Muss Man Eigentümer des Grundstücks sein, wenn man einen Bauantrag stellen will?

4 Antworten

Ohne Eigentumsnachweis brauchst Du Dir die Mühe gar nicht zu machen; das landet postwendend unbearbeitet in der Rundablage. Aus gutem Grund kann nur der Eigentümer eines Grundstücks einen Bauantrag stellen. Allerdings wäre der beglaubigte notarielle Kaufvertrag ausreichend, um die Planung voranzutreiben; die Finanzierung wäre auch erst nach Eintragung ins Grundbuch fällig (kann man im Kaufvertrag so festlegen lassen). Aber 4 - 5 Monate ist schon außergewöhnlich lange; normal sind 4 - 6 Wochen (sofern die Eigentumsverhältnisse nicht ungewöhnlich komplex sind).

Ich würde eine Ablichtung des Kaufvertrages beifügen. Dann wiehert auch der Amtsschimmel!

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Wie meinst Du das mit "Planung voranzutreiben"? Reicht der notarielle KV aus oder nicht? Wenn nicht: hast Du eigene Erfahrungen diesbezüglich gemacht?

Handtuch dabei? ;-)

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@gauta

Die Zeit bis zur Eintragung im Grundbuch kann (und sollte) selbstverständlich bereits für Planungsarbeiten genutzt werden. Sofern feststeht, dass Ihr die neuen Eigentümer seid, könnt ihr schonmal bei der Kommune eine Bauvoranfrage bzw. einen Bauantrag (je nach Reifegrad Eurer Pläne) einreichen. Ich würde eine beglaubigte Kopie des Kaufvertrages mitnehmen, das spart Zeit und Geld, falls ein Sachbearbeiter später bemäkeln sollte, dass die Kopie nicht beglaubigt war (zurück auf Feld 1..). Tipp: Wenn Ihr selbst nicht bautechnisch versiert seid, wendet Euch zumindest für eine Beratung an einen örtlichen Architekten (ohne den ich ohnehin auch kein Haus, nicht einmal ein Einfamilienhaus, errichten würde).

Ohja, das Handtuch ist immer griffbereit :-))

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Der Antrag kann gestellt werden und Geld von der Bank gibt es vorher auch! Das Zauberwort heißt Belastungsvollmacht. Der Verkäufer gestattet Euch im notariellen Kaufvertrag das erworbene Grundstück mit Grundpfandrechten z.g. der finanzierenden Bank zu belasten, ohne das der Verkäufer eine persönliche Haftung übernimmt. Der Notar wacht darüber, dass aus den Darlehen zunächst der Kaufpreis bedient wird. Ist dieses Geld geflosssen, stellt er u.a. den Antrag auf die Umschreibung des Grundbesitzes auf den Erwerber, nachdem der Verkäufer ihm den Eingang des Kaufpreises schriftlich mitgteilt hat. Anschließend kann die Bank im Rahmen des Baufortschrittes die restlichen Darlehensmittel auszahlen. - Null Problemo!!! Sowas sollte der Notar aber erklärt haben! Die Banker wissen´s sowieso, weil es tägliche Praxis ist.

Wir haben eine Belastungsvollmacht in Höhe des Grundstückskaufpreises vom Verkäufer eingeräumt bekommen. In der Höhe werden wir sicher auch das Darlehen ausbezahlt bekommen. Aber die Bank kann jetzt nicht eine Grundschuld über den ganzen Darlehensbetrag eintragen lassen. Uns wurde beim Notar gesagt, wir müßten eben die Grundschuld teilen: erst Kaufpreis, dann Rest für den Bau.

Aber wenn wir wenigstens schon mal den Bauantrag stellen können, wäre das hilfreich. Das dauert bei uns echt lange.

Gruß, Gauta.

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@gauta

Dann hat der Notar Euch schlicht und ergreifend falsch beraten oder er wurde nicht danach gefragt! Ein Grundstück kann mit Unsummen belastet werden, wenn der Notar dafür sorgt, das aus dem ersten zu valutierenden Teilbetrag der Verkäufer bezüglich des vereinbarten Kaufpreises Befriedigung erlangt. Mit der Zahlung des Kaufpreises ist der "aus dem Schneider" und die Bank hat ihre Sicherheit im Rahmen des Baufortschrittes, was nicht mehr die Sache des Notars ist!

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Rechtlich völlig eindeutig: Einen Bauantrag kann man stellen, ohne Eigentümer des Grundstücks zu sein. Der Bescheid (Baugenehmigung oder Ablehnung) ergeht "unbeschadet der Rechte Dritter". D.h., das Eigentumsrecht des gegenwärigen Eigentümers ist nicht durch den Bescheid tangiert.

Bauanträge werden sogar oft durch Dritte gestellt, jedesmal, wenn ein Interessent den Erwerb noch nicht abgeschlossen, aber das Grundstück bereits gesichtert hat.

Im Übrigen ist vielleicht auch der Weg einer Bauvoranfrage für Sie sinnvoller. Bei solch einem Verfahren werden geringere Anforderungen an die Planungsunterlagen gestellt, theoretisch ist ein Lageplan mit den Abmessungen und der Höhenangabe ausreichend. Die Gebühr der Verwaltung ist auch wesentlich geringer als bei der Prüfung eines Bauantrages. Eine Bauvoranfrage stellt man insebesondere, wenn man vor dem Grunstückserwerb Rechtssicherheit über die dargestelte Bauabsicht erhalten will. Es ergeht ein sogenannter Vorbescheid, der zusichert, dass ein später zu stellender Bauantrag in der dargelegten Form genehmigt wird (Rechtsanspruch).

Gruss

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FreeWilly

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