Pferd beißt sich auf das Gebiss! :(

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Ich finde es aus meiner Gesinnung heraus falsch, an den Symptomen rumzudoktern, was ja jeder Sperrriemen tut. Man sieht dann nicht mehr, dass sich das Pferd wehrt, aber den Schmerz, dem es entkommen will, hat man ihm nicht genommen.

Mal angenommen, das Pferd ist gesund (manuelle Therapeuten, also Chiropraktiker, Osteopathen, Physiotherapeuten - meine hat alle diese Ausbildungen und ich finde das in Kombination super - finden auch Probleme, die der Normaltierarzt nicht findet), die Ausrüstung (Sattelzeug, Zaumzeug und Trense, Wassertrensen werden gerne zu dick gekauft, weil man meint, dann wären sie nicht so scharf) passt, dann ist sowohl festbeißen als auch Sperren immer ein Versuch des Pferdes, dem unangenehmen Druck im Maul, den die Trense macht, zu entkommen.

Sperren gerne, wenn mit gebrochenen Gebissen zu sehr auf die Lade eingewirkt wird, also z.B. mit beiden Zügeln gleichzeitig mit relativ tiefer Hand eingewirkt wird. Dadurch stellt sich das gebrochene Gebiss im Pferdemaul so auf, dass der "Knick" im Gebissgelenk gegen den Gaumen steht und dem weichen sie aus, indem sie durch Sperren versuchen, Platz zwischen Gebiss um Gaumen zu schaffen.

Durch das Festbeißen möchte das Pferd eher verhindern, dass die Trense immer gegen den ersten Backenzahn "klappert" bzw. bei zu lang verschnallten Backenstücken gerät es bei männlichen Tieren manchmal auch unsanft an den Hengstzahn.

Wer sich näher mit der Lage und Wirkungsweise von Gebissen im Pferdemaul befassen möchte und warum ein Reithalfter überhaupt nur bei einem Reiter nötig ist, der mit viel Druck reitet, kann sich mal die wissenschaftliche Arbeit der Friederike Uhlig http://www.friederike-uhlig.de/bakarbeit_uhlig.pdf durchlesen, die öffentlich zugänglich ist.

Klasse Antwort, vor allem den beigefügten Link find ich ziemlich interessant!

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das kann verschiedene ursachen haben!! um mal ein paar möglichkeiten zu nennen: zahnprobleme, schmerzen im hals/rücken, falsches gebiss, falsche trense, deine zügelhilfen sind nicht korrekt, usw., usw.... ich würde zuerst mal nen anderes gebiss testen, dann vielleicht auch eine andere trense und wenns dann immernoch nicht besser wird, lieber mal den TA drauf gucken lassen.. die idee mit dem engen sperrriemen halte ich für nicht so gut, weil man das problem da zum leid des pferdes einfach nur unterdrückt und nicht abschaltet.. stell dir vor dein pferd hat starke zahnscherzen und beißt sich deswegen so fest, dass das gebiss am wenigsten schmerzen anrichtet und dann kommst du und bindest noch nen engen sperrriemen drum, der den druck auf die zähne nur verstärkt. also ich könnte da nicht mehr mit gutem gewissen reiten! Ich hoffe du findest bald den grund und kannst deinem pferd weiterhelfen! viel erfolg! :)

DH, genau das hätte ich jetzt auch geschrieben! Erstmal die Ursache feststellen und nötigenfalls das ursächliche Problem beheben, danach weiter sehen. Neben dem TA sollte auch mal ein Ostheopate drauf schauen, der sich die Wirbelsäule und die Muskulatur und so mal ansieht. Wenn ein Pferd nicht entspannt kaut, ist nämlich echt was nicht in Ordnung. Klar gibts Pferde, die sich aufs Gebiss legen, fest machen oder sich anders versuchen dem Gebiss zu entziehen. Vielleicht, wenn du darfst, versuchst du es auch mal mit einer Hackamore? Manche Pferde laufen ohne Gebiss einfach besser. Ist auch verständlich wenn man sieht, was so ein Ding im Pferdemaul anrichten kann... Also bitte mal konkret nachforschen und dann bei Bedarf die Trense/ das Gebiss wechseln!

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Ich habe immer wieder das Gefühl, dass ich die einzige bin, die keinen Sperrriemen verwenden möchte und versteht, warum das keine gute Lösung ist! Dafür freue ich mich um so mehr, wenn Reiter den Pferden gegenüber auch Respekt aufbringen und von ihnen nicht nur verlangen, sie zu tragen. Ganz tolle Antwort mit Verstand! Du hast absolut recht! Vielen Dank dafür!

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@Bubenlouis

Ich reite auch ohne Riemen, denn sie erschweren auch das atmen des Pferdes, was widerum doof ist, denn stellt euch mal vor, ihr seid grade gerannt und dann hält euch jemand den Mund zu und nur ein kleiner spalt ist auf um zu Atmen...

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Deine hand ist scheinbar zu hart. Das Aufsperren des Maules heiß schlicht und ergreifend: "Aua, das tut weh". Das Pferd dafür noch zu knebeln, ist nicht sehr pferdefreundlich. Reite mit weicher Hand und leichter Anlehnung. Ode wechsle auf eine gebisslose Zäumung ohne Anlehnung, damit sich das Pferdemaul mal wieder erholen kann.

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