Kehrfahrzeug überholen?

4 Antworten

Also innerhalb einer Ortschaft kann man es als unüblich betrachten zu überholen, aber ein Überholverbot besteht nicht! Du darfst auch durchaus Jemanden der glaubt in einer 30er-Zone zu sein überholen so lange Du nicht die erlaubte Höchstgeschwindigkeit übertrittst, eine durchgezogene Linie überfährst oder Jemanden gefährdest/behinderst.

Eine Kehrmaschine im Einsatz überholt man schon fast gar nicht mehr sondern fährt an einem Hindernis vorbei, da werden wohl auch Ordnungshüter Nichts sagen wenn man dabei über durchgezogene Linien fährt.

Das Überholen ist innerhalb geschlossener Ortschaften nicht per se verboten, natürlich darfst du an Kehrfahrzeugen etc. vorbei fahren, solange du dabei die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht überschreitest und niemanden beeinträchtigst.

Hi,

Meine Frage ist ob man das überhaupt darf weil überholvorgänge in der Ortschaft ja verboten sind

Überholvorgänge sind innerorts nicht verboten - man beachte § 5 StVO (der Paragraph dreht sich nur um das Überholen).

Wenn die Verkehrslage, Sichtweite, der Geschwindigkeitsunterschied etc. es erlaubt und das Überholen nicht explizit verboten ist (wie an Bahnübergängen), darf natürlich auch innerorts überholt werden.

Wie wäre das denn sonst mit mehrspurigen Fahrstreifen innerorts? Unter 3,5 t zGG darfst Du da sogar rechts überholen.

Also: alles richtig, kein Verstoß!

Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__5.html

LG

Super! Danke für die Antwort! Habe ich ehrlichgesagt in der Fahrschule nicht gelernt, dort hieß es nur „in der Ortschaft ist Überholverbot“

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@FraeuleinFrau

Gerne ;-)

De facto ist das Überholen in gerade kleinen Ortschaften natürlich tabu - weil Geschwindigkeitsunterschied und Übersichtlichkeit (oder auch einfach die Straßenbreite) es gar nicht möglich machen.

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@SaniOnTheRoad

Trotzdem erschreckend, dass den Leuten schon in der Fahrschule nicht die tatsächliche Rechtslage beigebracht wird, sondern solche groben, fehlerhaften Verallgemeinerungen. Da wundert man sich über nix mehr :-(

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@Havenari

Richtig - das ist das Problem mit dem Mangel an °qualifizierten" Fahrlehrern. Natürlich ist es deutlich einfacher, eine Verallgemeinerung zu verbreiten als differenziert zu unterrichten.

Es leidet die Ausbildungsqualität jedoch massiv darunter, siehe dieser Fall ...

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@SaniOnTheRoad

Ich glaube nichtmal dass es wirklich an Fahrlehrern liegt, bzw deren Qualifikation. Ich merke immer wieder wie grade junge Leute dazu tendieren sich nicht für Hintergründe zu interessieren. Wenn da ein Fahrlehrer mal sagt dass man in der Ortschaft nicht überholt nutzt alles Erklären dazu warum Nichts mehr, macht man nicht, fertig!

Das ist ja auch so ein Problem mit den Theoriefragen, Jeder meint dass man die Alle lernen müsste, Keiner bekennt dass man die Regeln lernen muss und die Fragen übt! So sehe ich fast täglich Leute an einer Kreuzung denen regelrecht im Gesicht geschrieben steht wie sie darüber nachdenken ob sie jetzt auch vor dem LKW fahren dürfen wenn da kein grünes Auto, das zuerst fährt, da ist.

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@machhehniker
Ich merke immer wieder wie grade junge Leute dazu tendieren sich nicht für Hintergründe zu interessieren.

Tatsache - zumindest gefühlt werden mittlerweile mehr Aussagen als Wahrheit "geschluckt" als es früher mal der Fall war. Die Welt ist kompliziert, also macht man sie sich so einfach wie möglich, differenzieren können (oder wollen) die meisten nicht mehr.

Letzteres fällt mir aber auch durchaus bei Leuten älteren Semesters auf...

Das ist ja auch so ein Problem mit den Theoriefragen, Jeder meint dass man die Alle lernen müsste, Keiner bekennt dass man die Regeln lernen muss und die Fragen übt!

Vom Prinzip her gebe ich dir absolut recht, man müsste erstmal wieder "Lernen lernen"! Die Verknüpfung von Theorie und Praxis, was ja eigentlich das Ziel sein sollte, funktioniert wahrscheinlich auch eher schlecht als recht.

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