Krampfanfall-Darf der Rettungsassistent Medikamente geben?

6 Antworten

Huhu,

Kommt drauf an was der ÄLRD freigegeben hat, aber normal schon.

In der Regel werden Benzodiazipine gegeben, wie zum Beispiel " Midazolam " (5ml/5mg) , selbstverständlich gehört dazu ein i.V. Zugang.

Auf die rectale Gabe wird bei erwachsenen verzichtet und ist antiquiert, sollte ein i.V. Zugang nicht möglich sein so wird Midazolam über einen MAD appliziert.
(mucosal atomization device)
Mit Midazolam (3ml/15mg)

Auch auf das abwarten des Anfalls wird verzichtet, hier ist die schnelle Beendigung das Ziel des RD.

Bei all diesen Maßnahmen muss aber ein Notarzt angefordert sein. Aber auch hier, sollte das Meldebild "Krampfanfall" sein, wird der NA per NEF automatisch mit alarmiert.

Alles aus Sicht eines RettAss.

Liebe Grüße
Nlost

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Danke für deine Antwort!

Mit "rectale Gabe" meinst du sicher das Diazepam rectal oder?

Warum darf man das bei Erwachsenen nicht geben?

Ich frage, weil ein bekannter Epileptiker bei uns in der Familie sämtliche Benzodiazepine nicht verträgt und allergisch darauf reagiert, außer auf Diazepam, welches er als Notfallmedikament hat (rectal). Der darf auch kein Midazolam bekommen deswegen war meine Frage ja ob der RettAss Medikamente verabreichen darf.

Was würdest du denn in dem Fall als erst eintreffender RettAss machen, wenn dir bekannt wäre, der Patient darf kein Midazolam, Lorazepam und Clonazepam bekommen, verträgt nur Diazepam?

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huhu, klar kann man bei erwachsenen das diazepam rectal geben, aber im Rettungsdienst wird aus ästhetischen Gründen darauf verzichtet. wenn mir gesagt wird, das außer diazepam, kein anderes benzo vertragen wird, bekommt er natürlich das diazepam. Hauptsache der Krampf wird unterbrochen und ein neuer wird verhindert. in der Regel wird aber ein Medikament vorgezogen was eine geringere Halbwertszeit hat als diazepam um dem behandelnden Arzt in der Klinik alle Möglichkeiten offen zu lassen. aber in diesem Fall, ganz klar diazepam. liebe Grüße Nlost

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@nlost

Aber sind "ästhetische Gründe" nicht auch egal wenn es um einen Notfall geht?

Wenn der RettAss also nur Diazepam geben darf, dann gibt er das aber i.v. mittels Zugang oder?

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huhu, ja ganz genau. ein i.v. Zugang ist einfach Standard im Rettungsdienst. da ich dadurch Zugang zum System habe kommt das Medikament sehr schnell an. natürlich ist das rectum auch gut durchblutet aber mit einem i.v. Zugang gehts eben schneller. die rectal-Tuben sind bei uns Ende 2010 vom Rettungswagen verschwunden, komplett. liebe Grüße nlost

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Meist wird das NEF gleich mitalarmiert. Bin aber in meinem Praktikum zum RettSan auch schon zu mindestens einem Krampfanfall gefahren, wo kein Notarzt mitalmiert war, der wurde dann nachalarmiert, als der Patient erneut anfing zu krampfen.

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Das legen von Zugängen ist nach meinem Wissen im Rahmen der Notkompetenz zulässig. Die Gabe von Medikamenten ist jedoch unterschiedlich geregelt.

Im Fall eines grand mal Anfalls können als Notfallmedikation beispielsweise Benzodiazepine rektal, oder Midazolam ("Dormicum") nasal verabreicht werden.

So lange ein solch schwerer Anfall stattfindet ist es ohnehin nicht möglich, einen Zugang zu legen, da muss man auf as Einsetzen der antikonvulsiven Wirkung der Medikamente warten.

Bereits die bloße Gabe von Sauerstoff kann bei einem Grand mal schwierig sein.

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Medikamente rektal? Bei einem Jugendlichen ist das doch voll erniedrigend?!

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@Freestylecookie

Das ist bei einem älteren Patienten sicher auch nicht der Burner, oder meinst Du, die sind jenseits von gut und böse?

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@Freestylecookie

Bei einem solchen grand mal Anfall bekommt der Patient praktisch nichts mit, da das Bewusstsein extrem eingetrübt ist. Die Umgebung wird häufig nur als schemenhaftes Gewaber und Stimmengewirr von "ganz weit weg" wahrgenommen.

Lediglich klare Aufforderungen wie "ruhig atmen!" werden von den Patienten rudimentär wahrgenommen und instinktiv befolgt.

Ist der Anfall entsprechend heftig, hat man ohnehin nicht die Möglichkeit, die Hose herunterzuziehen, da nicht allein Oberkörper und obere Extremitäten krampfen und zucken, sondern der Anfall auch die Beine und Füße betrifft.

(Das Defäkieren durch Verlust der Kontrolle über Blase und Enddarm ist ein weiteres Hindernis bei der rektalen Verabreichung).

Eine weitere Möglichkeit der Notfallmedikation, die sowohl sicher als auch unkompliziert ist, ist die Verabreichung von Lorazepam (Handelsname "Tavor") als 1,0 Milligramm Gabe in Form löslicher Tabletten.

Unter die Zunge, oder in die Wangentasche gelegt, löst sich die flache Tablette schnell auf, so dass keine Erstickungsgefahr besteht.

Sofern der Patient die so genannte "Aura", also die Phase vor dem Anfall, rechtzeitig erkennt, kann er auch eine Selbstmedikation mit Lorazepam durchführen.

Das Notfallmedikament ist verschreibungspflichtig und nicht freiverkäuflich erhältlich.

Alles in allem hat man in solch einer Situation sowohl als Betroffener, als auch als medizinischer Ersthelfer andere Sorgen, als die Scham vor Entblößung.

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Ja, ein Rettungsassistent würde ein Benzodiazepin geben, die neuen und nochmals deutlich umfangreicher ausgebildeten Notfallsanitäter die Rettungsassistenten nach und nach ersetzen erst recht. Die deutsche Gesellschaft für Neurologie, empfiehlt in ihrer aktuellen Leitlinie die Gabe von Midazolam auch durch Rettungssanitäter und sogar durch Laien. Auch ich, würde es machen, da wir es so entsprechend der Leitlinie gelernt haben, allerdings nur Midazolam und kein anderes Medikament. Ich habe unten gelesen, dass es um einen Verwandten von dir geht, der kein Midazolam verträgt, ich würde und müsste dann auf den Notarzt oder den Rettungswagen mit einem Notfallsanitäter oder Rettungsassistenten warten. Generell ist das aber nicht ohne, denn Midazolam ist das Standardmedikament bei sowas und wenn dann keiner dabei ist, der sagen kann, das er das nicht verträgt, bekommt er unwissend Midazolam.

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Meine dritte Frage bezieht sich auf die BZ-Messung.. stimmt das was ich gehört habe, dass ein RDH und ein RS KEINEN BZ mit einem Stich messen dürfen, sondern nur mit dem Blut aus einer Braunüle? Da dieser Stich in den Finger theoretisch wieder eine Körperverletzung darstellt.. oder obliegt das dem jeweiligen ÄLRD ab welcher Qualifikation mal mittels BZ-Stecher den BZ ermittel darf?

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