Krampfanfall-Darf der Rettungsassistent Medikamente geben?

... komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Das legen von Zugängen ist nach meinem Wissen im Rahmen der Notkompetenz zulässig. Die Gabe von Medikamenten ist jedoch unterschiedlich geregelt.

Im Fall eines grand mal Anfalls können als Notfallmedikation beispielsweise Benzodiazepine rektal, oder Midazolam ("Dormicum") nasal verabreicht werden.

So lange ein solch schwerer Anfall stattfindet ist es ohnehin nicht möglich, einen Zugang zu legen, da muss man auf as Einsetzen der antikonvulsiven Wirkung der Medikamente warten.

Bereits die bloße Gabe von Sauerstoff kann bei einem Grand mal schwierig sein.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Freestylecookie
16.07.2016, 16:53

Medikamente rektal? Bei einem Jugendlichen ist das doch voll erniedrigend?!

0

Huhu,

Kommt drauf an was der ÄLRD freigegeben hat, aber normal schon.

In der Regel werden Benzodiazipine gegeben, wie zum Beispiel " Midazolam " (5ml/5mg) , selbstverständlich gehört dazu ein i.V. Zugang.

Auf die rectale Gabe wird bei erwachsenen verzichtet und ist antiquiert, sollte ein i.V. Zugang nicht möglich sein so wird Midazolam über einen MAD appliziert.
(mucosal atomization device)
Mit Midazolam (3ml/15mg)

Auch auf das abwarten des Anfalls wird verzichtet, hier ist die schnelle Beendigung das Ziel des RD.

Bei all diesen Maßnahmen muss aber ein Notarzt angefordert sein. Aber auch hier, sollte das Meldebild "Krampfanfall" sein, wird der NA per NEF automatisch mit alarmiert.

Alles aus Sicht eines RettAss.

Liebe Grüße
Nlost

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Freestylecookie
21.07.2016, 22:32

Danke für deine Antwort!

Mit "rectale Gabe" meinst du sicher das Diazepam rectal oder?

Warum darf man das bei Erwachsenen nicht geben?

Ich frage, weil ein bekannter Epileptiker bei uns in der Familie sämtliche Benzodiazepine nicht verträgt und allergisch darauf reagiert, außer auf Diazepam, welches er als Notfallmedikament hat (rectal). Der darf auch kein Midazolam bekommen deswegen war meine Frage ja ob der RettAss Medikamente verabreichen darf.

Was würdest du denn in dem Fall als erst eintreffender RettAss machen, wenn dir bekannt wäre, der Patient darf kein Midazolam, Lorazepam und Clonazepam bekommen, verträgt nur Diazepam?

0
Kommentar von nlost
22.07.2016, 07:10

huhu, klar kann man bei erwachsenen das diazepam rectal geben, aber im Rettungsdienst wird aus ästhetischen Gründen darauf verzichtet. wenn mir gesagt wird, das außer diazepam, kein anderes benzo vertragen wird, bekommt er natürlich das diazepam. Hauptsache der Krampf wird unterbrochen und ein neuer wird verhindert. in der Regel wird aber ein Medikament vorgezogen was eine geringere Halbwertszeit hat als diazepam um dem behandelnden Arzt in der Klinik alle Möglichkeiten offen zu lassen. aber in diesem Fall, ganz klar diazepam. liebe Grüße Nlost

0
Kommentar von nlost
22.07.2016, 23:25

huhu, ja ganz genau. ein i.v. Zugang ist einfach Standard im Rettungsdienst. da ich dadurch Zugang zum System habe kommt das Medikament sehr schnell an. natürlich ist das rectum auch gut durchblutet aber mit einem i.v. Zugang gehts eben schneller. die rectal-Tuben sind bei uns Ende 2010 vom Rettungswagen verschwunden, komplett. liebe Grüße nlost

0

Während eines Krampfes werden keine Medikamente gegeben (gespritzt), nicht vom Sanitäter und auch nicht von einem Notarzt. Es muss erst der Krampfanfall abgewartet werden, bevor medizinisch "eingegriffen" werden kann. Ausserdem erfordern ursächliche Erkrankungen unterschiedliche Maßnahmen (Medikamente). Erst nach neurologischer Abklärung oder bei bereits bekannten Krankheitsbild kann eine effektive Therapie einsetzen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das wird vom zuständigen Ärztlichen Leiter Rettungsdienst festgelegt. Notfallsanitäter dürfen mehr als Rettungsassistenten und Rettungsassistenten mehr als Rettungssanitäter.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von derdorfbengel
17.07.2016, 19:46

..dürfen nicht  nur, **müssen** sie auch. Und das ist dann auch Last der Verantwortung...

0

Der Sanitäter darf nur erste Hilfe leisten, dazu gehören keine Medikamente.

In diesem Fall wird ein Notarzt hinzu gezogen, der auch Spritzen verabreichen kann.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?