Panische angst vorm Tod der großeltern

8 Antworten

Nichts trifft uns mehr als die bittere Erkenntnis, dass wir die Menschen um uns nicht ewig haben dürfen und ein plötzlicher Tod ist grausam und die Akzeptanz fast unmöglich. Wie ein schwerer Stein liegt es auf uns und bedrängt uns und sagt, wenngleich die Sonne draußen scheint, es müssen doch gerade in diesem Moment, in dem ich glücklich bin, Menschen sterben und für immer verschwinden und sie lassen andere blutend und tief verletzt zurück. Diese Einsicht gehört zu unserem Dasein dazu. Ich nehme dich in den Arm und versuche, dir zu sagen, dass die Rückschau auf das Zusammensein mit geliebten Menschen eine ganz neue Sicht der Geschehnisse zulässt, dass sich Seiten zeigen, die wir gar nicht so bewusst wahrgenommen hatten, dass du noch Jahrelang ihre Stimmen hören wirst und unter Tränen dich lachend an manchen Ausspruch erinnern wirst...du wirst deinen Kindern und Freunden davon erzählen und ein gemeinsamer Augenblick wird entstehen, in Liebe getragen und verstanden im Schmerz. Auch wenn wir wissen, es wird irgendwann soweit sein- da jemand sehr alt ist, ich wusste das bei meiner Mutter genau- der Einschnitt und die Trauer sind doch furchtbar. Wir kommen nicht dem Tod aus, er unterbricht Gewohnheiten und nimmt alles, was für uns selbstverständlich war, weg und stellt uns frierend in die Sonne. Niemand kann für dich trauern, niemand kann vortrauern, das klappt nicht. Ich wünsche dir Kraft in traurigen Stunden, die immer wieder aufblitzen werden auch in Jahren danach. Ich wünsche dir Menschen, die dir zuhören, auch wenn das Sterben für sie lange zurückliegt, Ich wünsche dir Verarbeitungstechniken, damit du dich getragen fühlen darfst , einen Glauben an das Wiedersehen, wenn dir das hilft. Ich mache gerade selber diese Phasen durch und mir sind die Tränen auch heute wieder sehr nahe und das an meinem Geburtstag...pass auf dich auf!

Liebe Rosalie, danke für diese wunderschönen Worte - ich wünsche dir von Herzen alles Liebe und Gute zum Geburtstag. Ich mag deine Antworten, sie zeigen mir immer wieder, dass du ein außergewöhnlich warmherziger und einfühlsamer Mensch bist, auch wenn ich dich nicht persönlich kenne. Auch Worte vermögen viel auszudrücken... Ich wünsche dir Trost und Gottes Segen - schön, dass du da bist... :)

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Es ist vllt. nicht das was du hören willst, aber mach dir bitte nichts aus solchen Antworten wie "Es gehört nun einmal zum Leben" oder "Je mehr man sich damit abfindet, umso leichter fällt es."

Ich bin zwar erst 18, aber habe jetzt schon Angst vor dem Tod. Und das solltest du auch. Denn nach dem Tod gibt es nichts mehr. Zumindest meiner Ansicht nach.

Deswegen solltest du dich lieber für jeden Tag freuen den du noch hast, auch für deine Großeltern.

Keiner muss den Tod fürchten, auch du nicht. Ich möchte auch dir die Bücher aus meiner Antwort empfehlen, denn es gibt kein "Nichts", sondern im Gegenteil das Wundervollste, Hellste und Strahlendste, das wir Menschen uns jetzt nicht mal im Ansatz vorstellen können... :)

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Ich kann deine Meinung ehrlich gesagt nicht so ganz teilen. Ich selber habe keine Angst vor dem Tod. Viel mehr vor dem Sterben. Was nach dem jetzigen Leben kommt weiss niemand. Von vielen Personen die den Nahtod erlebten, hört man dass es was schönes ist.

Ich gebe dir recht mit dem, dass man sich über jeden geschenkten Tag freunen soll, besonders wenn es um eine Person geht, die bald sterben wird.

Allerdings gibt es durchaus auch Fälle, wo es eine Erlösung sein kann, wenn die Person gestorben ist. Mir kommen da im Moment gerade zwei Personen in den Sinn in meinem Leben.

Die eine starb an Krebs nachdem man etwa zwei Jahre lang versuchte diesen zu bekämpfen. Es war immer ein hoch und runter. Mal besser mal schlimmer. Aber so schlimm wie beim letzten mal als ich sie sehen durfte, war es noch nie. Als ich dann 1-2 Wochen später ein SMS bekam, dass sie gestorben ist, war das für mich schon fast mehr eine Erleichterung.

Beim zweiten Fall wo ich nicht so recht weiss was das beste für die Person ist, geht es um meine Grossmutter, die nach einem Schlaganfall nun praktisch eine durchgehende Betreuung braucht. Das letzte mal wo ich sie gesehen habe war 2011, da ging es ihr wirklich schlecht. Als ich sie damals sah, bestand ihr Tagesablauf hauptsächlich vor dem Cheminée zu sitzen, mal ab und zu aufs Klo zu gehen, mal etwas essen, und mal ab und zu mit der Beträuerin paar Schritte vor die Tür zu gehen. Auch geistig ist sie nicht mehr so wie früher. Wie es ihr heute geht kann ich nicht genau sagen. Angeblich soll es ihr inzwischen wieder etwas besser gehen. Aber wie vor dem Schlaganfall wird nie mehr sein. Sie einfach mal besuchen gehen geht nicht, da sie über 8 Flugstunden entfernt von mir lebt.

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@chnoxis

Schick deiner Oma gute und liebende Gedanken - sie werden ankommen... :)

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Sobald ich als Kind begriffen hatte, was "Tod" bedeutet, hatte ich Angst davor, meine Großeltern zu verlieren. Meine Mutter hat mir damals gesagt, ich sollte mich auf meine Jetzt-Beziehung zu meinen Großeltern konzentrieren und mir über die Zukunft keine Sorgen zu machen. Klingt einfach, was für mich jedoch sehr wertvoll.

Ich hatte das große Glück, meine Großeltern noch sehr lange bei mir zu haben, war mir aber immer darüber bewusst, dass ich sie schon bald verlieren könnte. Daher habe ich mir in jeder Hinsicht große Mühe gegeben, ein sehr gutes Verhältnis zu Ihnen zu haben. Als mein Opa, tollster Mann der Welt, schließlich starb, war ich schon fast 40. Wir hatten das beste Verhältnis zueinander, zwischen uns war einfach alles geklärt, wodurch ich ihn gehen lassen konnte, als es soweit war. Es gab kein 'hätte ich doch...", " könnte ich doch noch...", keine ungeklärten Konflikte.

Mit Mitte 40 habe ich das große Glück, immer noch 2 Großmütter zu haben. Beide sind sehr alt, um die 90, wir telefonieren jedoch mindestens 2x pro Woche und teilen unsere Leben, soweit es geht. Ich werde zwar sehr traurig sein, wenn sie gehen, dennoch wird es auch zwischen uns nichts "Offenes" geben, obwohl ich zu einer Oma sehr lange kein gutes Verhältnis hatte.

Schöne Antwort und auch gut, dass du das mit deiner Oma noch bereinigen konntest... :)

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Mir ging es früher auch so. Meine Oma starb, da war ich 7. Seit dem hatte ich panische Angst davor, daß mein Opa stirbt. Er starb vor 6 Jahren, da war ich 38. Die Zeit danach war traurig, aber jetzt geht es. Man lernt damit umzugehen. Er ist 84 geworden und zum Schluss war er schon etwas gebrechlich. Für ihn war's so am besten. Wenn deine Großeltern gesund sind, dann mach dir keine Sorgen. Die meisten Sorgen im Leben macht man sich sowieso über Dinge, die so nie passieren. Natürlich sterben deine Großeltern mal. Aber sicher nicht auf einmal und wahrscheinlich in einem Alter, wo der Tot auch was erlösendes hat.

Alle werden irgendwann sterben. Versuch in dem Tod etwas schönes zu sehen. In anderen Kulturen wird der Tod richtiggehend gefeiert. Natürlich trauern auch diese um ihre Liebsten, aber bei weitem nicht so verkrampft wie bei uns.

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