Kasus nach dem Wort "Trotz"?

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6 Antworten

"Im Falle der Präposition "trotz" ist dem Genitiv die feindliche Übernahme gelungen: Standardsprachlich wird heute hinter "trotz" der Wesfall verwendet. Dass dies nicht immer so war, beweisen Wörter wie "trotzdem" und "trotz allem". In Süddeutschland, Österreich und der Schweiz wird "trotz" weiterhin mit dem Dativ verbunden. Nicki würde auf Bayerisch singen: "Trotz dem damischen Zwiebelfisch", und Udo Jürgens auf Hochdeutsch kontern: "Trotz des nervigen Zwiebelfisch(e)s"." http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,267725,00.html

Korrekt!

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Man muss zwei Anwendungen des Wortes unterscheiden:

  1. Jemandem trotzen (Dativ)

  2. Trotz der Sache (Genitiv)

Aus diesen Wirren ist vermutlich irgenwann dieses "trotzdem" entstanden. Früher waren sich die Schreiber auch nicht einig. Ich würde sagen, das ist historisch gewachsen. Ich würde sagen "trotz deines Aussehens"

Sowohl Verb als auch Präposition wurden ursprünglich nur mit Dativ (!) verwendet.

Trotz + Dativ wird seit dem 16. Jahrhundert verwendet. Zusätzlich dazu entstand im 18. Jahrhundert trotz + Genitiv. Siehe:

https://books.google.at/books?id=hhbHDgAAQBAJ&pg=PA155&dq=trotz+leichtigkeit+der+deutschen+sprache&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiq69LlkK7UAhURJFAKHc5pAwoQ6AEIIjAA#v=snippet&q=jahrhundert&f=false

Eine Sache kann keinen Trotz besitzen, eine Sache kann nur Ziel jemandes Trotzes sein (-> Dativ):
"Ich trotze dem schlechen Wetter. Trotz dem Wetter gehe ich hinaus.

Gleiches gilt für Dank. Wenn ich dem Lehrer danke ist es nicht der Dank des Lehres, sondern mein Dank. Der Lehrer ist der Empfänger (!) des Dankes, steht also natürlicherweise im Dativ:
"Ich danke dem Lehrer. Dank dem Lehrer habe ich das geschafft."

Auch bei "samt" und "binnen" ist die Verwendung mit Dativ die historisch korrekte Form:

https://books.google.at/books?id=VLDpBQAAQBAJ&pg=PA255&lpg=PA255&dq=trotz+dank+laut+dativ+kasuswechsel&source=bl&ots=ZGnZ5dCbvr&sig=Qmn_GlNRa4sdeckLDqPWsQCmpSk&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjogIfex6nUAhWJjCwKHXEhAEUQ6AEISjAH#v=onepage&q=trotz%20dank%20laut%20dativ%20kasuswechsel&f=false

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Standardsprachlich gilt heute beides als richtig.
Die historisch korrekte Form ist die Verwendung mit Dativ.
Die Präposition trotz + Dativ entstand im 16. Jahrhundert. Erst seit dem 18. Jh. wird trotz auch mit Genitiv verwendet. Siehe:

https://books.google.at/books?id=hhbHDgAAQBAJ&pg=PA155&dq=trotz+leichtigkeit+der+deutschen+sprache&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiq69LlkK7UAhURJFAKHc5pAwoQ6AEIIjAA#v=snippet&q=jahrhundert&f=false

Siehe weiters:
https://books.google.at/books?id=VLDpBQAAQBAJ&pg=PA255&lpg=PA255&dq=trotz+dank+laut+dativ+kasuswechsel&source=bl&ots=ZGnZ5dCbvr&sig=Qmn_GlNRa4sdeckLDqPWsQCmpSk&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjogIfex6nUAhWJjCwKHXEhAEUQ6AEISjAH#v=onepage&q=trotz%20dank%20laut%20dativ%20kasuswechsel&f=false
„Die Person, der mein Dank und Trotz gilt,
steht beim entsprechenden Verb (jemanden danken, trotzen) wie auch beim
Gebrauch des Substantivs normalerweise im Dativ (vgl. Dank sei dir! Ihm zum Trotz).“

Steht nach "trotz" ein bekleidetes Hauptwort, so steht der Genitiv. Beispiel:

Trotz des schlechten Wetters fuhr er mit dem Fahrrad.

Steht nach "trotz" ein unbekleidetes Hauptwort, so verwendet man den Dativ. Beispiel:

Trotz schlechtem Wetter fuhr er mit dem Fahrrad.

nagut, hab ich halt selbst mal nachgeschaut... http://de.wiktionary.org/wiki/trotz

weil wir alle dasselbe geantwortet haben? ok klingt logisch

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@spatzi

ne. ich fand die erklärung mittels des beispielsatzes mit trotzdem irgendwie unzureichend.

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@Imbecillitas

hm aber mir hättest du ja glauben können ;) trotz allem und trotz des wetters :)

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Defiitiv Genitiv, dem sonst das Dativ der Tod ist!

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