Muss ich die Räumungsklage meiner Ex-Frau bezahlen?

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11 Antworten

In der Zwischenzeit wurde der Mietvertrag fristlos und ordentlich gekündigt, da meine Ex keine Mieten mehr bezahlt hatte. Da ich im Mietvertrag stehe wurde auch ich vom RA angeschrieben und zur Kasse gebeten, was ich auch zum Teil tat, da ich hier aus dem Forum erfahren habe, dass ich aufgrund des Mietvetrags hafte.

Richtig:

§ 421 Gesamtschuldner Schulden mehrere eine Leistung in der Weise, dass jeder die ganze Leistung zu bewirken verpflichtet, der Gläubiger aber die Leistung nur einmal zu fordern berechtigt ist (Gesamtschuldner), so kann der Gläubiger die Leistung nach seinem Belieben von jedem der Schuldner ganz oder zu einem Teil fordern. Bis zur Bewirkung der ganzen Leistung bleiben sämtliche Schuldner verpflichtet.

http://dejure.org/gesetze/BGB/421.html

Nun befürchtet der Vermieter, dass meine Ex. Frau nicht ausziehen will - sie zahlt keine Miete,., hat wohl auch kein Einkommen. Der Vermieter hat eine Räumungsklage über seinen RA eingereicht. Er teilte mir mit, dass die Kosten dieser Klage auf die Gesamtschulden aufgerechnet werden und ich auch hierfür hafte.

Ja auch hier die gesamtschuldnerische Haftung.

Wie komme ich denn aus dieser Situation raus? Abwarten bis die Räumung durch ist und bis dahin schön die Miete zahlen und dann auch Räumungsklagenkosten?

Sich mit dem Vermieter einigen un d Deiner Frau in den Allwertesten treten, dass sie diesen bewegt.

MfG

Johnny

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Ich komme in diesem Fall zu folgendem Ergebnis meiner Überlegungen:

Der Vermieter hat 5 Jahre lang akzeptiert, dass die Wohnung nur noch von der Ex-Gattin bewohnt wird und auch nur von ihr Miete gezahlt wird. Es ist also der Tatbestand einer konkludenten Anerkennung der Fortsetzung des Mietverhältnisses nur mit dieser Frau festzu- stellen. Jetzt plötzlich sich auf eine gemeinschaftliche Haftung zu berufen, halte ich deshalb für abwegig. Ich glaube da auch diesbezüglich ein Urteil gelesen zu haben. Letzten Endes wird hier wohl ein Richter dazu urteilen müssen. Ich würde mir deshalb einen guten Anwalt suchen der das Problem in die Hand nimmt.

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Die Klage ist eingereicht - gegen wen? Die Klage kann nur storniert werden, wenn die Mietschulden, die sowieso bezahlt werden müssen, sofort bezahlt werden. Da kannst du die Geldbörse zücken und den gegnerische Anwalt und den Gerichtskostenvorschuss auch gleich bezahlen. Wenn das Verfahren eingestellt wurde, gibt es einen Teil zurück. Deine Ex muss nicht ausziehen, du kannst den MV auf sie ändern lassen. Sollte vorsorglich der Vermieter ordentlich gekündigt haben, könnte der Kelch der nächsten Räumungsklage schon von dir abgewendet sein. Im Innenverhältnis zu deiner EX könntest du Schadensersatzansprüche zu mindest prüfen.

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Da ich im Mietvertrag stehe wurde auch ich vom RA angeschrieben und zur Kasse gebeten, was ich auch zum Teil tat, da ich hier aus dem Forum

Es kann sein das sie sich damit ein Eigentor geschossen haben. Da das als Einverständnis gewertet werden kann. Sie hätten als sie angeschrieben wurden mit dem Anwalt und Vermieter reden sollen und klar machen das sie seit 5 Jahren nicht mehr dort wohnen und den vertrag dann ändern sollen.

Wie komme ich denn aus dieser Situation raus? Abwarten bis die Räumung durch ist und bis dahin schön die Miete zahlen und dann auch Räumungsklagenkosten?

Nehmen sie sich einen Anwalt und lassen sie sich helfen. Bei den Summen die da, womöglich, auf sie zu kommen können währe das Angebracht.

Nur weil sie beide im Mietvertrag drin stehen heißt das nicht pauschal das sie auch beide Ansprechpartner sind. Es ist wichtig auf wem der Vertrag läuft. Wenn er auf ihre ex läuft und sie nur als Mitmieter aufgeführt sind währen sie Theoretisch fein raus. Besorgen sie sich eine Kopie des Vertragen wenn sie nicht schon eine haben und lesen sie nach was dort steht.

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Kommentar von anitari
07.02.2015, 11:12
Sie hätten als sie angeschrieben wurden mit dem Anwalt und Vermieter reden sollen und klar machen das sie seit 5 Jahren nicht mehr dort wohnen und den vertrag dann ändern sollen.

Worauf sich der Vermieter nicht einlassen muß. Außerdem wäre dazu noch die Zustimmung des Ex-Frau nötig.

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Da Du immer noch mit ihr zusammen im Mietvertrag stehst, haftest immer noch mit ihr gemeinsam. Und das zu 100 %.

Der Vermieter kann sich also aussuchen bei wem er seine Forderungen "eintreibt".

Wann wurde ihr denn fristlos gekündigt?

Bis es zu einer Räumungsklage und evtl. Zwangsräumung kommt können Monate vergehen.

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Kommentar von anitari
07.02.2015, 10:46

Ist die Kündigung nur an sie gerichtet?

Wenn ja ist sie unwirksam, denn sie muß an alle Personen der Partei Mieter gerichtet sein.

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Kommentar von OnkelBerni
07.02.2015, 11:03

Ist schon richtig. Nur "aussuchen" kann ein Vermieter sich das nicht: Er muss wegen der rechtlichen Ausgewogenheit gegen beide juristisch vorgehen.

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Ich befürchte, Du wirst teures Lehrgeld bezahlen müssen.

Du stehst noch im Mietvertrag. Dass Du von Deiner Frau geschieden bist, interessiert den Vermieter nicht im geringsten.

Du könntest tatsächlich - wie Wurzelpeter bereits vorschlug - versuchen, Deine Ex-Frau mit Geld- und Sachhilfen zu einem früheren Auszug zu bewegen. Sollte Deine Ex-Frau allerdings auf stur schalten, wirst Du wohl oder übel in den sauren Apfel beißen müssen, Miete (auch die Rückstände), Räumungsklage und sonstige Kosten zahlen müssen.

Es gibt vielleicht einen winzigen Hoffnungsschimmer: Du könntest versuchen, Dir das Geld über eine Zivilklage von Deiner Ex-Frau zurück zu holen. Allerdings ist von Deiner Ex-Frau wohl nicht viel zu holen ... Kleiner Trost: Versuche, diese Kosten als "außergewöhnliche Belastung" bei Deiner Steuerklärung geltend zu machen.

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Du solltest auf jeden Fall sofort einen Anwalt einschalten.

So lange der Mietvertrag auf euch beide läuft, haftet ihr beide gesamtschuldnerisch, d.h. der Vermieter kann sich aussuchen, bei wem er die Schulden eintreibt! (Und nimmt wahrscheinlich dann die liquidere Partei, also dich).

Du musst also unbedingt schauen, daß Du aus dem Mietvertrag gestrichen wirst. Das ist nach BGB §1568a Abs. 3 auch möglich:


(3) Der Ehegatte, dem die Wohnung überlassen wird, tritt

  1. zum Zeitpunkt des Zugangs der Mitteilung der Ehegatten über die Überlassung an den Vermieter oder
  2. mit Rechtskraft der Endentscheidung im Wohnungszuweisungsverfahren

an Stelle des zur Überlassung verpflichteten Ehegatten in ein von diesem eingegangenes Mietverhältnis ein oder setzt ein von beiden eingegangenes Mietverhältnis allein fort. § 563 Absatz 4 gilt entsprechend.


Diese Änderung im BGB ist relativ neu, es kann also sein, daß sich seit deiner Scheidung die Rechtslage zu deinem Gunsten verbessert hat.

Alles nähere erzählt dir der Rechtsanwalt deines geringsten Mißtrauens gegen Einwurf kleiner Münze.

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Kommentar von albatros
07.02.2015, 17:44

Mit der Entlassung aus dem MV muss aber der Vermieter einverstanden sein! Es gibt da keinen Automatismus.

Hier sollte die Frage von anitari noch beantwortet werden, ob die Kündigung nur an die Ex oder an euch beide gerichtet war. Nur im letzteren Fall wäre sie überhaupt wirksam erfolgt. Alles Andere ergibt sich daraus.

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Du haftest immer noch als Gesamtschuldner für alle Kosten aus dem Mietvertrag ....

das einzige was Dir bleibt ist, dass Du Deine (Ex-) Frau im Innenverhältnis in Haftung nehmen kannst - nur wird da nichts zu holen sein ....

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Da du im Mietvertrag stehst, haftest du natürlich für alles, für das die Mieter haftbar gemacht werden können. Kannst natürlich deinen Rechtsanwalt konsultieren, aber ich würde mir da nicht so viele Hoffnungen machen.

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Da kommst Du überhaupt nicht raus. Du kannst nur mit dem Vermieter reden, ob er auf eine Räumungsklage gegen Dich verzichtet, weil Du schon lange ausgezogen bist. An sich ist sie nicht nötig, das Mietverhältnis ist beendet und die Wohnung ohnehin nicht in Deinem Besitz. Eine Räumungsklag hat ja nur den Sinn, dem Eigentümer den Besitz zu verschaffen, das ist gegen Dich ja völlig unnötig...

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Vertrag ist nun mal Vertrag!

Aus der Nummer wirst Du schwerlich raus kommen. Versuche Deine Ex zum Auszug zu bewegen, notfalls mit Geld- oder Sachhilfe. Das wird preiswerter für Dich.

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