Mietpreisbremse

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7 Antworten

Wenig. Das zentrale Problem ist der Mangel an Wohnungen, und der wird durch die Mietpreisbremse nicht gemindert. Wenn in München heute eine Wohnung angeboten wird, dann stehen 100 Leute auf der Matte. Derjenige mit der meisten Kohle bekommt die Wohnung und 99 gehen ohne Wohnung nach Hause. Mit Mietpreisbremse wird weiterhin nur einer die Wohnung bekommen und die 99 schauen weiterhin in die Röhre. Die Mietpreisbremse ist nur herumdoktorn am Symptom, nicht am Problem. Nur weil ich mein Fieberthermometer bei 38 Grad abklemme, senke ich noch lange nicht mein Fieber.

Die hohen Steuern sind allerdings nicht Schuld daran. Übrigens betreffen die hohen Mieten nur einige Regionen in Deutschland. In den meisten Städten und Gemeinden stagnieren die Mieten. Und wenn alle Welt unbedingt in München, Hamburg oder Berlin wohnen will dann steigt dafür nun mal der Preis. Gerade Berlin und Hamburg möchten gerne Weltstädte sein und mit London und Mailand konkurrieren, aber hätten gerne weiter Mieten wie in Lüneburg oder Ostvorpommern. Weltstadtniveau und Dorfmieten passen aber nicht.

Stell dir vor du musst Jobbedingt öfters umziehen (z.B. weil du nur 1 oder 2 Jahresverträge bekommst in deinem Beruf) und du hast deswegen ständig einen neuen Mietvertrag mit einer hohen Miete. Du hast also nie einen alten Mietvertrag, der unter dem Mietpreis einer Neuvermietung liegt.

Um mit einem Auto-Vergleich zu antworten: Stell dir vor du brauchst öfters mal einen Mietwagen und jedesmal, wenn du den gleichen Wagentyp vom gleichen Vermieter mietest kostet es mehr als vorher - obwohl die Autos älter werden und der Autovermieter z.B.niemals ein Navi einbauen läßt.

October

Nein, die Steuern haben damit nichts zu tun. Trotzdem halte ich nichts davon.

Na ja.

Ich habe in 2011 in Berlin in einer begehrten Lage eine 2 Zimmer Wohnung für 660 angemietet.

Ich bin Anfang 2014 ausgezogen. Der neue Mieter zahlt jetzt 900 Euro, obwohl an der Wohnung nichts gemacht wurde - sie wurde noch nicht einmal renoviert!

Stell dir vor, du bist Mieter und kannst aufgrund von Mietpreiserhöhungen nicht in deiner Wohngegend bleiben.

Meine Schwester hat 3 Kinder und wohnt ebenfalls in Berlin. Sie arbeitet Vollzeit und ihr Mann auch. Beide sind Akademiker und haben einen anspruchsvollen Job. Die Eltern schlafen im Wohnzimmer auf der Schlafcouch, die jeden Morgen wieder eingeklappt werden muss.

Stell dir mal vor, du hast 3 Kinder und bräuchtest 4 statt 3 Schlafzimmer und die Wohnung ist einfach zu klein für deine Familie - und du kannst aufgrund der hohen Mieten nicht in eine passendere Wohnung umziehen. (In eine billigere Wohngegend umziehen ist schlecht weil die Jobs und vor allem die Schulen in der Nähe der jetzigen Wohnung liegen).

October

Dabei sollte man sich fragen, wer Schuld ist. Der Eigentümer oder demografischer Wandel - das Leben auf dem Lande wird immer unattraktiver. Nachfrage bestimmt das Angebot - das ist das kaufmännische Grundprinzip. Kann man das einfach so ausstechen und über andere Leute Eigentum bestimmen? Ungerecht ists für beiderseits wie ich das sehe.

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@Marcutzi

Ja kann man. Deswegen sind wir eine "Soziale Marktwirtschaft". Man versucht zwischen Kommunismus und Kapitalismus einen möglichst guten Kompromiss zu finden, man sticht ihn ja auch nicht aus sondern man beschrenkt ihn.

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@Marcutzi

Der Eigentümer meiner alten Wohnung ist ein Investor, der die Wohnung gezielt als Investitionsobjekt und Spekulationsobjekt gekauft hat.

Da geht es nicht darum, dass eine Familie eine Wohnung hart erarbeitet hat und die Miete dieser Zweitwohnung als sichere Einkommensquelle für's Alter eingeplant hat.

Sondern darum, dass eine Wohnung gezielt gekauft wurde, um den maximalen Gewinn aus der Miete zu erzielen - ohne Rücksicht darauf, ob die Miete dann für normale Arbeitnehmer noch bezahlbar ist oder nicht. Dieser Vermieter besitzt mehr als eine Wohnung in Berlin.

October

October

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@October2011

Nebenbei bemerkt, wenn jemand ein oder zwei Mietobjekte hat, ein vernünftiger Vermieter ist und keinen Mondpreis als Miete verlang dann gönne ich demjenigen jede Euro der Miete.

Mir geht es nicht darum zu sagen, dass alle Vermieter grundsätzlich Halsabschneider sind ;-)

October

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Angebot und Nachfrage regelt den Markt, das gilt auch für Wohnungen und Mietpreise und hat mit Steuern nichts zu tun. Eine Mietpreisbremse ist vernünftig um Armen und Reichenviertelbildung vorzubeugen. bzw. zu verlangsamen. Ansonsten ziehen immer mehr Reiche Leute ins Zentrum und die Armen müssen aus dem Zentrum verschwinden weil sie es sich nicht mehr Leisten können. Das führt zu Bildung von Ghettos und steigert die Kriminalität, wovon niemand etwas hat.

"Stellt euch vor, ihr verkauft euer Auto und jmd. schreibt euch vor, wie viel noch maximal dafür verlangen dürft."

Ganz so ist es nicht. Stell dir vor du wohnst in einem Ort mit nur 1nem Wasser anbieter. Das ganze Dorf ist auf das Wasser angewiesen. Jetzt kostet das wasser 2€ pro m³, der Vertrag ist 2Jahre gültig danach müsst ihr neu verhandeln. Nach 2 Jahren sagt der wasseranbieter nun das wasser kostet 4€ pro m³, das ist eine verdoppelung aber du musst es zahlen weil du keine alternativen hast. Entweder du zahlst und wenn du es dir nicht leisten kannst musst du irgendwo hinziehen wo es günstigeres wasser gibt. Die Mietpreisbremse sagt nun (aufs beispiel übertragen) das nach 2Jahren das Wasser höhstens 2.40€ kosten darf.

Dann soll der Staat doch verstreut Wohnungen aufkaufen, das erinnert schon arg an DDR-Zeiten.

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@Marcutzi

Das hätte der Staat in den letzten paar Jahren tun sollen. Nennt sich dann eine Sozialwohnung.

Hat der Staat aber nicht, denn die Städte und Gemeinden haben zum Teil Sozialwohnungen verkauft um ihren Haushalt zu sanieren und weil sie dachten, der Generationenwechsel würde den Wohnungsmarkt entspannen.

October

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@Marcutzi

Diese Idee teilen viele, da der Staat anders kalkulieren kann wären bessere Wohnungen zu einem niedrigeren Preis möglich. Jedoch ist die momentane Regierung nicht bereit dazu.

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Ich find die mietpreisbremse ist gut. Unsere Wohnung hat vor 4 Jahren noch 300 gekostet vor zwei schon 450 und heutzutage 600 wenn das so weiter geht müssen wir bald ausziehen . Du musst es so betrachten der Staat schaut schon das die Miete angemessen ist soll halt nicht übertrieben sein .

aber dieser wohnraum ist nunmal nicht staatlich., was der springende punkt ist. alles wird teurer.

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@Marcutzi

Aber es geht darum das es nicht so drastisch steigen soll , ich mein das Gehalt steigt auch nicht alle paar Jahre um paar hundert Euro ? Wieso dann Wohnungen ?

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@Klomeme

Vor der Euro Zeit hatte ich am Anfang des Monats 3000DM in der Tasche. Da wusste ich, was ich damit alles anstellen konnte. Was kann ich heute mit 1500€ am Anfang des Monats im Vergleich anstellen... .

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@Marcutzi

Alles wird teurer?

Ja, wird es auf Grund der Inflationsrate. Die bertrug in den letzten paar Jahren zwischen 1 und 2,3%.

http://www.inflationsrate.com/

Ich überlasse es dir mal auszurechnen, wieviel teurer Klomene's Wohnung geworden ist.

October

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@Marcutzi

Nichts weil halt die Lebenserhaltungskosten steigen. deshalb will der Staat ja eingreifen .

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Unsere Wohnung hat vor 4 Jahren noch 300 gekostet vor zwei schon 450

Dann ist da aber was verkehrt.

Die Miete darf innerhalb von drei Jahren nicht mehr als 20 % verhöht werden, es sei denn es es kommt zusätzlich noch eine Erhöhung wegen Modernisierung.

Beim nächsten Mieterhöhungsverlangen durch Mieterbund prüfen lassen.

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schleche idee dann gibt es nur noch schrott-wohnungen

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