MEK erschießt direkt Geiselnehmer, warum?

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Das ist Fernsehen. Dort darfst du keine realitätsnahen Krimis erwarten. Todesschüsse sind im Fernsehen die Regel bei Geiselnahmen, nicht die Ausnahme - wie in der Realität.

Der gezielte, mit hoher Wahrscheinlichkeit tödliche Schuss ist das letzte Mittel das der Polizei bleibt, eine Situation zu klären. In einigen Bundesländern ist dieser Schuss sogar im Polizeigesetz verankert. Allerdings gäbe es auch ohne polizeirechtliche Grundlage, im Rahmen der Notwehr, die Möglichkeit, einen finalen Schuss abzugeben.

Grundgesetzlich ist der finale Rettungsschuss problematisch, da er der Wesensgehaltsgarantie des Grundgesetzes (Art. 19 Abs. 2 GG) zuwiderläuft.

Bei einem Schuss aufgrund polizeirechtlicher Grundlage ordnet der Einsatzleiter den Schuss an, der Beamte führt ihn aus. Es ist hoheitliches Handeln.

Schießt aber ein Beamter ohne polizeirechtlichen Unterbau, also im Rahmen der Notwehr, ist er alleine für sein Verhalten verantwortlich, gegen ihn wird ermittelt und ggf. vom Staatsanwalt angeklagt und vom Richter verurteilt, nicht der Polizeiführer.

Wenn ich mich recht erinnere, dann ging es in dem Tatort gerade darum, die Geiselnehmer alle gleichzeitig zu erschießen, weil jeder von denen mit einer Handvoll Geiseln und relativ großen Abstand zu den anderen Geiselnehmern war. "Finaler Rettungsschuss" und so. Deswegen wäre es auch unklug, die Geiselnehmer vorzuwarnen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Finaler_Rettungsschuss

Dementsprechend auch zu der Frage

Reicht nicht ein Betäubungsschuss? 

Sofortige Handlungsunfähigkeit könne jedoch nicht durch Schüsse auf Gliedmaßen oder Rumpf oder auf Organe (Leber, Nieren, Herz) hergestellt werden, sondern nur durch Ausschalten des Zentralen Nervensystems ohne Zeitverlust, was ausschließlich durch Treffer in Klein- oder Stammhirn zu erreichen sei.

Und was heißt "ungerecht"? Wenn man eine Geiselnahme durchführt, dann muss man damit rechnen, dass man das eventuell nicht überlebt. Wenn man das nicht möchte, dann sollte man nicht kriminell sein.

Zumal das SEK über einen Maulwurf in die Geiselnahme verstrickt war und der Auftraggeber in dem Tatort darauf abgezielt hat, dass keiner der Geiselnehmer überlebt.

Den Tatort fand ich eigentlich nicht komplett unrealistisch.

Wenn der Zugriff erfolgt, sind alle anderen Optionen, wie z.B. Verhandlungen, bereits abgehakt und der Finale Rettungsschuß freigegeben. Von Amtswegen haben die Täter ihr Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit eingebüßt.

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