Leidet mein Partner an Autismus oder Asperger-Autismus?

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8 Antworten

Ich lese kein Anzeichen, dass der Mann leidet. Bitte nicht einfach nach Diagnosen googlen, die du bei jemandem vermutest, mit dem Du unzufrieden bist und durch den Du meinst, zu leiden und übertrage es auf diese Diagnose.

Etwas stichhaltiges, was mich sofort an Autismus denken lässt, lese ich auch nicht. Wie oft man seine Wohnung betritt oder verlässt, die Stimmlage oder Nägel-Kauen- sind keine Symptome, auch nicht, inwieweit man mit seinem Partner über seine intimsten Gefühle redet. Dafür gibt es keine Regel- es ist auch sinnlos und dumm, denn, wenn man zusammen ist, liebt man sich und muss das doch nicht jeden Abend bequatschen. Ich würde, sollte mein Freund so ankommen- meine Liebe verlieren, denn, wenn meine Gefühle ständig hinterfragt werden, würde ich denken, dass er mir nicht glaubt, dass ich ihn liebe und deswegen mit ihm zusammen bin- somit hätte die Beziehung keinen Sinn mehr. Auch andere Gefühle- warum muss es unbedingt der Partner sein, mit dem Du jedes Gefühl bequatschen musst- dafür gibt es Freundinnen. Ich denke, an Autismus liegt das weniger, da ich extrem viele Menschen- nicht nur Männer kenne, die das Gefühlsgesäusel einfach nur nervt. Vielleicht hast Du da eher ein Problem, weil Du zu empfindsam bist.

Aber- was interessiert es Dich? Du schreibst zum einen, Du hast die Beziehung beendet- mehrfach sogar- aber im weiteren Textverlauf schreibst Du, dass Du bei ihm bist- und was ihr zusammen macht- Du schreibst es so, als passiert all das nach dem Ende der Beziehung. Was willst Du? Du solltest erstmal herausfinden, was Du willst vom Leben, von ihm, was Du als Frau erwartest von einem Partner. Dieser Man kann Deine Bedürfnisse offenbar nicht erfüllen. Sollte es Autismus sein, wovon ich absolut nichts im Text lese, ist es angeboren und bleibt, könnte sogar schlimmer werden. Wenn es etwas anderes ist- müsste er es selbst erkennen als Problem und erstmal für sich eine Veränderung wollen- und dann eine Therapie anstreben. Wenn er aber einfach nur so ist, wie er ist, musst Du dich entscheiden, was Du willst- und vor allem, ob über Gefühle reden so wichtig ist... und entscheide Dich schnell- denn so, wie Du den Mann beschreibst, hat er nicht verdient, dass Du alle paar mal die Beziehung abbrichst, wieder beginnst, beendest, beginnst- das klaut ihm Zeit, jemanden zu finden, der ihn liebt, wie er ist- was eigentlich auch Basis Deiner ersten Entscheidung für ihn gewesen sein sollte...und auch Dir klaust Du die Zeit, jemanden zu finden, der Dir ähnlicher ist. Finde heraus, ob Du ihn liebst- oder nur den Mann liebst, den Du gern aus ihm machen würdest- einen, der zwar mit Dir über Gefühle redet, aber eben nicht mehr der Mann ist, den Du hier beschreibst... denn- er macht es nicht, hat es in den 3 Jahren ON-OFF-Beziehung nicht getan- was ändert es, wenn er es ab morgen tut- eine rolle spielt... nimm ihn, wie er ist oder lass es- es schadet euch beiden nur, wenn Du es in die Länge ziehst. Auch eine Diagnose, wenn er sie hätte, hilft nichts, da Du Du bleibst und auch Verständnis Deine Bedürfnisse nicht ausknipst.

Zum Ansprechen- wie reagiert er üblich? Er wird nie wütend- wovor fürchtest Du dich- dass der Mann da sitzt, stumm zuhört? Andere Frauen träumen davon, weil sie eine Labertasche oder einen Choleriker zu haus haben ;P Aber- überlege mal, wie verletzend es wirkt, wenn du jemandem unvorbereitet sagst, dass er deiner Meinung nach leidet, weil er mit Dir nicht über deine Gefühle redet- und dass er dazu noch wegen tiefer Stimme, Nägelkauen und weil er so selten die Wohnung verlässt eine tiefgreifende Entwicklungsstörung hat. Da solltest Du mehr Fakten liefern oder es schnell vergessen. Denn- wenn Du autismus vermutest, musst du was darüber gelesen haben- und hättest selbst merken müssen, dass Deine angaben keine Symptome sind.

Man spricht gar nicht mehr von "dem" Autismus. Sondern von einer Störung im autistischen Spektrum. Damit erkennst Du schon, dass auch die Wissenschaft, die doch niemals um eine einfache Antwort verlegen sein möchte, erkannt hat: Es gibt so zahlreiche Ausformungen und auch so unterschiedlich starke Ausprägungen jener Störungen, die dem Autismus zuzuordnen sind, dass der Begriff "Autismus" letztlich zu kurz greift.

Wenn es für Dich wichtig ist, dann sprich es an – aber nicht konfrontativ, sondern in der Berührung. Sprich davon, dass Du seine Zuneigung siehst und spürst – aber dass es oft schwer für Dich ist, seine Verschlossenheit nicht auf Dich zu beziehen. Und dass Du Fragen hast. Es mag sein, dass er im autistischen Spektrum wiederzufinden ist. Es mag auch sein, dass er extrem psychisch geschädigt worden ist (ich spiele auf Olga22 an).

Du solltest Dir allerdings darüber im Klaren sein, dass – wenn es sich um psychische Schädigungen aus vermutlich frühester Kindheit handelt (WENN diese extreme Verschlossenheit rein psychische Ursachen hat, dann liegen diese mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sehr am Anfang seines Lebens, wurden dann aber später, da sie so fest etabliert sind, mindestens bestätigt) – auch DU an seinen Reaktionen schwer zu tragen haben wirst. Dann wird "Mit-Leid" für Dich eine neue Bedeutung gewinnen: Du kannst ihm sein Leiden niemals nehmen, das in ihm wohnt, aber Du kannst DA SEIN und ihn so annehmen, wie er ist – aber es ist nicht leicht, zu wissen dass Du ihm nichts nehmen kannst. Auch, für jemand anders da zu sein, gewinnt eine andere, tiefere Bedeutung: Die Tatsache, dass er sich auf Dich verlassen kann, hilft ihm, ohne dass es ihm etwas nimmt. – KANN er sich auf Dich verlassen? Ich bedauere es, dass Du schon mehrfach Schluss gemacht hast. Aber verstehen kann ich Dich durchaus: Derlei Verschlossenheit ist schwer einzuordnen und verletzt sicherlich oftmals. Sicherlich musst Du viele Moment mit der rationalen Gewissheit überbrücken, dass er Dich lieb hat.

Trotz allem wird es nicht falsch sein, die Möglichkeit einer autistischen Störung in Betracht zu ziehen. Es gibt viele (auch günstige Taschen-) Bücher, mit denen Du Dir ein recht gutes Bild von den autistischen Störungen verschaffen kannst.

Hallo agusia9 ,

ich kenne deine Verzweiflung - aber es nutzt nichts , da eine "therapierbare Krankheit" zu suchen....

Was du beschreibst ist das Bild eines sehr traurigen ,furchtbar verletzten Menschen , der nicht (mehr) in der Lage ist , mit seinen eigenen Gefühlen umzugehen , geschweige denn mit denen anderer . Offensichtlich bist du für ihn schon wichtig , aber eine Partnerschaft auf "Augenhöhe" kommt für ihn nicht in Frage - da müßte er sich ja mal "outen" und über seine Gefühle sprechen - das KANN er nicht ! Den Grund für seine Traurigkeit wirst du kaum finden , es sei denn , er würde sich darauf einlassen . Was ich mir nicht vorstellen kann , es sei denn , sein Leidensdruck wird dermaßen groß , daß er gar nicht mehr anders kann . Dieser Grund liegt in seiner (auch für ihn dunklen) Vergangenheit und ist unter einen Teppich gekehrt worden , der sich garantiert bis zur Zimmerdecke wölbt . Er wird nicht wagen , daran auch nur zu tasten . Konsequenz : das Verhalten , was er dir zeigt .

Für ihn bedeuten Gefühle einfach nur GEFAHR - Gefahr , wieder verletzt zu werden , eine erneute Emotional-Katatsrophe zu erleiden und ein weiteres Mal zu scheitern - das wagt er nicht ! Was er dir gibt ist das Äußerste , wozu er in der Lage ist . Und DAS ist schon recht viel für jemand in seiner Situation . Wenn du das weißt und bereit bist , mit diesem Minimum an Beziehungs-Programm zu leben , wirst du auf Dauer unweigerlich "draufzahlen" - kann ich dir versprechen ! Sicher erleichterst du ihm durch deine Anwesenheit sein Dasein - befreien oder ihn"retten" kannst du nicht . Sorry . Und er wird mit Sicherheit nicht einfach so irgendwas einsehen oder erkennen , dafür ist die Verletzung zu heftig gewesen

Je nach dem wie alt er ist , ist die Wahrscheinlichkeit aus dieser Trauer aufzutauchen entweder kleiner oder größer (je älter , desto unwahrscheinlicher!)

Du musst selbst entscheiden , was DU brauchst - er wird dir mit keinem Schritt entgegenkommen . Ich wünsche dir alles Gute und denk mal drüber nach...

olga22

.....hab nochwas vergessen :

lass mich mal raten - beruflich macht er sicher irgendwas mit Zahlen , stimmt´s ?

Zahlen "lügen" nie ! 2 + 3 wird immer 5 sein , darüber kann man einfach nicht diskutieren...

Gefühle sind nicht greifbar/fass-bar sondern UNWÄGBAR - ergo gefährlich ! So bist auch DU gefährlich : eine Person , die echte Gefühle zeigt , die darüber redet und möglicherweise sogar Gefühle "einfordert" - das übersteigt seine Toleranzgrenze bedrohlich ! DU bist BEDROHLICH - andererseits auch ein kleines Sälbchen auf seinen emotionalen Flächenbrand . Er wägt ab - Beziehung ja , aber nur auf mini-kleiner "Flamme" .

Ich vergleiche das manchmal mit einer Tabelle : stell dir einen Zahlenstrahl vor , der von -100 bis +100 läuft . OK?

Dein emotional-Spektrum läuft sinnbildlich gesehen zwischen diesen beiden Polen ab . Das heißt du fühlst Trauer wie Glück in diesem Spektrum . Ist normal für dich . Oder ?

Dein Partner aber hat aber nur ein massiv begrenztes Spektrum , das sich in etwa zwischen -5 und +5 , maximal 10 bewegt . Mehr KANN er nicht ! Er kann auch deine Gefühlswelt nicht verstehen , wird er in seiner Welt nie in die Lage kommen ! Daher erstarrt er auch immer , wenn du ihn mit deinen Gefühlen "überfällst"...

Ob das "krank" ist oder was auch immer - mag dahingestellt sein....

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@olga22

Du interpretierst erstaunlich viel in acht Sätze über einen Menschen, den du nicht kennst.

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@Rechercheur

Ich bin mit sowas seit ca. 9 Jahren in Beziehung

Noch irgendwelche Fragen ?

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@olga22

Ja:
Was genau meinst du mit "sowas" in Bezug auf einen Menschen?
Wie kommst du darauf, dass in so wenigen Sätzen beschriebene Verhaltensweisen bei allen Menschen die gleichen Ursachen haben?

Musst du mir nicht beantworten. Nur mal drüber nachdenken.

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@Rechercheur

Rechercheur, reg Dich mal ab: Wenn Olga22 mit "so was" seit 9 Jahren zusammen lebt, dann unterstelle ich ihr erst einmal, dass sie über "so etwas" nicht so abfällig denkt, wie es vielleicht erscheint. Es war möglicherweise etwas verkürzt formuliert, aber schon in Ordnung!

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@frederick

Danke frederick ,

...und es ist genau so , wie du es sagst : verkürzte Formulierung , weil selbst "sowas wie ich" nebenbei noch arbeiten muss

D.W. möchte ich an dieser Stelle mal klar machen , daß ich weder ihren Partner noch den Meinen in irgendeiner Weise damit abkanzeln wollte - ich bin nur ein paar Jahre weiter als agusia9 und spreche aus mehr oder weniger leidvollen Erfahrung .

Als ich den Text las , fühlte ich mich in genau diese Zeit vor 6 Jahren zurückversetzt - als wär´s ein Stück von mir....

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@frederick

Ich glaube, es geht nicht um eine Unterstellung des "abfälligen Denkens", sondern einfach darum, dass "olga22" zu voreilig Schlüsse gezogen hat, was reine Spekulation ist.

Auf jeden Fall finde ich den Einwand von "Rechercheur" völlig gerechtfertigt. Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie man soviel aus so einer beschränkten Beschreibung in der Fragestellung interpretieren kann.

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@ViceT

hallo ViceT ,

zur Aufklärung : es traf bei mir einen sehr empfindlichen Nerv

@frederick : dein ausführliches Post hat mich sehr berührt

Grüße olga22

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@frederick

Ich rege mich nicht auf. Ich finde es nur sehr befremdlich, aus acht Sätzen über eine Person eine Abhandlung zu verfassen, die auf diese Person gar nicht zutreffen muss.

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@Rechercheur

...aber durchaus KANN

Auf diese Erfahrungen bilde ich mir zwar nichts ein , aber es muss erlaubt sein , diese so weiter zu geben wie ich denke . Wenn sich da irgend jemandem sooo auf´s Füßchen gelatscht fühlt - TUT MIR LEID !

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@olga22

Dann schreib "es kann sein, dass".
Du schreibst aber "er ist", "offensichtlich" und so weiter. Du schreibst abslout, ohne Alternative, als sei es vollkommen klar, dass es genau das sein müsse.

Und nein, ich fühle mir nicht auf meine Füße getreten, es geht ja nicht mal um mich. Ich versuche dir klarzumachen, dass du sehr absolut beschreibst, was du nicht wissen kannst. Ansonsten mach einen Hellseherstand auf der Kirmes auf, wenn du es doch kannst.
Ich finde das schlicht nicht ungefährlich, jemanden ggf. durch zu absolute Aussagen in die möglicherweise falsche Richtung zu lenken.

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@Rechercheur

...au weia !

Jetzt haste´s mir aber gegeben ! Und was für ein rabenschwarzes Gewissen ich jetzt habe - uuhhh !

Aber - by the way - was könnte denn jetzt so Schreckliches passieren ??? Möglicherweise etwas strafrechtlich Relevantes ? Ohgottohgottohgott !

Also , nächstes Mal werde ich dir meine Posts zum Korrekturlesen vorlegen und mich für´s Erste mal ein paar Stunden im Staub winden

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@olga22

Warum machst du da einen Krieg draus? "Jetzt haste´s mir aber gegeben !" - Was soll so ein Blödsinn?
Ich schreibe das nicht, um "es dir zu geben". Sowas ist mir vollkommen fremd.

Was Schreckliches passieren könnte, ist, dass jemand das 1:1 auf seinen Partner überträgt, obwohl es nicht auf diesen Menschen passt. Und das kann dann der Beziehung mehr schaden als nützen. Das Risiko kannst du minimieren, indem du deine Erfahrungen als deine Erfahrungen schilderst, nicht als Absolutum, das du unreflektiert auf Menschen überträgst, über die du nicht mehr als acht Sätze weißt.

Wo du dich so windest, ist mir egal.
Aber bitte, denk doch selbst, statt das an mich abgeben zu wollen. Das schaffst du schon.

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Ob dein Partner Autist ist, kann hier niemand sagen.
Du nennst jetzt nicht gerade viel, was als Symptom für (Asperger-)Autismus gilt.
Gibt es da denn noch was an Symptomen?

Die Symptome die du beschreibst können auf sehr vieles zutreffen, müssen aber auch überhaupt keine Störung sein. Du kannst sonst mal nach Symptomen googeln und die dann durchgehen ob sie plausibel sind und dich z.B. wieder hier melden oder dies dann professionell abklären lassen...also falls er das will

Anzeichen von (Asperger-)Autismus nennst du kaum, dennoch könnte es sein, dass sein Verhalten daran liegt, aber es könnte genauso gut sein Charakter sein.

Es gibt da noch mehr Symptome außer die von dir erwähnte scheinbare Schwerfälligkeit über Gefühle zu reden und die Schweigsamkeit. Nämlich kommen beim (Asperger-)Autismus i.d.R. noch andere soziale Defizite, Routinen, Wahrnehemungsstörungen etc. vor. Danach solltest du dich mal informieren und wenn der "Verdacht" bekräftigt wird, solltest du ihn ruhig mal in einer entspannten Situation darauf ansprechen.

Eine Diagnose wirst du jedoch nur von Fachleuten bekommen können und nicht hier.

Wir können hier keine Diagnosen stellen. Mehr fällt mir dazu nicht ein. Wenn du noch eine Frage hast, die sich auf dieser Plattform beantworten lässt, kann ich eher helfen.

Hallo agusia9,

ob dein Partner leidet, kann er dir beantworten - frage ihn mal.

Ob er Autist ist, kann dir hier keiner beantworten. Das könnte er ja bei einem auf Autismus spezialisierten Psychiater testen lassen.

Gruss ekmi

Stimmt schon, allerdings ist mit "leiden an..." meist gemeint "von etwas betroffen sein" und nicht, dass man tatsächlich Leid verspürt.

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@ViceT

Aber dann ist das Wort "Leiden" ja automatisch mit einem negativen Aspekt behaftet, wenn man es nur bei Sachen wie Behinderungen oder Krankheiten sagt.

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@einigekennmich

So ist es auch. Autismus ist in der Gesellschaft ja leider mit einem negativen Aspekt behaftet.

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