Nähe zu Erzieherin?

6 Antworten

Bin gerade, etwas verspätet, auf deine Frage gestoßen.

Das Verhalten deiner Kollegin entsetzt mich zutiefst. Ich kann mich voll der Antwort von @GroupieNo1  anschließen, dass man die Situation abwägen muss, ob die Kuschelei gerade passt, oder ob ich anderweitig beschäftigt bin, oder ob es eben ein Penetrantkuschler ist, der es wirklich ausnutzt, den ganzen Tag, und bei jedem, auf dem Schoß zu sitzen. 

Aber generell den Körperkontakt zu verbieten, in einem Alter, in dem Kinder das noch nötig brauchen, ist ja wohl schwer daneben. Ich arbeite mit Grundschülern (6-10), und auch die brauchen noch Körperkontakt. Gerade jetzt, wo die neuen Erstklässler eingeschult worden sind, ist sehr viel kuscheln nötig, weil die Kinder wieder in einer neuen Umgebung sind, wo alles fremd ist, und keine Mama parat steht, die einem hilft. Die Kinder sind bei uns von 7-17 Uhr, das ist für einen Erstklässler wirklich anstrengend. - Die einen brauchen den Körperkontakt mehr, die anderen weniger. Aber verwehren würde ich das einem Kind nicht, dass es einmal auf dem Schoß sitzen möchte, oder eben einfach ein bisschen Anlehnung braucht. Die Penetranten schicke ich dann schon nach ein paar Minuten spielen, weil ich sonst nicht zur Arbeit komme. Und ich achte darauf, dass nicht immer dasselbe Kind auf meinem Schoß sitzt (manche wissen die Chance schon zu nutzen ;o) ...). 

Ich würde die Kollegin einmal um eine Erklärung bitten, warum sie das so will. Und ich würde ihr auch deine Sichtweise klar stellen, dass du es aber nicht ablehnst, zu den Kindern Körperkontakt zu haben, bzw. dagegen bist, den Kleinen das zu verwehren. Darauf muss sie eingehen, wenn sie mit dir zusammenarbeiten will. Nicht jeder Mensch ist gleich, und Kinder können ruhig erfahren, dass du anders bist, wie sie.

Hat deine Kollegin generell Probleme mit Körperkontakt? Vielleicht kann sie es deshalb bei den Kindern auch nicht. Bei uns erleben die Kinder auch, wie wir Erzieherinnen uns mal umarmen, wenn uns danach ist. Ich denke, ein herzliches Verhältnis sollte Grundlage für ein Betreuungsteam sein, sonst fühlen sich auch die Kinder nicht wohl. 

Wenn deine Kollegin das nächste mal diesbezüglich meckert, würde ich zu mir selbst stehen und ihr mitteilen, dass du es aber duldest, dass Kind X auf deinem Schoß sitzt, und sie dafür bitte nicht das Kind beschimpfen soll.

Ansonsten würde ich mir vielleicht längerfristig eine anderer Stelle suchen, die zu dir passt, wenn sich da nichts ändert. Mit so einer Person würde ich mich wohl nicht gut fühlen. 

Viel Erfolg bei den Gesprächen, die vor dir liegen. Und gib  nicht nach, du bist nämlich auf dem besseren Weg, wie deine Kollegin.

Hallo.
Also es gibt zwei Situationen, wo man die Kinder sehr wohl mal weiter schicken darf. 1. du bist gerade am arbeiten (Obst schneiden, essen verteilen, anderen Kinder etwas erklären, basteln oder ähnliches) dann kann man dem Kind das erklären, dass es später noch mal wieder kommen kann, oder du dann einfach zu dem Kind gehst, ihm eine kurze Umarmung schenkst und es dann spielen schickst.
2. habe ich so mache Kinder, die gerade Praktikanten gerne als sitzkissen ausnutzen. Das sind die Kinder, die dann jeden Tag 10-40 Minuten nur an einem kleben. Auch hier muss man nach einer gewissen Zeit einfach mal sagen, "du gehst jetzt spielen" man kann sich ja mit dem Kind gemeinsam hinsetzen und etwas machen.

Aber es ist sehr traurig wenn Kinder prinzipiell weggeschickt werden. Natürlich passt es manchmal nicht, aber das ist ja nicht immer. Beim Buch ansehen oder spielen, können sehr wohl die Kinder mal auf den Schoß. Oder man nimmt sie in den Arm.
Da fällt mir eine Sache ein die mich so umgehauen hat, ein Kind, die eigentlich nie körperliche Nähe suchte verabschiedete sich von mir, ich geh zu ihr runter und will ich die Hand geben, da drückt sie mich, gibt mir ein Kuss und springt davon. Ich war erst mal baff und lächelte sie dann an. Natürlich schubse ich das Kind nicht weg. Auch wenn ich die Situation garnicht hätte vermeiden können weil ich das so nicht kommen sah.
Auch werden die Kinder von mir wenn sie traurig sind in den Arm genommen oder wenn die kommen mal mit einer Umarmung begrüßt oder ich streichle Ihnen über den Rücken wenn sie müde sind.
Kinder brauchen die Nähe einfach. Immerhin gibt es bei uns einige Kinder die von 7-17 Uhr in der Einrichtung sind. Und das schon ab 3 Jahre. Da ist die Nähe noch ein Grundbedürfnis. Und Kindern zu sagen Sie sollen die Finger von einem lassen finde ich schon sehr grob und gemein.
Was man damit der kleinen kinderseele antut wird deiner Erzieherin wohl nicht bewusst sein.
Wäge die Situationen ab, ist es gerade passend, oder sitzt das Kind nun schon zum 10 mal für 5 Minuten auf deinem Schoß und das den 3 Tage infolge, erkläre es dem Kind und schicke es dann sanft zum Spielen

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Diplom Sozialpädagogin und Mama von 3 Kindern

Im Prinzip bin ich eher deiner Meinung. Wenn die Kinder deine Nähe suchen, werden sie ihre guten Gründe dafür haben.

Du könntest jedoch mal in einer ruhigen Minute das Gespräch mit deiner Kollegin suchen und sie nach ihren Gründen fragen.

Du schreibst, dass du mit deiner Ausbildung fertig bist. Heißt dass, die Kollegin und du seid gleichberechtigt oder ist sie deine Vorgesetzte und damit weisungsbefugt?

Und wie wird die Frage von Nähe und Abstand von den anderen Erzieherinnen gehandhabt?

Du hast wirklich eine seltsame Kollegin. Aber habt ihr nicht beide eine Ausbildung in diesem Bereich? Gibt es da Aussagen oder Regeln dazu?

Kinder anzuraunzen halte ich für potientiell schädlicher als dass sie auf deinem Schoß sitzen.

Geht gar nicht.

Sprich das unbedingt im Teamgespräch an.

Mit dieser Einstellung sollte sie nicht mit Kindern arbeiten.

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