Lohnt es sich einen Atomschutzbunker im Garten zu bauen?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

ja und nein... es ist extrem teuer so ein teil zu bauen. du könntest wenn du (neu) baust, einen kellerraum ausbauen, mit dicken wänden, belüftungsanlage und wassertank oder brunnen. es gibt (oder gab, ich bin mir nicht sicher) auch tatsächlich fertigschutzräume die du einfach im garten vergraben kannst. so ein teil schützt dich aber nur vor dem fallout, nicht vor der explosion einer atombombe oder einer normalen bombe. und groß sind die natürlich auch nicht, es wäre alles mit konserven vollgestopft und man könnte den ganzen tag nur die wand anstarren. schlafen müsste man abwechselnd auf dem boden^^

nur zur info: die empfehlung der nato für geschützte befehlstellen liegt bei 300 metern erd- und gesteinsüberdeckung... nur das würde einen eventuellen schutz vor der unmittelbaren explosion einer atombombe geben. und der emp ist dabei noch nicht mitgerechnet... davor schützt nur ein stahlkäfig an den außenmauern. die westdeutsche regierung hatte so ein bauwerk in einem mittelgebirge, allerdings nur 200 meter überdeckt (mit bergen) welches warscheinlich wegen des emp kollabiert wäre. in der früheren ddr hatten die nva und regierungsorgane ähnliche bauten, die zwar gegen emp geschützt gewesen wären, aber dafür keinerlei schutz gegen direkte treffer gewährleistet hätten^^

fazit: vor dem ersten heftigen fallout schützt so ein "privatbunker" schon, allerdings wird noch nicht alles wieder weg sein wenn du raus musst. im falle von unruhen und chaos bist du auch ganz gut aufgehoben. nur wenn die bombe in der nähe fällt hast du pech gehabt.

die wichtigere frage ist: was machst du danach? infrastruktur existiert nicht mehr, dein auto ist kontaminiert und wenn du zu lange im freien bleibst wird dir das auch nicht allzu gut tun^^

"in der früheren ddr hatten die nva und regierungsorgane ähnliche
bauten, die zwar gegen emp geschützt gewesen wären, aber dafür keinerlei schutz gegen direkte treffer gewährleistet hätten"

Woher hast Du denn den Quatsch?

Kennst Du die 5001 so gut? Hast Du die Zerschellschichten mal gezählt?

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Bunker oder auch "Schutzbauwerke" sind spezielle Entwicklungen, die auf der Welt regional ganz anders realisiert werden.

Schweden hat als neutrales "Kriegsgewinnler-Land" davon z.B. eine ganze Masse, wahrscheinlich wegen des schlechten Gewissens.

Die Australier haben vor vielen Jahren die großen, günstig zu produzierenden Stahlbetonrohre als Optimum kreiert. Da ist etwas dran, wenn man die Rohrenden für diesen Sozialbunker genauso rund produzieren könnte.

In manchen Gegenden der USA ist es gegenüber den zahlreichen Fertighäusern der einzige feste Gegenstand weit und breit, wenn der große Hurrican kommt.

Grundsätzlich: Bei einem modernen Bunker brauchst Du nicht nur Tiefe, sondern auch eine ganz ordentliche Fläche.

Warum?

Über dem eigentlichen Bunker befinden sich 1-2 Zerschellschichten, die im Angriffsfall geopfert werden können. Danach ist ein Bunker "nackig".

Die Insassen müsssen jedoch mit der Außenwelt verbunden bleiben. Also benötigen Sie auch zwecks Funkverbindung eine ordentlich getarnte und überdeckte Erdantenne. Das braucht Fläche, aber nicht in nächster Nähe.

Fläche benötigt auch die Lüftung, aber vor allem aber der Zugang zu einem Bunker. Der führt nämlich zwecks mehrfacher Verringerung einer evtl. Druckwelle mehrfach im 90°-Winkel vom Einstieg in den an den Zugangstunnel angefügten Bunker.

Die gesamte Außenkonstruktion eines modernen Bunkers müsste zudem heutzutage dem Tresoraufbau ähneln. Ferngesteuerte Sauerstofflanzen, die mit über 3000 Grad Celsius die Wände aufschneiden können, waren wohl über Jahrzehnte der Alptraum der Bunkerbauer bzw. Betreiber. Hier könnten nur mehrere eingearbeitete Keramikschichten helfen.

Die Wasserversorgung, aber auch die Beseitigung des Abwassers mit Hilfe des inzwischen über 100 jährigen Emscherbrunnens, sind weitere Kunststücke, die jemand vollbringen muss, der einen Bunker bauen möchte. Möchtest Du denn mit Deinen Mitbewohnern längere Zeit neben Deinen verdünnten Exkrementen leben?

Verbrauchtes Wasser fällt in einem Schutzbauwerk massig an, nicht nur beim Waschen oder im WC.

Übrigens - einige hundert Millionen Euro solltest Du für die kleinste Variante mindestens einplanen! Das reicht für ca. 10 Leute und etwa 3 Wochen.

Das soll aber jetzt der Aufklärung genug sein. Falls Deine Schwiegermutter wirklich im Anmarsch sein sollte, dann zieh einfach die Bettdecke über den Kopf, das hilft vielleicht auch schon.

was nützt denn der "schönste bunker", wenn draussen alles "im eimer" ist? das ist doch nur ein klassisches sujet für SF-romane. aktuelle denkanregung: die früheren einwohner der gegend um fukushima können immer noch nicht in ihre häuser zurück.


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