Kann mich meine Therapeutin zwangseinweisen?

12 Antworten

man spricht in der therapie über die vergangenheit um dort die auslöser für deine jetzigen probleme zu finden. viele psychosen entstehen durch geschehnisse, die wir in unserer kindheit erlebt haben.

bei mir zb beispiel kam meine essstörung daher, dass ich in dem glauben aufgewachsen bin, nicht gut genug zu sein und nichts zu können. dies wurde mir nämlich von meiner mutter, wenn auch nicht wörtlich, so mitgeteilt. meine essstörung war für mich mittel zum zweck mir zu beweisen, dass ich sehr wohl zu etwas im stande bin und etwas schaffen kann.

nun aber zurück zum thema. das amt zahlt deiner freundin geld, weil eine arbeitsunfähigkeit vorliegt. natürlich will das amt dann aber auch ergebnisse sehen und nicht bis ans lebensende weiterzahlen. die therapie soll ja tatsächlich helfen und den patienten "gesund" machen. wenn dies über einen längeren zeitraum keine wurzeln schlägt, dann muss man sich über andere therapiemethoden unterhalten. in diesem fall eine klinik.

der unterschied ist erstmal, dass deine freundin ja nicht in die geschlossene anstalt kommt. da kommt man rein, wenn man eine massive gefahr für andere oder sich selbst darstellt.

das hat nichts mit abschieben zu tun, sondern es geht einzig und allein darum deine freundin zu heilen. wenn die therapie dafür nicht hilfreich genug ist, dann ist es sinnvoll in eine klinik zu gehen.

es kann sich hierbei um die psychische abteilung eines krankenhauses handeln, wo man mit anderen zusammen gruppenaktivitäten nachgehen kann, einen geregelten tagesablauf hat und auch geregelte mahlzeiten hat. hier hat man einen intensiveren umfang an therapie.

ansonsten wäre natürlich eine klinik speziell für ihre esstörung das beste, da man dort am besten mit ihrer situation umgehen kann. besonders, wenn die esstörung schon so lange anhält, dann ist es doch sinnvoll sich in eine klinik zu begeben.

ich würde an ihrer stelle mal nachdenken, was ich überhaupt will. mir scheint es so, als wolle deine freundin nicht in eine klinik, weil man ihr dort helfen würde, sie will ihre essstörung nicht loswerden, sondern weiter den steuerzahlern auf der tasche liegen und ein bisschen mit ihrer therapeutin schnacken.

gerade, wenn einen nicht das berufsleben oder sonstige verpflichtungen daran hindern sich stationär in behandlung zu begeben, halte ich es für völlig sinnbefreit sich dagegen so zu sträuben.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Psychologiestudium

Dass man in einer Therapie oft über die Vergangenheit spricht liegt daran, dass vieles, was man als Kind oder Jugendlicher erlebt hat, traumatische Auswirkungen haben kann und damit Ursache für psychische Störungen ist.

Zwangseinweisung kann dann erfolgen, wenn sich der Patient selbst oder andere gefährdet - z. B. bei akuter Suizidgefahr, unkontrollierbaren Psychosen etc.

Was ist für Deine beste Freundin denn eine schönere Zukunftsaussicht:

Ewig und drei Tage vom Amt leben und vielleicht von einem Therapeuten zum nächsten - oder aber ein Klinikaufenthalt, bei dem sie u. U. auf Medikamente eingestellt und intensiv behandelt werden kann?

Sie hat doch nichts zu verlieren und sollte m. M. nach über eine stationäre Behandlung nachdenken.

Alles Gute

Soviel ich weiß geht das nur, wenn man für sich oder für andere eine Gefahr darstellt. Das würde dann mit Sicherheit auch gerichtlich beschlossen werden müssen. "Ene mene muh und zwangseingewiesen wirst du" funktioniert nicht.

mach es einfach glaub mir sooo schlimm ist es nicht... und besuchen wird man dich auch dürfen.. beim streichen von geldern ist der JobCenter und das Sozialamt sehr schnell leider... du musst halt in eine Klinik und wenn du das nicht möchtest darf sie dich nich zwingen es sei denn es ist ein notfall... was bei dir glaub ich nicht der fall ist... wenn du aber nicht zur klinik gehst musst du gewisse kurse belegen bzw besuchen und das ist schlimmer als ne klinik...

"Sooo schlimm ist das nicht" - das sagen immer nur die, die nicht selber in die Klinik - warum auch immer - müssen, mir hat eine Frau dasselbe gesagt und mich so versucht, zu erpressen (das wird besonders gern bei Krankheiten gemacht, die in Krankenhäusern behandelt werden), aber dieses Recht hat KEINER. Wenn jemand aus freiem Willen und bei klarem Verstand sagt, dass er die Behandlung ablehnt, die man ihm vorschlägt, darf ihm das nicht nachteilig (durch Gelder streichen etc.) ausgelegt werden!

Ich habe mich auch einer Behandlung in der Psychatrie verweigert, weil ich mich nicht erpressen lassen habe - auch, wenn ich meinen ursprünglichen Job nicht mehr ausüben darf, aber meine Gesundheit ist mir wichtiger als Geld.

Ich finde es eine Unverschämtheit, dass Leuten Angst gemacht wird und sie über verschiedenste Wege erpresst werden, das würde ich mir nicht gefallen lassen!

1
@Leseratte87

naja ganz so sehe ich das nicht. ich finde nicht, dass leute mit psychischen problemen, die sich in eine therapie begeben ganz bei "klarem verstand" sind. insbesondere bei essstörungen ist es meist der fall, dass betroffene gar keine hilfe wollen und selbst im krankenhaus noch alles daran setzen bloß nicht zuzunehmen.

dass man niemanden zwingen darf, schön und gut und von mir aus müssen auch nicht alle gleich in eine psychatrie. mir hatte man auch zur stationäre nbehandlung mit meinen psychischen problemen geraten, die ich aber nicht wahrnehmen wollte, weil mir mein job wichtiger war und ich der meinung war, die stationäre behandlung sei nicht notwendig.

gerade wenn du sagst dir ist deine gesundheit wichtiger, als das geld, dann solltest du besser über die worte nachdenken, die du hier schreibst. es geht hier nicht nur um depressionen, es geht hier um eine langjährige essstörung, die angemessen therapiert werden sollte. bis jetzt hat das aber noch nicht stattgefunden. du sagst selbst die gesundheit ist wichtig, wieso rätst du einem kranken menschen dann nicht dazu, die krankheit zu bekämpfen. stattdessen versteifst du dich auf dein recht auf freiheit und jammerst über erpressung.

in unserer gesellschaft gibt es nunmal gewisse regeln und dass das amt nicht freudestrahlend bis ans ende der tage weiter zahlen will ist ja wohl einleuchtend. dass man mit einer essstörung und depressionen arbeitsunfähig erklärt wird, schreit doch schon danach, dass ihr ernsthafte hilfe notwendig ist. wenn ein jahr therapie wohl kaum besserung gebracht hat oder nicht ausreichend für den patienten ist, dann ist es doch logisch, dass man über andere möglichkeiten nachdenkt die patientin zu therapieren.

nur weil du nicht in einer psychatrie behandelt werden wolltest und nur weil ich stationäre behandlung auch nicht für notwenig hielt, heißt das nicht, dass man das auf jeden übertragen kann. ein bisschen über den eigenen tellerrand blicken und die situationen von anderen menschen verstehen, hilft da ungemein.

ich finde es lächerlich, dass hier von angstmacherei gesprochen wird. es ist ja nicht so "geh in die klinik oder wir streichen dir dein geld muhahaha". sondern es geht darum, dass die patientin in betracht ziehen soll in eine klinik zu gehen, da man ihr dort besser helfen kann. es sollte doch im vordergrund stehen, ob es ihr helfen würde oder nicht und nicht "oh man erpresst mich, nein dann geh ich nicht". ganz unabhängig vom streichen der gelder sollte in ihrem fall über eine stationäre behandlung gesprochen werden. warum das nicht schon viel früher passiert ist, ist eher was ich mich frage.

0
@Glumandaxcl

Wer keine Hilfe will, den kann man nicht zwingen - und je weniger der Kranke einsieht, dass er krank ist bzw. sich behandeln lässt, desto geringer ist der Behandlungserfolg, und wer noch entscheiden kann, dass er etwas nicht will, den wird man nicht zwingen können, Punkt. Egal, ob das nun gut oder schlecht für den Patienten ist, das steht auf einem ganz anderen Blatt.

Schön, dass du so positive Erfahrungen mit der Arbeit machen konntest - die habe ich leider nicht gemacht. Ich wurde sowohl von den Ärzten als auch vom Arbeitgeber versucht, zu erpressen, dass ich in die Klinik gehe (dadurch, so wurde mir versprochen, könne ich bald wieder in meinen alten Beruf zurück, obwohl ich das auch mit Behandlung nicht gedurft hätte, aber das ist eine andere Sache), und dieser Besuch hätte sich - bedingt durch die Medikamente sehr wohl negativ auf die Gesundheit ausgewirkt (bei 9 Tabletten Antidepressiva täglich!), den ich mich nicht über mich ergehen lassen wollte, zumal die Wirkung nicht garantiert ist.

Ich arbeite nun wo anders auf eigenen Wunsch trotz meiner psychischen Erkrankung (ich bin manisch-depressiv), und die Arbeit gibt mir Stabilität, die ich anderswo (besonders zu Hause) nicht hätte - und auch die soziale Unterstützung ist dort eine ganz andere. Wäre ich in die Psychatrie gegangen, wäre ich rausgerissen aus Beziehung, Freundschaft und Arbeit, das ist ein großer Bruch, den viele nicht verkraften (ich habe mit etlichen gesprochen, die in der Psychatrie waren), oft verschlimmert es die Situation - und ich spreche hier in meinen Beiträgen ausschließlich von MEINEN persönlichen Erfahrungen und bin weder der Meinung, dass andere es genauso machen sollten, noch übertrage ich meine Situation auf andere, so wie du es mir so hübsch vorgeworfen hast.

Und das, was die TE schreibt, ist für mich SEHR WOHL Erpressung ("ich soll mich einweisen lassen, sonst streichen sie mir das Geld"), die ICH nicht dulden würde. Ob das nun Leben oder Tod bedeutet oder nicht, spielt hier keine Rolle.

0

Zwangs einweisen kann sie Dich nur, wenn eine Akute selbst oder Fremdgefährdung besteht.

Jemand der an einer Ess/Brechsucht leidet, würde ich nicht in eine Psychiatrie einweisen. Dafür gibt es andere, eigene Therapien.

Was möchtest Du wissen?