation gegen das Verzehren von Pferdefleisch soll offenbar allgemeinverbindlich sein, also für alle gelten. Dann müssen die ethischen Gründe nachvollziehbar sein. Rein subjektive Aussagen sind dies nicht. Eine Gefühlsbeziehung zu Schweinen ist offenbar nicht unmöglich, wie die "Schweinchen Babe"- Filme oder Aussagen von George Clooney über sein Hausschwein Max zeigen.

Der Ausdruck "vergleichen" ist ungünstig. Tatsächlich geschieht ja in der Frage ein Vergleich von Pferd und Schwein, mit dem Ergebnis eines großen Unterschieds. Eindeutiger wäre die Formulierung "gleichsetzen". Dann sollte das Kriterium angegeben werden, das für das Urteil entscheidend ist.

Der wesentliche Grund bei Vegetarien ist das Leiden der Tiere. Dann wäre die Aufgabe, eine deutlich größere Empfindungsfähigkeit von Pferden nachzuweisen. Außerdem könnte eine Argumentation mit dem Wesen der Pferde versucht werden, die gegen eine Massentierhaltung zum Zweck des Schlachten eine besonders starke Abweichung vom artgemäßen Leben einwendet. Dies würde dann aber nicht für natürlich gestorbene oder verunglückte Tiere gelten.

Wer einen ethisch relevanten Unterschied sieht, sollte ihn deutlich aufzeigen.

Nette Randnotiz - vergleichen, gleichsetzen, wird heute wahllos verwandt.

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