Neuroleptika - Toleranzbildung?

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2 Antworten

Hast Du schon mal einen gewöhnlichen Schlaf- und Nerventee probiert, wie man ihn preiswert in jedem Drogeriemarkt bekommt?

Die typische Zusammensetzung ist in der Hauptsache Baldrian, Hopfen und Melisse. Die Anteile variieren je nach Fabrikat. Man nimmt den Tee am besten etwa 1/2 Stunde, bevor man zu Bett geht. Er fördert die Schlafbereitschaft, aber er führt nicht automatisch zum Einschlafen. Man muß selbst Körper und Gedanken zur Ruhe kommen lassen. Internet und Fernsehen ausmachen. Einfache ruhige Tätigkeiten wie Blumen gießen, Wäsche in den Schrank räumen, Geschirr in die Küche bringen, helfen dabei, Kreislauf und Gehirn in die langsamen Gänge runterzuschalten. Vielleicht eine entspannende Musik dabei laufen lassen. Dann hinlegen und Augen zu. :-)

wenn jemand neuroleptika braucht, hilft schlaftee wohl eher nicht ausreichend. neuroleptika werden nicht bei leichten stimmungsschwankungen verschrieben, da geht es um eine ernsthafte störung, bzw. krankheit und da braucht es manchmal einfach ein gutes chemisches mittel.

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@momolo13

Ja, wenn er sie braucht. Daß sie aber nur denen verschrieben werden, die sie brauchen, das zu glauben bedürfte jenes tiefen Urvertrauens in die Expertenkasten, das mit gutem Grund den meisten abhanden gekommen ist.

In dem Artikel "Ruhe auf Rezept" (DIE ZEIT, 05.02.2009 Nr. 07) berichtet Christina Gerth über die Verschreibungspraxis bei Altenheimbewohnern. http://www.zeit.de/2009/07/N-Neuroleptika

Oft wird auf anstrengende Bewohner einfach mit der Verschreibung von Psychopharmaka reagiert. Am häufigsten werden Antipsychotika verabreicht, sogenannte Neuroleptika. [...] In 31 Altenpflegeheimen in München erhielt ein Drittel aller Bewohner Antipsychotika; in zwei Heimen in Frankfurt und Mainz standen Psychopharmaka gar für 63 Prozent der 167 Bewohner Tag für Tag parat. Und von den 2367 Bewohnern in 30 Hamburger Altenpflegeeinrichtungen erhielten mehr als 50 Prozent wenigstens ein Psychopharmakon – 30 Prozent davon waren Neuroleptika. [...] Es ist längst mehr als ein Verdacht: Neuroleptika werden allzu häufig vor allem wegen ihrer dämpfenden Wirkung eingesetzt. Ein Arzt, der ungenannt bleiben will, sagt: »Ich kenne keine Pflegeperson, die zugeben würde, einen Bewohner ruhigstellen zu wollen. Allerdings erlebe ich häufiger den Wunsch, auch von Angehörigen, Weglauftendenzen oder beständiges Rufen medikamentös einzustellen. Aber was ist das denn anderes als Ruhigstellen?« Auch als Arzt komme man da schnell in eine schwierige Situation: »Die einen unterstellen, man dröhne die Patienten nur zu, die anderen verstehen nicht, warum man nicht endlich genügend Medikamente gibt.«

Das amerikanische Gesundheitsministerium schreibt in einem Bericht zum Medicare Program (gpo.gov/fdsys/pkg/FR-2011-10-11/html/2011-25844.htm Federal Register Volume 76, Number 196, Tuesday, October 11, 2011, Page 63039):

We are greatly concerned with financial arrangements that involve payments from pharmaceutical manufacturers directly or indirectly to LTC pharmacies and LTC consultant pharmacists for encouraging physicians to prescribe the manufacturer's drug(s) for residents. (Wir sind besorgt über finanzielle Vereinbarungen, betreffend Zahlungen von pharmazeutischen Herstellern direkt oder indirekt an die Apotheken und beratenden Apotheker von Langzeitpflegeeinrichtungen, dafür daß sie die Ärzte dazu animieren, die Medikamente dieser Hersteller zu verschreiben.)

Soviel nur zu den Alten in den Pflegeheimen. Wollen wir mit den Psychopharmaka für Schulkinder weitermachen?

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Der körper kann sich auf jeden fall daran gewöhnen , aber anstatt immer höher zu gehen , wäre wohl ein anderes Medikament sinnvoller , als ich Promethazin verschrieben bekommen habe , hat es sich anscheinend nur auf die Brieftasche des Psychiaters ausgewirkt , zumindest waren die völlig Wirkungslos , und die einnahme sinnlos , weil das andere medikament sowieso mehr als nur beruhigt hat, aber was will man von Rezeptblockzückern erwarten !?

Das ist vielleicht ein wenig zu einfach gedacht und formuliert für den Ernst der Lage, aber in der Tat sollte man vielleicht das Präparat wechseln. Es liegt eventuell Gewöhnung vor. Sprich mit dem Arzt.

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