Ninjutsu, taekwondo, Karate, kung fu, capoeira?

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5 Antworten

Hallo Rsp66,

wie die Erfahrung zeigt - und wie Du ja wahrscheinlich inzwischen auch schon bemerkt hast -, empfehlen bei solchen Fragen die meisten einfach das, was sie selbst am besten kennen. Das ist auch normal. Letzten Endes bringt es Dich aber bei Deiner Entscheidungsfindung nicht so viel weiter.

Am besten ist es, wenn Du mal ein paar verschiedene Kampfsportarten/Kampfkünste ausprobierst. Es ist schließlich eine sehr persönliche Entscheidung. Die Kampfsportart/Kampfkunst muss Dir Spaß machen und Du musst Dich auch in der Gruppe und mit dem Meister/Trainer wohl fühlen. Alles Dinge, die Du nur durch Ausprobieren herausfinden wirst. Wohlgemerkt: durch Ausprobieren, nicht durch Zuschauen!

Ich selbst mache Kung Fu - einen auf dem klassischen Shaolin Kung Fu basierenden Stil - und würde Dir auch empfehlen, das mal auszuprobieren, weil es sehr vielseitig von den Techniken her ist und Körper und Geist gleichermaßen trainiert.

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Kommentar von Kampfsport15
05.04.2016, 14:37

Wenn du etwas für Körper UND Geist möchtest, kann ich dir Aikido empfehlen. Kung Fu habe ich (leider) noch nie gemacht.

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ninjutsu

Jeder empfiehlt natürlich primär das, was er selbst kennt und macht. Bei mir ist es halt eben Ninjutsu (bzw. "Ninjutsu" ist ein "Werbename" für Stile, die Ninja-Techniken enthalten, wie Bujinkan (was ich mache), Genbukan oder Jinenkan - hier findest du mal ansatzweise Ninjutsu - vielleicht erleichtert das deine Suche).

Manche Begründungen sind gut, manche nicht vorhanden und über manche kann ich nur schmunzeln (... ist am effektivsten - punkt aus Ende).

Erst mal wäre es spannend zu wissen, was du überhaupt vorhast, denn die Konzepte der Stile, die du anregst, sind ziemlich unterschiedlich.

Capoeira ist zum Beispiel ja eher ein Kampftanz. Der Stil wurde zwar entwickelt, um das den Sklaven in Brasilien verbotene Erlernen von Kampftechniken als Tanz zu tarnen, heute steht aber mehr der Akrobatik-Charakter im Vordergrund. Ja, ich will keinen Tritt eines Capoeira-Meisters vor den Kopf kriegen, Nein, man lernt dort nicht schnell, sich zu verteidigen. Aber es macht unheimlich Spaß.

Karate ist ein Kampfsport. Hier steht das Thema Sport im Vordergrund, Wettbewerbskämpfe. Enstprechend statsich und starr sind die Techniken. Mit Sicherheit ist ein geübter Karateka ein ernstzunehmender Gegner, es dauert aber Jahre, bis man lernt, aus den ständig einstudierten starren Wettbewerbs-Kampf-Mustern in flexible Techniken zur Verteidigung auch gegen andere Kampfstile überzugehen.

Tae Kwon Do gibt es auch wettbewerbsorientiert (Kampfsport), aber auch freier (Kampfkunst - besser für Selbstverteidigung, da man die Techniken flexibler erlernt). Allerdings sind alles ziemlich "ausladende" "weite" Techniken und ein guter Tritt braucht viel Flexibilität und Beweglichkeit, die man erst erlernen und dann auch noch im Alltag (z.B. in einer eng sitzenden Jeans) anwenden muss. Auf jeden Fall macht es unheimlich beweglich.

Kung Fu wäre wohl meine Wahl gewesen, wenn ich nicht gleich nach dem ersten Probetraining in einem sehr guten Ninjutsu Dojo in Köln hängengeblieben wäre, wo ich gleich gemerkt habe: Das ist es. Wobei Kung Fu auch ein sehr dehnbarer Begriff ist. Shaolin Kung Fu ist sehr vielfältig und beinhaltet nicht nur Kampf sondern auch die Kampftechniken in langsam (alias Tai Chi und Qi Gong) zur Entspannung und auch besserem Erlernen der Technik, traditionelle chinesische Medizinm Akrobatik und mentale Stärkung. Kung Fu kann aber auch einfach nur Kampf sein, das bieten z.B. gerne EWTO-Schulen an, die den Namen Wing Tsun aufgrund des eigenen Unvermögen des gesamten Verbandes ruiniert haben und dem Kind einen neuen Namen geben müssen (Wing Tsun ist ein modernisierter, teils leicht veränderter Teilbereich des Kung Fu, da liegt das nahe). Richtiges Kung Fu, gerade in ganzheitlicher Ausrichtung wie Shaolin, ist was unheimlich tolles.

Zum Schluss noch ein paar Worte zum Ninjutsu: Viele Ninja-Kampfkünste sind über die Jahrhunderte aufgrund der immer nur mündlichen Überlieferung einfach verloren gegangen. Das, was übrig ist, wird mit Samurai-Kampfkünsten zusammen in Systemen wie Bujinkan, Genbukan oder Jinenkan (zwar behauptet jeder von denen, besser zu sein, aber das ist Marketinggehabe - Man lernt überall das Gleiche und in einer etwa gleichen Qualität - entscheidend ist, was in deiner Nähe ist) unterrichtet. Da halt eben das noch vorhandene Ninja-Wissen in diesen Systemen steckt, nennt man sie Ninjutsu. Basiskenntnisse sind waffenlose und bewaffnete Kampfkunst (Schwert, Hanbo, Bo), die Generation der "80er-Jahre-Ninjas", die auch Shinobi (also alles Weitere wie geräuchloses Bewegen in schwerem Gelände, Klettern, Survival, Navigation, Wetterkunde, medizinisches Wissen) vermittelt haben, setzen sich leider langsam zur Ruhe. Shinobi gehört halt nicht zum Prüfungsprogramm.

Kung Fu und Ninjutsu sind Kampfkünste. Man lernt auch, sich zu verteidigen und lernt die Techniken nicht starr, sondern auch in Varianten abseits der Basisformen. Die Techniken sind aber recht ausschweifend und schwierig zu erlernen. Es dauert länger, bis man sich damit richtig zu verteidigen weiß. Das Schöne daran ist aber wieder die Stärkung von Geist und Körper durch die komplexen Bewegungen.

Geht es um Selbstverteidigung wäre vielleicht Krav Maga oder Systema eher angesagt, da die Techniken hier auf bessere Erlernbarkeit "entkernt" wurden. Aber das stand ja beides nicht zur Debatte.

Da du scheinber erst noch dich und dein System finden musst, probier es erst mal mit ein paar Probetrainings. 3 Mal sollte jeder Verein kostenlos anbieten, probier mal das, was du nach erstem Schlaumachen als am Sinnvollsten erachtest (zwei, drei verschiedene Systeme) aus. Lass dich dabei nicht davon unterkriegen, wenn es am Anfang garnicht klappt. Achte darauf, ob dir das, was du siehst gefällt, das, was du machst gefällt selbst wenn es am Anfang garnicht klappt, die Atmosphäre im Dojo (richtiges Verhältnis aus Loben, Anspornen und "treten", freundliche und respektvolle Atmosphäre), Verdacht auf Abzockcharakter (hohe Preise mögen ja bei guter Qualität okay sein, aber wenn man z.B. nur verbandseigene Kleidung kaufen darf, statt seinen Anzug im Kampfsportladen oder Internet zu kaufen, ist das ein Zeichen für Abzocke, Mitglieds- und Prüfungsgebühren sollten je nach Ausstattung und laufenden Kosten des Dojos - Turnhalle kostet weniger, als ein toll ausgestatteter eigener Raum - zwischen 20 und 50 Euro liegen)...)

Wichtig ist auch immer im Kopf zu bewahren: Es gibt keine wirklich guten und schlechten Systeme. Es gibt nur unpassende Systeme und gute und schlechte Trainer. In jedem Verband und System.

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Kommentar von judgehotfudge
06.04.2016, 01:20

Sehr gute Antwort! Ich hoffe, die Fragestellerin weiß sie auch zu schätzen.

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Versuchs doch mal mit Kickboxen

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kung fu

Alle Vereine in um Basel findest Du hier: http://www.dojoguide.org/verzeichnis/land/Schweiz/region/Basel-Land/

Da müsste auch etwas für Dich dabei sein. Was Dir Spaß macht, kannst Du am besten durch Probetrainings herausfinden.

Eine spezielle Empfehlung gebe ich nicht ab. Was mir gefällt, muss Dir nicht unbedingt auch gefallen und meine Kriterien für Effektivität und Spaß sind wahrscheinlich auch anders, als Deine.

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kung fu

Habe selber lang Kung-Fu gemacht, das ist echt toll, aber du kannst dich deswegen nicht gegen 2m Riesen verteidigen. Kung-Fu ist eher ein Kampfsport und weniger Selbstverteidigung.
judgehotfudge hat aber recht, ich empfehle was ich selbst gemacht habe,
Falls du lernen willst dich selbst zu verteidigen, würde ich dir Judo oder Aikido empfehlen da lernt an Griffe, die man gegen stärkere Gegner anwenden kann.

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