Mozart 11. Sonate "Alla turca / Türkischer Marsch"?

6 Antworten

Ja, die Türken waren ja schon mal in Wien, quasi bei Mozart vor der Haustür. Da haben sie auch ein paar "Souveniers" hinterlassen, z.B. Kaffee.

Aber tatsächlich gab es Zeiten, sogar schon damals, als die Türken als interessante Exoten galten und in der Kunst verewigt wurden.

Die Janitscharen haben wohl so etwas wie den Marsch erfunden und die Motive findet man bei Mozrt wieder. Auch andere Komponisten haben den Stil übernommen.

Später (nach Mozart) kamen die Motive von den Zigeunern (pardon, Sinti/Roma) und man komponierte den Sintibaron und aß Romaschnitzel. Ungarn (mit einer Anzahl dieser fahrenden Volksgruppe) war total in Mode

Durch die Türkenkriege in Europa kam auch die Janitscharen-Musik nach Österreich und war sehr beliebt. Sie wurde in mehrsätzigen Kompositionen und auch in Opern (Die Entführung aus dem Serail z.B.) verwendet und war immer wieder ein schöner Kontrast zur europäischen Musik. Genau so ist es bei der Mozart-Klaviersonate.

"Türkisch" war im Wien des 18. Jahrhunderts einfach ein Synonym zu "exotisch". Nachdem die Türken 1683 geschlagen waren, haben sie ihren Schrecken verloren und wurden das Objekt romantischer Verklärung.

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