Pferd lässt sich auf dem Reitplatz und im Gelände nicht bremsen?

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Ein schärferes Gebiss ist keine Lösung, das endet im Teufelskreis. schärferes Gebiss - Pferde reagiert gut, gewöhnt sich aber dran -> geht wieder durch -> noch schärferes Gebiss -> Pferd gewöhnt sich dran -> noch, noch schärferes Gebiss -> usw. Irgendwann hast du eine Kandare mit 2m Hebeln unten dran und es funktioniert immer noch nicht ;) Ein schärferes Gebiss kann das für eine gewisse Zeit vertuschen, aber es löst das Problem nicht.

Wichtig ist erstmal, dass du nicht ins Ziehen kommst. Du ein aufsperren des Maules oder durch "Gebiss-festhalten" mit den Zähnen und ein hochreißen des Kopfes entzieht sich das Pferd der Zügelhilfe. Wenn du ziehst wird das Pferd immer mit Gegenzug antworten. Wichtig sind Paraden, d.h. grob gesagt anziehen und lockerlassen, und auch die anderen Hilfen wie die Gewichtshilfe sind sehr wichtig. Schwer machen und reinsetzen, statt aufstehen und in den Zügel hängen. 

Am besten wäre es, du übst den One-Rein-Stop mit deinem Pferd. Anfangs im Schritt, später im Trab und im Galopp. Dabei nimmst du nur einen Zügel und holst den Kopf des Pferdes auf eine Seite rum. Natürlich nicht gleich rumreißen, sondern stehen bleiben und mit dem Zügel durch annehmen und nachgeben den Kopf soweit rumholen, dass die Nase kurz vor deinen Zehen ist. Das übst du dann aus dem Schritt heraus und dann aus dem Trab usw. Durch die Drehung blockiert sich das Pferd selbst, es muss also eine kleine Vorhandwendung machen und kann nicht mehr davonstürmen. Im Notfall auf dem freien Feld kann das Lebenserhaltend sein ;) 

Für den Platz würde ich dir aber etwas anderes empfehlen: Pferd geht durch und galoppiert wie irre. Oke, galoppieren kannst du ja, oder? Also galoppierst du. Und du galoppsierst und galoppsierst bis das Pferd keine Lust mehr und durchparieren will. WILL. Denn das ist nicht drin, wenn es laufen will dann richtig. Also treibst du an und legst nochmal mindestens 7 Runden oben drauf. Mal richtig durchgaloppieren bis das Pferd wirklich absolut genug hat und dann parierst DU durch. Lobst kurz per Stimme dass es pariert ist und reitest ganz normal weiter. Habe das so mit den meisten Pferden gehandhabt, nach spätestens dem 4. mal Durchgehen haben sie das tunlichst unterlassen ;) 

Wichtig ist aber auch, dass du das Pferd stets vor dir behälst, also nicht durch dauerndes Bremsen und Ziehen hinter dich kommt. Auch ein lauffreudiges Pferd muss getrieben werden, denn nur so kann eine feine Anlehnung entstehen. Das Pferd tritt von hinten über den Rücken an den Zügel heran. Die Anlehnung entsteht nicht durch ziehen am Zügel. Um zum Treiben zu kommen musst du ein solches Pferd sehr viel beschäftigen, dann geht kein 5min nur ganze Bahn gehen. Keine ganze Bahn geradeaus, immer einen Zirkel mit einbauen, anfangs einfache und 3fache Schlangenlinien, später auch 10m Volten und doppelte Schlangenlinien. Viele handwechsel und v.a. viele Übergänge! Alle 10 Schritte Trab durchparieren, 15 Schritte Schritt, wieder antraben für 10 Schritte, durchparieren, Trab, usw. Beim Galopp anfangs mal 3-4 Runden auf dem Zirkel durchgaloppieren, dann auch hier wieder übergänge einbauen. Einen halben Zirkel Galopp, dann Trab. Nochmal Galopp, Schritt. Auch mal aus dem Schritt oder aus dem Halt angaloppieren, oder antraben, oder auch mal aus dem Rückwärtsrichten (Achtung! Viele Pferde machen aus dem Rückwärts in den Galopp einen sehr großen, ersten Sprung!). Apropos Rückwärtsrichten: Immer mal wieder stehenbleiben, auch aus dem Trab oder dem Galopp. 3 Schritte rückwärts und wieder los. Nach ca 20min anfangs auch mal Seitengänge einbauen, und die Vorhandwendung dazunehmen. 

Wichtig ist, dass du dein Pferd beschäftigst und dass es arbeitet. Ein Pferd kann ewig vor sich hintraben, davon wird es nicht müde. Wenn es aber Übergänge und Wendungen machen muss, dann muss es sich ausbalancieren, Schub- und Tragkraft trainieren und nutzen, auf seine Füße aufpassen und sich dehnen. 

Die meisten Pferde kommen nur zum Stürmen weil sie unterfordert sind und überhaupt erst die Zeit haben, ans Quatschmachen zu denken. 

hey erstmal ja ich kann gallopieren nd danke für deine Antwort die vorbesitzerin war da um sich mal drauf zu hocken (sie ist auch Reitlehrerin) als ich sie aber reiten gesehen hatte war klar die kommt mir nicht mehr aufs Pferd sie riss so dermaßen am zügel rum ......als ich mein Pony bekommen habe ist die die ersten monate immer im ausengallop angesprungen die Trainer und Tieräztin meinten es läge an der ausbildung sprich sie hat nie eine richtige ausbildung genossen.. 

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Huhu,

es hört sich stark nach einem Defizit in eurer bisherigen Ausbildung an. Nimmst du momentan mit ihr Unterricht? Dein Trainer sollte dein erster Ansprechpartner sein.

Ein anderes Gebiss wird euer Problem nicht lösen, daran liegt es ja nicht.

Auch ein Isländer braucht eine gute Grundausbildung und muss lernen gesund über den Rücken geritten zu werden. Reitest du auch andere Pferde? Laufen diese bei dir locker und fein an dem Hilfen in Anlehnung über den Rücken? Das würde ganz klar für ein Defizit in der Ausbildung deines Pferdes sprechen.

Um euer Problem zu lösen braucht ihr dringend schnellstmöglich einen Trainer, dann ist das Problem bald auch kein Problem mehr und ihr könnt auch unter dem Sattel bald wieder motiviert zusammen arbeiten. Da es bei euch ja erstmal um eine solide Grundausbildung auf beiden Seiten geht, braucht ihr keinen Gangpferdetrainer, sondern einen guten Trainer, der vermitteln kann, wie man ein Pferd gesunderhaltend reitet. Einen Gangpferdetrainer braucht ihr erst, wenn ihr mit solider Grundausbildung später weiter an Tölt und Pass arbeitet wollt, momentan ist da aber noch gar nicht nötig. Ein Isländer ist ja auch nur ein Pferd ;-)

Liebe Grüße

Hallo, nein ich reite momentan keine anderen Pferde mehr da ich mich zurzeit sehr auf sie konzentriere..: es saßen aber schon ein paar gut reitende leute auf meinem pony und die hatten genau das selbe problem Danke für deine Antwort :)

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sie lässt sich auch generell nicht lenken sie ist total hart im Maul

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Hol dir einen ordentlichen, kompetenten Trainer. 

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