Nachträglich nach Verkehrsunfall (ohne Unfallbericht) Anzeige oder Schadensersatz möglich?

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Ich sehe hier keine Möglichkeit für Person A, Ansprüche durchzusetzen. 

Ein unerlaubtes Entfernen vom Unfallort von Person B1 ist hier zu verneinen. Person B1 ging auf der Suche nach Person A in den Laden. Person B2 blieb zurück. 

Entscheidend für meine Ansicht ist die Aussage von Person A "es hat sich hier alles erledigt". Das ist rechtstechnisch als negatives Schuldanerkenntnis zu verstehen. 

Person A sagt damit aus, dass keine Ansprüche seinerseits bestehen und er auch keine Ansprüche geltend machen wird. 

Trotz genauer Inaugenscheinnahme konnte keine der Personen einen Schaden feststellen. 

Vor diesem Hintergrund nun eine Forderung aufzumachen und diese mit dem "Zusammenstoß" in Verbindung zu bringen, ist praktisch unmöglich. 

Eine Anzeige wegen Unfallflucht geht nicht, da (wenn ich es richtig verstanden habe) A und B sich darauf geeinigt haben, dass keine Schäden vorhanden seien und sich einvernehmlich trennen. Auf welcher Grundlage also soll eine Anzeige stattfinden? Ich verstehe das Problem nicht

Der Schaden kann dir natürlich auch vorher oder später entstanden sein, dass wird im Zweifelsfall so nicht mehr zu klären sein. Bei einem Unfall sollte daher immer direkt die Polizei hinzugezogen werden. Die Frage ist jetzt doch eher, wie A an die Adresse oder Nummer von B kommt, um diesen zu bitten, es seiner Versicherung zu melden, da ggf. ein Schadenersatz eingeleitet werden kann. Ein Unfall beim Einparken ist keine Straftat, sofern es nicht absichtlich passiert.

Lieber den Zentralruf der Autoversicherer kontaktieren. Da erfährt man über das Kennzeichen und den Fzg.-halter (hier die Mietwagenfirma) den zuständigen Kraftfahrt-Haftpflichtversicherer. Dort kann man seine Schadenersatzansprüche geltend machen (Direktanspruch des Geschädigten). Der betroffene Versicherer wird darüber hinaus auch vom Zentralruf benachrichtigt. Der Zentralruf der Autoversicherer wird vom GDV (Versichererverband) unterhalten.

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