Motorrad: 2t // 4t

5 Antworten

Zweitakter sind einfache und robuste Motoren, die, wenn sie immer genug Öl bekommen, eine lange Lebensdauer erreichen und keine Wartung benötigen, sie haben weniger Teile, die verschleißen können, als ein Viertakter. Viertakter sind, weil sie ventilgesteuert sind, komplizierter aufgebaut und müssen regelmäßig gewartet werden, das Öl muss in Abständen gewechselt werden, das Ventilspiel muss kontrolliert und bei Bedarf eingestellt werden.

beim fahren hat der 2-takter viele vorteile. ein 2-t-motor ist deutlich leichter, hat viel weniger bewegte teile und benötigt weniger drehzahl und hubraum für eine bestimmte motorleistung. deshalb ist er grundsätzlich stabiler und wartungsärmer als ein 4t-motor. andere aussagen sind falsch und kommen sicher von niemanden, der jemals über jahre 2-takter gefahren hat. somit ist der unterhalt auch billiger. ausserdem kann man bei gleichem hubraum mehr leistung heraus holen. früher, bis ca. 1976 wurden motorräder nach hubraum versichert, so dass dies zu einem hochzüchtungswahn bei kleinen motoren geführt hatte. verlierer war da honda, weil sie damals ausschliesslich 4-takter bauten. um halbwegs an die leistungsstarken 2-takter ran zu kommen, mussten sie die 250er/350er motoren auf 10.000 und mehr umdrehungen bringen, während ein 2-takter die gleiche leistung locker bei 7000 bis 8000 umdrehungen brachte. damals waren 4-takt-motoren bei 10.000 umdrehungen noch nicht stabil genug, um längere zeit zu leben. honda blieb letztlich nur, die drehzahl zurück zu nehmen, überhöhte leistungsangaben zu machen und niedrigere leistung zu liefern.

der grosse nachteil beim 4-takter sind der spritverbrauch und die schlechte umweltverträglichkeit. beides ist nicht oder nur durch zu grossen aufwand zu bewerkstelligen. darüberhinaus wurden die versicherungen auf ps/kw-klassen umgestellt, so dass dieser kostenvorteil der 2-takter verloren ging. daraus resultiert, dass der 2-takter in der bedeutungslosigkeit verschwand.

annokrat

daraus resultiert, dass der 2-takter in der bedeutungslosigkeit verschwand.

Aber nur im PKW- und Straßenmotorradbereich. Auf der Rennstrecke und Offroad war 2t noch lange führend. Und auch heute hat der 2t noch seine Nischen, eben da wo es extrem auf Gewicht und Traktion ankommt.

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Also 2t gehen nicht schneller kaputt, im Gegenteil, eigentlich halten die ewig. Sie sind auch einfacher zu pflegen da man kein Öl wechseln und keine Ventile einstellen muß. Sie haben eine höhere spezifische Leistung und wiegen wesentlich weniger. Und die haben einen wesentlich geringeren Kaltlaufverschleiß da sie nach den Kaltstart kein Motoröl aufwärmen müssen sondern nach wenigen Sekunden volle Schmierung haben.

Warum fahren dann nicht alle nur noch 2t?

Da sie keine Auslassventile haben muß man den Gaswechsel nur über den Kolben und Auspuff regulieren was sie von der Abstimmung relativ empfindlich macht und ziemlich Probleme bei den Abgasen macht. Stimmst Du den Auspuff so ab daß er ideal bei niedrigen Drehzahlen funktioniert dreht sie nicht mehr richtig hoch. Stimmst Du sie so ab, daß sie richtig jubelt, hast Du bei niedrigen Drehzahlen Spülverluste, wobei unverbranntes Gemisch in den Auspuff kommt was die Abgase und den Verbrauch bei niedrigen Drehzahlen extrem in die Höhe jagt. Dazu macht das was da in dem Auspuff vor sich geht auch noch ziemlich Lärm. Dazu sie sind Wetterfühliger als 4t und nehmen Vernachlässigung bei der Wartung übler. Heißt sie sind zwar einfacher zu warten aber wenn man es ned macht fliegt einem der Salat um die Ohren.

Wo macht der versoffene, laute und stinkende 2t also heute noch Sinn?

Dort wo seine einfache Bauart und sein guter Kaltlauf wichtig sind: Roller. Ich halte 4t Roller mit Kat für komplett schwachsinnig und eine Umweltsauerei obendrein. der Verschleiß ist zu hoch, die Wartungskosten zu hoch und die Umweltschäden durch die Herstellung der KATs steht in keinem Verhältnis zu den Schadstoffen die so einem Kurzstreckenfahrzeug mit seiner mickrigen Kilometerleistung erzeugt.

Und dort wo niedriges Gewicht, Traktion und eine fein dosierbare Leistung bei niedrigen Drehzahlen (2t gehen nicht so leicht aus bei niedrigen Drehzahlen) , sowie spontanes Ansprechen sehr wichtig sind. Trial und (Extreme) Enduro.

Während in der Motocross WM nur noch 4t fahren waren beim Erzbergrodeo unter den ersten 90 Plätzen nur 3 Viertakter.

Hallo Sali, Vorteile von 2-takter:

  • bringen bei hoher Drehzahl gut Drehmoment
  • Verhältnis von Hubraum/Leistung ist prinzipbedingt besser

Nachteile:

  • erst bei hoher Drehzahl kommt wirklich Leistung (im normalen straßenverkehr eher hinderlich)

  • Durch die hohen Drehzahlen ist der Verschleiß sehr viel größer = teurer Unterhalt

  • nach dem Starten muss man die ersten paar sekunden/minuten erstmal langsam machen, weil sich ein Ölfilm an der Zylinderwand bilden muss

  • Bei sehr langer Berg-ab-Strecke sollte man die Motorbremse nicht zu arg in Anspruch nehmen, weil sonst der Ölfilm an der Zylinderwand verschwindet... => Gefahr von Kolbenfresser/Kolbenklemmer

Nun zu den 4-taktern:

Vorteile:

  • besserer Drehmomentverlauf

  • niedrigerer Verbrauch

  • zuverlässiger (zumindest meiner Erfahrung nach)

  • Durch die separate Ölschmierung sind lange Benutzung der Motorbremse kein Thema und man kann nach dem Starten direkt losfahren ohne Angst um den Motor zu haben (übertreiben sollte es bei kaltem Motor natürlich nicht...)

Nachteile:

  • weniger "spritzig" bei hohen Drehzahlen

Meine persönliche Meinung dazu:

Ein 2-takter Motorrad ist nicht mehr zeitgemäß. Sowas kann man sich als Oldtimer holen oder weil man mit einem bestimmten Motorradtyp etwas verbindet, aber als "Alltagsmotorrad" eigentlich ungeeignet. Ich hatte bisher zwei Mopeds (Honda CBR 125R und Ducati Desmodue 600SS), es waren beides 4-takter mit Vergaser ... und sie haben mich nie im Stich gelassen! Ein ehemaliger Klassenkamerad hatte ein 125er - 2takter und das Moped stand mehr in der Werkstatt wie auf der Straße...

Grüße Turbo

PS: Darf ich fragen, mit was zu liebäugelst?

zweitakter haben konstruktionsbedingt immer geringere drehzahlen als viertakter bei gleichem hubraum und gleicher leistung. der 2-takter hat eben gerade nicht diese hohen drehzahlen im direkten vergleich zum 4-takter.

aber natürlich gab es auch extrem hochdrehende 2-takter. aber diese erreichten dann leistungen, die ein gleichgrosser 4-takter nie erreichen konnte.

gerade bei kleinen motoren bestachen die 2-takter durch die höhere zuverlässigkeit.

annokrat

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@annokrat

Der 2t klingt nur als würde er höher drehen da er doppelt so oft zündet.

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nach dem Starten muss man die ersten paar sekunden/minuten erstmal langsam machen, weil sich ein Ölfilm an der Zylinderwand bilden muss

Beim Viertakter mußte ne ganze Weile länger langsam machen, bis das ganze Motoröl erst mal auf Betriebstemperatur is. Außerdem braucht der auch paar Sekunden bis die Ölpumpe überhaupt an alle Schmierstellen Öl geliefert hat.

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@Effigies
Der 2t klingt nur als würde er höher drehen da er doppelt so oft zündet.

und ein Drehzahlmesser zeigt deswegen auch doppelt so viel an??

Beim Viertakter mußte ne ganze Weile länger langsam machen, bis das ganze Motoröl erst mal auf Betriebstemperatur is. Außerdem braucht der auch paar Sekunden bis die Ölpumpe überhaupt an alle Schmierstellen Öl geliefert hat.

Das ist soweit nicht ganz korrekt... Ein 4-takter wird durch die Ölpumpe auch bei kaltem Motoröl noch geschmiert, halt nur nicht optimal. Das man in dem Zustand keine Rennen fahren sollte, dürfte jedem klar sein.

Zum Thema Zuverlässigkeit: Es stimmt, das in einem 2-takter weniger bewegte Teile verbaut sind und damit erst einmal der Motor einfacher wird. Ich hab dafür aber schon einige 2-takter gesehen, die mit Kolbenfressern oder durchgebrannten Kolben zu kämpfen hatten, aber noch keine 4-takter... Nur, WENN etwas zu reparieren ist, dann ist es an einem lüftgekühlten 2-takter ein Traum... da gebe ich euch recht.

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@Turbo227

Ich hab ja oben geschrieben, der 2t ist einfach zu warten aber wenn man es nicht macht, fliegt einem der Salat um die Ohren.

Die Kolben sollen beim 2T ja auch regelmäßig gewechselt werden (was schneller geht als das Ventile einstellen an vielen 4t). Aber wenn man es halt nicht rechtzeitig macht und vielleicht noch mit dreckigem Lufi fährt, dann nimmt der Kolben eben die Zylinderbeschichtung mit ins Grab.

Der 2t braucht nicht viel Pflege, das das bisschen das er braucht, das will er dann auch unbedingt haben, sonst krachts.

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Nachteile von 2 takt. höherer Verschleiß, höherer Verbrauch Nachteile von 4 takt. weniger leistung, aufwändiger zu warten. Vorteile von 2 takt. mehr power, guter sound Vorteile von 4 takt. geringerer Verbrauch.

Wenn du das Geld oder die Erahrung hast würde ich ne 2t kaufen. Ich fahre seit ca. 3 Jahren meine Yamaha YZ 125 auf der Strecke und offroad. Für die Straße hab ich mir ne 125er Derbi senda geholt, weil mir der Verbrauch zu hoch ist. (muss jeden Tag 30km in die Schule)

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