Minusstunden von den Ausbildungsverhältnis mit in dem Festvertrag übernommen darf das mein arbeitgeber?

10 Antworten

Ein Azubi darf keine Minusstunden haben, soweit er deren Entstehung nicht selbst zu verantworten hat.

Denn die Ausbildungsvergütung muss weitergezahlt werden, wenn die Ausbildung aus Gründen, für die du nichts kannst, ausfällt, obwohl du bereitstehen würdest (§19 Berufsbildungsgesetz). 

Die Quelle ist bereits 2x verlinkt

Hast du die letzen 1,5 Jahre jeden Tag 1 h verpennt und bist zu spät gekommen: dann hast du jetzt ein Problem.

Inwieweit dein AG hier bereits früher hätte handeln müssen, ob er dir wirksam Gehalt kürzen dürfte...? Alternativ hättest du dein Ausbildungsverhältnis mit einem Schuldverhältnis beendet.

Was du prüfen kannst, wann AG dich zur Nachleistung verpflichtet hat, ob hier Dinge verjährt sind, da nicht rechtzeitig eingefordert und was du mit deinem Arbeitsvertrag hier anerkannt hast.

Ein Azubi darf keine Minusstunden haben - Sie existieren in einer Ausbildung garnicht.

Das ist so allgemein nicht richtig.

Minusstunden zulasten des Arbeitnehmers/Auszubildenden können nur dann nicht anfallen,

  • wenn es kein vertraglich vereinbartes Arbeitszeitkonto gibt und
  • wenn die Minusstunden in die Verantwortung des Arbeitgebers fallen.

Minusstunden können selbstverständlich auch in der Ausbildung anfallen, wenn der Auszubildende sich nicht vertragskonform verhält, also z.B. unentschuldigt fehlt, selbstverschuldet zu spät kommt usw.

In einem Kommentar unten schreibst Du:

In meiner Ausbildung bin ich regelmäßig zuspät gekommen.

Wenn Du das Zu-spät-kommen zu verantworten hast (Dich z.B. nicht auf absehbare Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr eingestellt hast), dann sind das selbstverständlich Minuszeiten, die der Arbeitgeber Dir grundsätzlich anlasten darf (wenn es denn ein Arbeitszeitkonto gibt).

Allerdings stellt sich die Frage warum Dein Arbeitgeber es so weit hat kommen lassen, dass sich auf diese Weise 248 Minusstunden angesammelt haben.

Wenn er das aber hingenommen hat, ohne zu "reagieren", wenn er daraus keine arbeitsrechtliche Konsequenzen gezogen hat (z.B. Abmahnungen), dann kann man ihm ein billigenden In-Kauf-nehmen anlasten mit der Folge, dass er den Anspruch auf Verrechnung dieser Minusstunden verwirkt hat.

Zur Frage der Anrechenbarkeit:

mir sagen ob ich im Recht bin oder mein Arbeitgeber dies einfach machen kann

Angenommen, der Anspruch des Arbeitgebers auf Ausgleich der Minusstunden besteht zurecht: Er darf selbstverständlich nicht jetzt, wo Du Facharbeiter mit entsprechendem Entgelt bist, einen 1:1-Ausgleich verlangen, sondern muss den Entgeltwert der während Deiner Ausbildung angefallenen Minusstunden ins Verhältnis setzen zum Entgeltwert Deiner jetzigen Facharbeiterstunden. Denn natürlich haben 248 Auszubildendenstunden eien wesentlich geringeren Entgeltwert als 248 Facharbeiterstunden (Siehe dazu auch die Antwort von PunkExpert28)!

Ein Azubi darf keine Minusstunden haben - Sie existieren in einer Ausbildung garnicht.

Genau das ist der springende Punkt. Deinem Arbeitgeber sollte man die Genehmigung zum ausbilden entziehen!

https://jugend.dgb.de/ausbildung/beratung/dr-azubi?fp.l=t&fp.d=84053

Und gib diesbezüglich der zuständigen IHK mal einen Tipp! Oder frage da "unschuldig" mal nach. Widerlich so dämliche Arbeitgeber!

https://www.aubi-plus.de/ausbildung/arbeitszeiten/ueberstunden/

Das betrifft aber nur Minusstunden, die nicht in die Verantwortung des Auszubildenden fallen!

Fehlt ein Auszubildender unentschuldigt, können selbstverständlich Minusstunden anfallen (vorausgesetzt, es gibt ein vertraglich vereinbartes Arbeitszeitkonto).

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@Familiengerd

Da hast du recht. Bei 248 Minusstunden aber eher unwahrscheinlich.

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@Kessie1

Nach Aussage des Fragestellers (in einem Kommentar zur Antwort von vansonnenberg) sind die Minusstunden durch regelmäßiges Zuspätkommen entstanden.

Wenn allerdings ein so hohes Volumen sich angehäuft hat, kann man fast schon davon ausgehen, dass der Arbeitgeber das konsequenzenlos hingenommen, also toleriert hat. Damit könnte er seinen Anspruch auf einen Ausgleich dieser Minusstunden verloren haben.

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@Familiengerd

Danke für die Info. Ist doch immer wieder nett, wenn Fs erst so nach und nach mit Infos kommen ;-). Also wer so oft zu spät kommt und dadurch 248 Minusstunden erreicht, den ich hätte ich raus geworfen - Azubi hin oder her.

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